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Filme > 2005 > Keine Lieder Über Liebe
Keine Lieder Über Liebe
 
Genre:Drama
Kinostart:27. Oktober 2005
Kaufstart:19. Mai 2006
Freigabe:ab 6 Jahren
Länge:98 Minuten / 2774 Meter
Bildformat:Breitwand Wide-Screen
Verleih:Alamode
 
Homepage / Trailer
Meinung der Redaktion
Sehr mutiges Kinoexperiment, das von minutenlangen Liveimprovisationszenen seiner Darsteller lebt. Der Film selbst wurde vollkommen ohne Drehbuch gedreht und sehr glaubwürdig umgesetzt. Am Ende verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und die sehr starken Darsteller Leben in Ihren Rollen und in Ihren Filmbeziehungen.
Mitwirkende
Stab: Alexa Ihrt und Sonja Rom (Kamera), Barbara Gies und Julia Wiedwald (Schnitt), Lars Kraume (Regie und Buch) sowie Max Martin Schröder, Thees Uhlmann, Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff (Musik). Darsteller: Florian Lukas (Tobias Hansen), Jürgen Vogel (Markus Hansen), Heike Makatsch (Ellen), Monika Hansen (Mutter), Charlie Rinn (Sailor), Thomas Dannemann (Barkeeper), Zora Holt (Groupie), Felix Gebhard (Felix), ... Katharina Lorenz (Katharina), Max Martin Schröder (Max), David Sieveking (Tourmanager), Thees Uhlmann (Thees) und Marcus Wiebusch (Marcus). mehr.
Inhalt
Die beiden wichtigsten Menschen im Leben des angehenden Filmemachers Tobias Hansen sind seine Freundin Ellen, mit der er in Berlin zusammenwohnt, und sein Bruder Markus, der in Hamburg lebt und Sänger einer Band ist. Seit Tobias und Ellen Markus vor etwas über einem Jahr besucht haben, stimmt etwas nicht mehr in ihrer Beziehung. Tobias hat sich nie getraut zu fragen, aber er hat den Verdacht, damals könnte etwas zwischen Ellen und Markus gelaufen sein. Nun will er die Wahrheit... herausfinden. Mit einem Kamerateam begleitet er seinen Bruder und dessen HANSEN BAND auf Konzerttournee – Ellen bittet er mitzukommen. Was ursprünglich als Dokumentation über die Musik geplant ist, entwickelt sich bald zu einem Film ganz anderer Art: Es geht um Liebe, Vertrauen und Verrat. Um Ellen, Markus und Tobias. Und um die Frage: Wie gut kennt man die Menschen, die einem am nächsten stehen? mehr.
Kritiken
Baby Melancholie von ihrer schönsten Seite. Es ist die klassische Baustelle, Liebe und ihre Chance, ewig zu währen , welche zunächst diesen Film zu tragen scheint. Doch schon nach wenigen Szenen wird dem Zuschauer klar, dass es sich bei „Keine Lieder über Liebe“ von Regisseur Lars Kraume um etwas Besonderes handelt. Denn ohne festes Drehbuch und Wissen über den Ausgang der Beziehungskiste ... zwischen Tobias, seiner Freundin Ellen und deren vermeintlichen Ausrutscher mit Tobias` Bruder Markus, gelang es dem Dreiergespann Florian Lukas, Heike Makatsch und Jürgen Vogel mithilfe so glaubwürdiger Dialoge und stellenweise schier ungespielter und ehrlicher Verletztheit eine derart berührende und aufwühlende Atmosphäre zu erzeugen, die den Kinobesucher auch nachhaltig begleitet. Denn es scheint schnell deutlich zu werden, dass keiner der drei ohne Narben dem Beziehungswirrwarr entkommt. „Wir konnten nicht gewinnen, konnten nur verlieren. Die Philosophen in uns begannen zu philosophieren.