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Filme > 2005 > Das Meer in mir
Mar Adentro
Das Meer in mir
 
Genre:Drama
Kinostart:10. März 2005
Kaufstart:10. Oktober 2005
Freigabe:ab 12 Jahren
Länge:126 Minuten / 3438 Meter
Bildformat:Cinemascope
Verleih:Tobis
 
Trailer / Infoseite
Mitwirkende
Stab: Alejandro Amenábar und Mateo Gil (Drehbuch), Javier Aguirresarobe (Kamera) und Alejandro Amenábar (Regie, Schnitt und Musik). Darsteller: Javier Bardem (Ramón Sampedro), Belén Rueda (Julia), Lola Dueñas (Rosa), Mabel Rivera (Manuela Sampedro), Celso Bugallo (José), Clara Segura (Gené), Joan Dalmau (Joaquín), Alberto Jiménez (Germán), Tamar Novas (Javier 'Javi' Sampedro), Francesc Garrido (Marc), José María Pou (Pater Francisco), ... Alberto Amarilla (Hermano Andrés), Nicolás Fernández Luna (Christian), Andrea Occhipinti (Santiago) und Xosé Manuel Olveira (Pico) (Juez). mehr.
Inhalt
Ramón ist seit seinem tragischen Unfall, der sich vor 27 Jahren am Meer zugetragen hat, querschnittsgelähmt. Trotz fürsorglicher Pflege von seiner Schwägerin Manuela, Rechtsanwältin Julia, Fabrikarbeiterin Rosa und Gesellschaftsvertreterin Gené, die ihn allesamt Lieben, hat er schon seit langem mit seinem Leben abgeschlossen und will nichts sehnlicher, als vom Tod endlich erlöst zu werden. Deshalb entschließt sich Ramón, um Sterbehilfe zu bitten, doch er weiß, dass nur die Frau die ihn wirklich liebt, Ramón verstehen und seinem Wunsch folgeleisten wird.
Kritiken
Jenseits von Leben und Tod. „Ich bin in das Leben verliebt, deshalb will ich etwas Besseres.“, das erwidert Ramón Sampedro auf die Frage, warum er sterben will. Während er das sagt, lösen sich die Falten auf seiner Stirn und seine Lippen formen sich zu einem unnahbarem Lächeln. Er habe gelernt mit einem Lächeln zu weinen. Dabei erkennt man in seinen warmherzigen ... aber ermüdeten Augen die Spuren des langen Kampfes, den der seit 28 Jahren ans Bett gefesselte Mann bestreiten musste.
  Grund für die Querschnittslähmung Ramóns ist ein Unfall, der sich in seiner Jugendzeit am Strand ereignete. Seitdem ist er vom Hals abwärts gelähmt und infolgedessen ständig auf die Hilfe seiner Schwägerin Manuela angewiesen. Von dem Zeitpunkt an gibt es für Ramón nur einen Weg sich der traurigen Realität und dem kleinen Zimmer mit Blick auf den Wald zu ent-ziehen: In seinen Gedanken fliegt er über Berglandschaften und kehrt an den Ort zurück, an dem sein Körper einst starb. Dort entdeckt sein Geist die Liebe erneut für sich. Doch auch im wahren Leben scheint Ramón nicht einsam. Aber weder die junge Rechtsanwältin Julia, welche ihn hilft seine Texte zu veröffentlichen, noch die alleinerziehende Mutter Rosa können ihn vom Wert des Lebens ohne Körper überzeugen. Die Suche nach der Liebe bedeutet für den Mann mit den meeresblauen nur noch, die Suche nach einem Menschen, welcher bereit ist, ihn aus ebendieser Zuneigung heraus beim Sterben zu helfen.
  „Das Meer in Mir“ ist das mittlerweile vierte Werk des Regisseurs Alejandro Amenábar, welcher zuletzt mit „The Others“ internationale Erfolge feierte. In seinem neuen Film setzt er sich erneut mit dem Verhältnis der Menschen zum Tod auseinander, verzichtet dabei auf alle rührse-ligen Zusatzelemente. Und er tut gut daran. Denn das auf authentischen Begebenheiten beruhende Schicksal von Ramón Sampedro wird auf so feinfühlige und sogleich ernüchternde Weise erzählt, dass allein die beseelten Bilder keiner musikalischen Begleitung bedürfen. Nicht zuletzt aus diesem Grund fühlt sich der Kinobesucher in keiner der 125 Minuten mit dem moralischen Zeigefinger konfrontiert. Schließlich verkörpern nicht nur konstruierte Instanzen, wie Staat und Kirche die Gegner der Sterbehilfe. Die Gegenargumente zur Beihilfe zum Tod vertritt auch der Bruder Ramóns.
