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Filme > 2006 > Wie in der Hölle
L'enfer
Wie in der Hölle
 
Genre:Drama
Kinostart:29. Juni 2006
Freigabe:ab 12 Jahren
Länge:103 Minuten / 2814 Meter
Bildformat:Cinemascope (2,35:1)
Verleih:Tobis
 
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Meinung der Redaktion
Starkes französisches Drama über das Schicksal dreier Töchter, deren Vater nach einer Auseinandersetzung mit ihrer Mutter aus dem Fenster sprang. Überzeugen vermag der Film vor allem durch seine erstklassigen Darstellerinen und durch eine sehr nachdenklich machende Inszenieriung. Auf uns wirkte der Film sehr depressiv und schwermütig, in gewisser Hinsicht ist "Wie in der Hölle" ein sehr "deutscher" Film geworden, der unter seiner zu klischeeüberladenen Story leidet. Unserer Meinung nach ist dieser starke Film absolut nichts für frisch Verliebte.
Mitwirkende
Stab: Danis Tanovic (Regie), Marc Baschet, Marion Hänsel, Cédomir Kolar, Yuji Sadai und Rosanna Seregni (Produktion), Laurent Dailland (Kamera), Francesca Calvelli (Schnitt), Danis Tanovic und Dusko Segvic (Musik) sowie Krzysztof Kieslowski und Krzysztof Piesiewicz (Buch). Darsteller: Emmanuelle Béart (Sophie), Karin Viard (Céline), Marie Gillain (Anne), Guillaume Canet (Sébastien), Jacques Gamblin (Pierre), ... Jacques Perrin (Frédéric), Carole Bouquet (Mutter), Miki Manojlovic (Vater), Jean Rochefort (Louis), Maryam d'Abo (Julie), Gaëlle Bona (Joséphine), Tiffany Tougard (Céline (jung)), Marie Loboda (Sophie (jung)), Emma Cuzon (Anne (jung)), Julian Ciais (Sébastien (jung)), Dominique Reymond (Michelle), Clara Tissandier (Claire), Neil Ounais (Philippe) und Françoise Bertin (La voisine). mehr.
Inhalt
Paris in den 80er Jahren. Ein Mann wird nach jahrelanger Haft aus dem Gefängnis entlassen. Als er nach Hause kommt, steht er vor verschlossener Tür. Seine Frau verwehrt ihm den Einlass. Durch den Türspalt weist sie ihn schroff zurück. Im Inneren der Wohnung sind Kinderstimmen zu hören. Gewaltsam verschafft sich der Mann Zutritt. Er will seine Töchter sehen. Vor den Augen der drei Mädchen entfacht ein heftiger Streit, der ein folgenschweres Ende nimmt. Paris, heute. Die drei Schwestern... Sophie, Céline und Anne sind erwachsen; jede in ihrem eigenen traumatisierten Leben gefangen, jeden Kontakt zueinander abgebrochen.
  Die älteste der Schwestern, Sophie, ist Mutter von zwei Kindern und mit dem Fotografen Pierre verheiratet. Alles scheint in bester bürgerlicher Ordnung bis Sophie eines schönen Tages in den Sinn kommt, ihr Mann könne sie betrügen. Zuerst ist es nur eine Ahnung, ein fixe Idee. Doch dann will sie Gewissheit. Sie beginnt, Pierre hinterher zu spionieren. Tiefer und tiefer gerät sie in die Spirale der Eifersucht. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, ihn auf frischer Tat zu ertappen, folgt sie ihm eines Abends in ein Hotel und tastet sich vor, von Tür zu Tür – auf der Suche nach verräterischen Geräuschen und quälenden Beweisen bis sie schließlich findet, wonach sie sucht. Endlich kann sie der Rivalin ein Gesicht geben. Sophie behält die Entdeckung für sich. Vorerst. Sie ist verletzt, fühlt sich gedemütigt. Verzweifelt versucht sie, ihren Mann zurückzuerobern. Dazu sind ihr alle Mittel recht. Sie stellt ihn zur Rede, streitet, fleht, erpresst, verführt. Wird aber nicht wiederbegehrt. Sophie muss erkennen, dass ihre Ehe gescheitert ist. Einige Zeit später, nach der Trennung. Als Pierre eines Tages überraschend auftaucht um seine Kinder zu besuchen, verweigert Sophie ihm den Zutritt zur Wohnung. Es bahnt sich das gleiche Szenario an, wie einst bei ihren Eltern. Doch glücklicherweise kann ein Drama vermieden werden.