“ Dieser Film ohne Drehbuch ist ein Experiment, in dem selbst die Schauspieler nicht wussten, was genau als nächstes ihren Weg kreuzt. Auf diese Weise kamen spontane Reaktionen zustande, die eine ungewohnte Nähe zu den Protagonisten ermöglichten. Dabei wird nicht mit platten „Schwarz-Weiß-Malereien“ aufgefahren sondern feinsinnig wenn auch schmerzvoll die Perspektive eines jeden beleuchtet, denn „Niemand ist gern zu dritt wenn eine Träne fließt“. Doch nicht nur das fehlende Skript war Teil des Experiments. Ebenso wertvoll wird der Film durch die eigens dafür komponierten und getexteten Lieder von den Bands Kettcar und Tomte. Diese sind im Film mit Sänger Markus auf Tour und geben gemeinsam einige der ehrlichsten und aussagekräftigsten Stücke, die dieses Land zu bieten hat, zum Besten. Jürgen Vogel als Sänger beweist neben dem Mut, sich darauf ernsthaft einzulassen auch die Liebe zum Detail. Ganz sicher sind es Liebe und Leidenschaft aller Beteiligten, die diesen großartigen Film so sehenswert machen. Im Gegensatz zu nahezu allen anderen Soundtracks, entspringt ebendieser zu „Keine Lieder über Liebe“ einer geschulten und, den Grand Hotel van Cleef- Anhängern bereits bekannten, dermaßen feinfühligen und ins Schwarze treffenden Feder, dass bereits die Musik ein schlagendes Argument für den Kinobesuch ist. mehr. (4 Sterne/scp/30.10.05)
Schonungsloses Livekinoexperiment. Lars Kraume hat sich mit "Keine Lieder Über Liebe" auf ein höchst spannendes Kinoexperiment eingelassen. Ein Film, bei dem vollkommen auf ein Drehbuch verzichtet wurde, und der von Minutenlangen Liveimprovisationszenen seiner Darsteller lebt. Zunächst wird man als Zuschauer im Homeamateurvideostil mit durchaus nicht immer gelungenen, ... teilweise bewusst hässlichen aber sehr authentisch wirkenden Bildern an die Figuren herangeführt. Wären da nicht so bekannte Gesichter wie Jürgen Vogel oder Heike Makatsch man könnte tatsächlich an eine Live-Doku glauben. Erzählt wird die Geschichte der Brüder Hansen zwischen denen seit einem Jahr irgendetwas zu schwelen scheint. Ursache des ganzen: die Zweifel von Tobias ob sein Bruder nicht doch mit seiner Freundin ... . Als Tobias dann einen Dokumentarfilm über die erste große Deutschlandtournee seines Bruders und dessen Band drehen will und gegen dessen Wunsch auch dreht, gibt es keine Möglichkeit sich mehr aus den Weg zu gehen. Als dann Ellen (Tobias Freundin) auch noch erscheint, brechen die sorgsam aufgebauten persönlichen Schutzmauern zusammen. Aus der Dokumentation über die Tournee wird eine Dokumentation über das Gefühlsleben, der drei Beteiligten. Schonungslos werden Lügen, Gefühle und die verdrängte Vergangenheit offen gelegt. Man merkt es den Schauspielern an, wie sehr sie diese freien Gestaltungsmöglichkeiten ihrer Rolle zu einem immer intensiveren Spiel und zu Dialogen weitab jeglicher Oberflächlichkeit dafür viel mit Glaubwürdigkeit und Authentizität nutzen. Als Zuschauer vergisst man zeitweilig das es sich um etwas Gespieltes also letztendlich doch fiktives handelt. Leider konnte man dabei nicht auf ein paar altkluge "Teenieweisheiten" verzichteten, aber denken und sprechen nicht auch wir im Alltag manchmal auch in solchen? Wer einmal in einer ähnlichen persönlichen Lage war, kann sich dem Film nicht mehr entziehen. Mitten im Geschehen wird man als Zuschauer einfach mitgerissen in den Strudel von Gefühlen und inneren Chaos. Lars Kraume hat bei diesem sehr gelungenen mutigen Filmexperiment geschafft das die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen ohne das der Film dabei an Glaubwürdigkeit verliert. Am Ende erwartet den Zuschauer folgerichtig auch kein Happy End, aber wie sagte Ellen alias Heike Makatsch schon im Film "Thats Life" ... mehr. (4,5 Sterne/ich/24.8.05)