  Vielmehr weckt dieser Film die Verantwortung eines jeden, sein Leben, die Möglichkeit zu laufen, und somit das täglich genutzte Recht auf Selbstbestimmung zu schätzen. Denn genau um dieses, ihm seit 28 Jahren verwehrte Recht ringt Ramón Sampedro. Da er sich mit seiner Querschnittslähmung nicht abfinden kann und will, beginnt kurz nach dem Strandunfall ein Feldzug bis vor das oberste Gericht Spaniens. Doch auch nach 28 Jahren stellt sich heraus, dass ihm die juristische Zustimmung auf den selbstbestimmten Tod ebenso wenig zuteil wird, wie kirchlicher Beistand. Und so entschließt sich Ramón ohne staatliche Absegnung jedoch mithilfe einiger Freunde nach dem Tod seines Körpers vor drei Jahrzehnten, nun endlich den Geist von den Qualen des bewe-gungslosen Lebens zu befreien.
  Während des gesamten Films ver-zichtete Regisseur Amenábar auf die ins Detail gehende Schilderung des Lebens ohne körperliche Unabhängigkeit. Szenen, welche den frustrierenden Alltag eines querschnittgelähmten Menschen un-verschönt reflektiert hätten, wurden ausgespart. Um die unerträgliche Hilflosigkeit Ramóns unumwunden zu kolportieren, be-schränkte sich Amenábar auf den Teil, welcher die Geschichte am nachhaltigsten und eindringlichsten erzählt, sein Gesicht. Ebendieses ist auch das Einzige Körperteil über welches Ramón Sampedro seinen Gefühlen Ausdruck verleihen kann. Und so spart der Regisseur auch nicht die Szene aus, in der Ramón seine letzten Sekunden bis zum Wirken des Giftes verlebt.
  Alejandro Amenábar ist es gelungen einen Film über den Wunsch des Sterbens zu drehen, ohne dem Zuschauer eine versöhnliche moralische Antwort auf die Frage nach der Grenze der Selbstbestimmung eines jeden aufzudrängen. Viel eher bringen diese 125 Minuten auf der Suche nach dem Tod den Kinobesucher dem Leben und der damit verbundenen Verantwortung für sich selbst näher.
mehr. (3,5 Sterne/scp/1.5.05)
Nutzerkommentare
Abflug nur geträumt. Das nachhaltig beeindruckende an diesem Film über den Freitod des vom Hals abwärts Gelähmten Ramon (Javier Bardem) ist neben den großartigen Schauspielern das Drehbuch. Nach dem poetischen Titel liefert es Sätze wie „Man lernt lachend zu weinen.“ oder „Ich bin mit dem Tod verheiratet.“ Als Resümee wird festgestellt, dass wir zwar ‘das ... Recht haben zu leben, aber nicht die Pflicht‘. Das soziale Umfeld von Ramon, das aus Verwandten und 3 Freundinnen besteht, trägt mit dazu bei, dass wir in den Kreisel um den Lebensmüden hinein gezogen werden. Besonders Rosa (Lola Duenas), die schlichte Arbeiterin, die nur aus Gefühl zu bestehen scheint und vorbehaltlos liebt und Julia (Belén Rueda) die selbst zum Suizid neigende, totkranke Anwältin liefern eine eindrucksvolle schauspielerische Leistung ab. Die Tränen dieser Frauen sind ansteckend. Optisches Highlight ist Ramons geträumter Flug zum Meer, intellektuell überzeugt die kurze Diskussion mit einem Priester, der ebenso dran ist wie Ramon, der aber als Vertreter der Kirche argumentativ recht alt aussieht. Dabei werden Rede und Antwort von einem jungen Gehilfen via Treppenhaus transportiert. Das erheitert ebenso wie die vielen kleinen verbalen Späße, die die Bettlegerichkeit von Ramon vergessen machen sollen. Es ist keine Propaganda für den Verein „Sterben in Würde“, denn er Film betont eigentlich die sonnigen Seiten des Lebens von Behinderten und unterstreicht das Lebenswerte daran. Es gibt keine Lösung. Fest steht, für die Hinterbliebenen ist es schlimmer als für die Betroffenen selbst. Wir lernen lachend zu weinen! mehr. (3,5 Sterne/ZM/26.4.12)
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Bewertung
Action:1,01 Sterne(4)
Anspruch:4,31 Sterne(5)
Erotik:0,78 Sterne(3)
Humor:1,32 Sterne(3)
Spannung:1,19 Sterne(5)
Story:3,71 Sterne(5)
Film:3,58 Sterne(5)
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Action:4
Anspruch:5
Erotik:3
Humor:3
Spannung:5
Story:5
Film:5
Summe aller Bewertungen:30
Filmstatistik
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