  Die jüngste Schwester, Anne, studiert an der Sorbonne Architektur und hat einen besonderen Faible für die griechische Tragödie. Seit einiger Zeit ist sie leidenschaftlich in Frédéric, einen verheirateten Professor, verliebt. Wenn er an der Universität über die Unterschiede zwischen Schicksal und Zufall doziert, hört sie ihm aufmerksam und voller Faszination zu. Dass der charmante, grauhaarige Gelehrte vom Alter her ihr Vater sein könnte, findet sie besonders anziehend. Während Anne mit jugendlicher Radikalität an ihre gemeinsame Liebe glaubt, kommen Frédéric gehörige Zweifel an seinem Doppelleben. Schon seit einiger Zeit plagt ihn das schlechte Gewissen. Dass seine Tochter mit Anne befreundet ist, macht die Situation noch komplizierter. Frédéric ist entschlossen, er will die Affäre beenden. Er beginnt sich Anne zu entziehen, ihr aus dem Weg zu gehen. Was Frédéric aber nicht weiß: Anne erwartet ein Kind von ihm. Als sie merkt, dass er ihre Liebe nicht mehr erwidert, kann sie sich nicht damit abfinden und greift in ihrer Verzweiflung zu drastischen Mitteln: Sie taucht bei ihm Zuhause auf. Will sie ihn zu einer Stellungnahme zwingen? Vor Frédérics Frau und seiner Tochter schildert sie ihre unglückliche Liebe zu einem verheirateten Mann. Frédérics Frau stellt sich nichtsahnend auf die Seite von Anne. Frédéric bekommt kein Wort heraus. Er zieht es vor zu schweigen. Die Anspannung ist ihm ins Gesicht geschrieben. Wird Anne ihn vor seiner Familie bloßstellen?
  Céline lebt allein und zurückgezogen. Als einzige der drei Schwestern kümmert sie sich um die behinderte Mutter, die ihr Leben wortkarg und mürrisch in einem Altersheim außerhalb von Paris fristet. Jeden Sonntag fährt Céline zur ihr aufs Land, schiebt sie im Rollstuhl durch den weitläufigen Park und liest ihr kuriose Geschichten aus dem Guiness Buch der Rekorde vor. Ihre aufopfernden Bemühungen stoßen auf wenig Gegenliebe. Die alte Frau reagiert kaum auf die Ansprache und Zuwendung ihrer Tochter. Céline kann dem alten Louis mehr Worte entlocken, als ihrer eigenen Mutter. Auch im wohlgeordneten Alltag kümmert sich die verschlossene und schüchterne Céline eher um das Wohl anderer Menschen als um ihr eigenes Glück. Das Trauma ihrer Kindheit hat sie fest im Griff. Eines Tages wird Céline von einem jungen Mann auf der Straße angesprochen. Es gelingt ihr ihn abzuschütteln. Vorerst. Denn tags drauf taucht er wieder auf. Und auch an den folgenden Tagen versucht Sébastien Kontakt zu ihr aufzunehmen. Er beobachtet sie aus dem Bistro vor ihrem Haus und wartet auf ihr Kommen. Seine unaufdringliche Beständigkeit verwirrt Céline. Sie kann sein geheimnisvolles Verhalten nicht deuten: Begehrt er sie? Will er sie etwa verführen? Natürlich sehnt sich Céline nach zärtlicher Nähe, nach schützender Geborgenheit. Aber ist ausgerechnet dieser fremde Mann der Richtige?