Idee an Umsetzung gescheitert. Lars Kraume war zweifellos überfordert mit seinem mutigen Filmexperiment - aber welcher Regisseur wäre es nicht gewesen? Seine Kraft und Aufmerksamkeit flossen in die Interaktion von Schauspielern und Statisten, in das Richtunghalten von Darstellern, die das Drehbuch nur aus Erzählungen kennen, in das leichte Manipulieren der Hauptdarsteller. ... Für die technische Seite und deren psychologische Komponente war dann offensichtlich keine Energie mehr da. An dieser Stelle hätten Alexa Ihrt und Sonja Rom an den Kameras, später auch Barbara Gies und Julia Wiedwald im Schnittraum intervenieren müssen, doch das geschah offenbar nicht. Alle scheinen so mit der Dreiecksbeziehung beschäftigt gewesen zu sein, dass niemand an das dachte, was hinter der Kamera passiert, und was bei einem Dokumentarfilm - der der Film ja sein möchte - immanent wichtig ist. Dort spulte jeder ganz professionell sein Programm ab, aber genau das nimmt dem Film jegliche Glaubwürdigkeit und lässt einen zu keinem Zeitpunkt vergessen, dass da Schauspieler vor der Kamera stehen und dass alles nur gestellt ist. Damit aber ist das gesamte Experiment misslungen, ganz unabhängig davon, was vor der Kamera passiert ist.
  Das gesagt möchte ich auch noch konkreter werden. Der Film behauptet von sich selbst, als Dokumentation über die Musik der Hansen Band gedacht gewesen zu sein. Nun kann man das als Amateurvideo oder aber professionell drehen. Da ein Kamerateam mitkommt ist das Ganze sicherlich im professionellen Lager anzusiedeln. Dazu passt schon einmal gar nicht der ständig verwackelte Amateurstil, wobei selbst ein ambitionierter Amateurfilmer über ein Stativ verfügt, das in diesem Film aber nicht ein einziges Mal zum Einsatz kommt. Über die Größe des Kamerateams werden keine Angaben gemacht, aber die zeitlineare Wiedergabe erfordert bei den vorhandenen Schnitten mindestens vier bis fünf Kameras. Was bei Spielfilmen kein Problem ist, weil alles mehrfach gedreht wird, wird zum K.O.-Kriterium für einen echten Dokumentarfilm. Doch man könnte ja das Zugeständnis machen, dass die Dokumentation tatsächlich von fünf Kameraleuten gemacht werden sollte. Einem Regisseur würde das aber die Frage der Finanzierung in Erinnerung rufen. Solch ein teures Projekt kann man nicht eben mal umwerfen, dass man nun plötzlich einen Film über ein ganz anderes Thema als die Band macht - die Geldgeber würden das nicht zulassen. Wir stecken hier also in einer Zwickmühle der Glaubwürdigkeit, zumindest wenn man Realität zugrunde legen möchte. Bei so vielen Kameraleuten müssten sich diese auch regelmäßig gegenseitig ins Bild laufen, in einer echten Dokumentation ist das nicht schlimm und wird eben hingenommen, hier jedoch sieht man nur eine handvoll Male einen Tonarm und ein einziges Mal den Tonmenschen. Realistischerweise dreht man Dokumentationen aber mit einer, höchstens zwei Kameras. Wenn der Journalist nun freie Hand hat und nicht an Geldgeber gebunden ist, dann sind aber auch die Kameraleute nicht unbedingt im hochprofessionellen Lager anzusiedeln. Sie würden von der unerwarteten Entwicklung und der hautnahen Berührung selbst auch angerührt sein und in irgend einer Weise Partei ergreifen - und das würde man in den Bildern sehen. Vorhanden aber ist nichts davon, die Kamera wird völlig emotionslos verwackelt, professionelle Unprofessionalität eben - absolut unglaubwürdig.