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Kritiken
Die Faszination der Höllenkreise. Was ist, wenn das Leben in der Kindheit eine falsche Wendung nimmt und der weitere Weg in einen Teufelskreis immer wiederkehrender Pein führt? Was ist, wenn sich die fremde Schuld für dieses Aus-der-Bahn-Werfen in das eigene Schicksal frist und von nun an weiterhin an den eigenen Taten haftet? Es wäre wie in der Hölle. Und es gibt dort ... einen Feuerkreis, den man zwar schon lange ahnte, aber sehr selten so eindringlich und bedrückend vorgeführt bekommen hat wie in diesem Film von Danis Tanovic – den Kreis der verletzen Frauen. Schon in seinem mit einem Oscar gekrönten Erstlingswerk „No Man’s Land“ (2001) spürte er der unter der Oberfläche von Moral und Zivilisation brodelnden Lava aus schmerzenden, animalischen Gefühlen wie Ehrverletzung und Hass nach, die sich in der Konfrontation von Serben und Bosniern in den Schützengräben tödlich entlud. Nun wagt er sich an die Front der Liebe, des Begehrens und des abgrundtiefen Hasses zwischen Frau und Mann. Er nimmt sich damit dem zweiten Teil der vom leider schon verstorbenen Regiezauberer Krzysztof Kieslowski und dem Autoren Krzysztof Piesiewicz verfassten Trilogie „Himmel, Hölle und Fegefeuer“ an, von denen Tom Tykwer mit „Heaven“ (2002) den ersten Teil schon realisiert hatte. Wie in den Danteschen Höllenkreisen bewegen sich die Tage im Leben der drei Schwestern Sophie, Céline und Anne immer tiefer in den schmerzenden Abgrund. Kreisförmig, wie eine sich immer fester um das Herz schlingende Fessel reihen sich auch die Episoden im Film aneinander, bis die drei so lange voneinander entfernt lebenden Frauen wieder zueinander finden im Lichte der Wahrheit über ihr Schicksal. Den ruhigen wie eindringlichen Bildern fehlt es immer an Licht und heller Farbe, was eine sehr beklemmende und zugleich mystische Atmosphäre schafft. In dieser degradieren sich die wundervollen Emmanuelle Beart, Karin Viard und Marie Gillain in fast beängstigender Konsequenz von stolzen Frauen zu hasserfüllten Wesen, die von ihrer Einsamkeit und den seelischen Verletzungen durch die Abkehr der von ihnen geliebten Männern zu noch mehr Selbsterniedrigung getrieben werden. Eine Katastrophe scheint unausweichlich. Denn der Hass gegen die Peiniger legt sich wie ein Schatten auf die eigenen Lebenswege und verdunkelt das Naheliegende, manchmal sogar die Wahrheit. Eine düstere Welt zeichnet da der Regisseur, und nur eine kleine Hoffnung bleibt am Ende, dass sich die drei Schwestern nicht vollends der Welt entrücken. „Wie in der Hölle“ ist eine bittere Tragödie, die bis ins kleinste Detail mit Symboliken und Analogien aufgeladen ist, deren Einheit so faszinierend wie abgründig ist, dass man seine Sinne von dieser verfilmten Hölle menschlicher Beziehungen nicht abwenden kann, obwohl einem das Herz stockt und die Seele schmerzt. mehr. (4 Sterne/chf/11.5.06)
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Bewertung
Action:0,7 Sterne(2)
Anspruch:3,87 Sterne(3)
Erotik:1 Sterne(2)
Humor:0,47 Sterne(2)
Spannung:2,82 Sterne(3)
Story:3,27 Sterne(3)
Film:3,47 Sterne(3)
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Pro
überzeugende Hauptdarstellerinnen
nachdenklich machende Story
Kontra
sehr schwermütiger Kinofilm
klischeeüberladene Story
deutsches Depressionskino mit franz. "Akzent"
abslout nichts für frischverliebte
Arthousemeter
Mainstream
50%
Arthouse
50%
Einzelbewertungen
Action:2
Anspruch:3
Erotik:2
Humor:2
Spannung:3
Story:3
Film:3
Summe aller Bewertungen:18
Filmstatistik
Die Nutzermeinung ist einig: Dieser Film sei überdurchschnittlich.
arithmetisches Mittel:3,47
Standardabweichung:0,43
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