  Das schlägt zurück auf das, was vor der Kamera passiert. Man kann als Zuschauer nicht ausblenden, dass alles nur geschauspielert ist. Vielleicht hätte es geholfen, nur unbekannte Gesichter zu nehmen. Doch auch den bekannten nimmt man die Echtheit der Situation nicht ab, sie sind Schauspieler durch und durch, und das sieht man ihnen an. Das Experiment ist auf ganzer Linie an seiner Umsetzung gescheitert. Eines jedenfalls lässt sich nicht leugnen: Hier ist ein Film entstanden, über den sich trefflich kontrovers diskutieren lässt.
  Vielleicht wagt sich ja eines Tages ein anderer Regisseur an die Herausforderung, und beweist dabei ein glücklicheres Händchen.
mehr. (0,75 Sterne/gw/29.8.05)
This is not a lovesong. Der neue deutsche Film scheut sich nicht vor Experimenten. Lars Kraume („Viktor Vogel“) hat mit seinem letzten Projekt, der halbdokumentarischen Würfel-Reise „Kismet“, bereits bewiesen, dass er aus ungewöhnlichen Ideen interessante Filme jenseits der Konventionen machen kann. Mit seinem Dreiecks-Liebesdrama um den Sänger Markus (Jürgen ... Vogel), den Nachwuchsfilmer Tobias (Florian Lukas) und dessen Freundin Helen (Heike Makatsch) ist ihm ein weitestgehend improvisiertes, ehrliches und schmerzhaft wahres Werk gelungen, das aufregend und anregend zugleich ist.
  Tobias und sein Bruder Markus haben sich seit einem Jahr nicht mehr gesehen. Genauer gesagt, seitdem Tobias nach Hamburg reiste, um ihm seine Freundin Helen vorzustellen. Irgendetwas ist damals zwischen den beiden vorgefallen, dass seitdem unausgesprochen zwischen ihnen hängt. Tobias weiß sich nicht anders zu helfen als die Konfrontation zu suchen. Als er das Tourplakat von Markus’ Band Hansen sieht, beschließt er, seinen Bruder und die Musiker auf ihrer Tour mit der Kamera zu begleiten. Mit dabei: Helen. Und so wird aus der Tourdokumentation schon bald eine Konfrontation der Gefühle zwischen den dreien.
  Die Stärke von „Keine Liebe über Liebe“ liegt in seiner bitteren Ehrlichkeit. Der Film schrieb sich selbst. Zwar gab es ein Drehbuch, doch Kraume hielt es unter Verschluss und lies die Schauspieler auf dem dreiwöchigen Psycho-Trip lieber ihre Figuren selbst entwickeln. Heraus kam ein zutiefst wahres Dokument einer Reise, deren Ausgang nicht einmal der Regisseur selbst erahnen konnte und ein Film, der eine erfrischende Ausnahme im oftmals steifen deutschen Dramenkino darstellt.
mehr. (4 Sterne/lt/26.10.05)
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Bewertung
Action:1,38 Sterne(3)
Anspruch:2,94 Sterne(4)
Erotik:0,65 Sterne(2)
Humor:1,66 Sterne(4)
Spannung:2,88 Sterne(3)
Story:3,63 Sterne(4)
Film:3,47 Sterne(5)
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Pro
sehr gute Hauptdarsteller
gelungenes mutiges Filmexperiment
intensives Spiel um Liebe, Lügen und verdrängte Gefühle
starkes Gefühlskino fernab von Hollywood
glaubwürdiger Schluss
Kontra
einige misslungene "Lebensweisheiten"
als Dokumentarfilm völlig unglaubwürdig
Einzelbewertungen
Action:3
Anspruch:4
Erotik:2
Humor:4
Spannung:3
Story:4
Film:5
Summe aller Bewertungen:25
Filmstatistik
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