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Filme > 2006 > Man muss mich nicht lieben
Je ne suis pas là pour être aimé
Man muss mich nicht lieben
 
Genre:Drama
Kinostart:20. Juli 2006
Freigabe:ohne Altersbeschränkung
Länge:94 Minuten / 2568 Meter
Bildformat:Breitwand Wide-Screen
Verleih:Kool (30 Filmkopien)
 
Homepage / Trailer
Meinung der Redaktion
Sehr ruhiger Film über einen Vertreter der vielleicht unbeliebtesten Berufsgruppe überhaupt: den Gerichtsvollzieher. Dabei ist auch nur ein Mensch. Nur eben ein sehr wenig geliebter Mensch. Er hat sich damit arrangiert. Umso stärker berührt ihn die kleinste Zuneigung. Dies spürt man als Zuschauer deutlich. Die Anspannung springt förmlich über. Zu Situationskomik kommt es dabei reichlich, was den Film sehr unverkrampft wirken lässt. Leider wecken einige Szenen den Eindruck, zu drehbuchmäßig, zu gestellt zu sein, die Entscheidung für den Tanzkurs sei hier nur genannt. Dennoch erwartet den Zuschauer ein sehr guter Film, der aus dem Alltag normaler Menschen gegriffen zu sein scheint.
Mitwirkende
Stab: Stéphane Brizé (Regie), Miléna Poylo und Gilles Sacuto (Produktion), Claude Garnier (Kamera), Anne Klotz (Schnitt), Stéphane Brizé und Juliette Sales (Buch) sowie Eduardo Makaroff und Christoph H. Müller (Musik). Darsteller: Patrick Chesnais (Jean-Claude Delsart), Anne Consigny (Françoise), Georges Wilson (M. Delsart), Lionel Abelanski (Thierry), Cyril Couton (Jean-Yves Delsart), Geneviève Mnich (Mme Rubion), Hélène Alexandridis (Schwester von Franço), ... Anne Benoît (Hélène), Marie-Sohna Conde (Rose Diakité), Isabelle Brochard (Pflegerin), Stéphan Wojtowicz (Arzt) und Pedro Lombardi (Tangolehrer). mehr.
Inhalt
Von wegen Lebensfreude: Jean-Claude ist über fünfzig - und Gerichtsvollzieher. Pfändet und setzt mit verhaltener Trauer Schuldner vor die Tür. Man liebt ihn nicht, versteht sich. Seine Frau hat ihn verlassen, seine Sekretärin tröstet sich mit einem Köter, sein Sohn und frischgebackener Kompagnon hasst insgeheim seinen Job. Bleibt noch der greise Vater, ein launischer Tyrann, mit dem er sonntags im Altersheim Monopoly spielen muss – bis zum nächsten Rüffel, weil ihm die mitgebrachte... Schokolade nicht passt.
  Ein kümmerliches Leben. Bis ihm der Arzt rät, etwas für seine Gesundheit zu tun. Von der Tanzschule gegenüber wehen Tangoklänge ins klamme Büro. Jean-Claude gibt sich einen Ruck. Und trifft auf Francoise. Sie lächelt, er bleibt frostig. Sie erinnert ihn: Seine Mutter war ihre Babysitterin! Die Maske der Gleichmut, zu der ihn sein Metier zwingt, bekommt einen Riss. Die junge Frau verzaubert ihn. Plötzlich fühlt er, was es heißt, allein zu sein, widersteht der Kälte seines Vaters – und wagt, schüchtern und leise zu hoffen. Doch Francoise steht vor der Hochzeit mit Thierry. Eigentlich sollte er sie zum Kurs begleiten. Aber der verhinderte Künstler hat sich eine Auszeit von der Schule genommen, um an einem Roman zu arbeiten. Das geht nicht gut und darum über alles. Also tanzt Francoise mit Jean-Claude und schweigt. Tief ist die Verwirrung der Gefühle, in die sie sein wortloses Werben stürzt…
mehr.
Kritiken
An Ordinary Lovestory. Tango – Inbegriff der Leidenschaft, der Schwermütigkeit, der zauberhaften Melancholie. Es wird gesagt, nach dem dritten Tanz wird es gefährlich, der tiefe Wunsch nach erfüllter Leidenschaft wird auf den Tanzpartner projiziert. Und schwups – man ist dem Tango wie auch dem Gegenüber verfallen. Obwohl Regisseur Stéphane Brizé vor seinem ... Debütwerk diesen magischen Tanz nie zuvor zelebriert hat, gelingt es ihm mühelos, die Protagonisten wie auch den Zuschauer damit zu verzaubern. Tatkräftige Unterstützung bekam er dabei von Eduardo Makoroff und Christoph H. Müller, beide Mitgründer der Elektro-Tango-Formation ‚Gotan Projekt’.
  Nun ist aber nicht alles Gold was glänzt und nich jede Emotion führt zum Glück. Zumindest ist die Ausgangsposition der Charaktere nicht gerade dazu prädestiniert, eine Romanze im klassischen Sinne zu entwickeln. Der Gerichtsvollzieher Jean-Claude ist geschieden, hat täglich das Leid seiner Schuldner zu ertragen und sein verstockter und tyrannischer Vater lässt den sonntäglichen Besuch jedes Mal zur Katastrophe werden. Patrick Chesnais überzeugt dabei voll und ganz – emotionslos, trist, melancholisch, emotional unsicher. Den Gegenpart übernimmt Anne Consigny als die schöne und liebenswerte Francoise. Diese steht zwar kurz vor ihrer Heirat, wird aber von ihrem Zukünftigen emotional eher vernachlässigt. Auch sie spielt ihre Rolle überzeugend eindringlich. Überdies seien auch die großartig besetzten Nebendarsteller erwähnt. Jean-Claudes schüchterner Sohn, Francoises spießbürgerliche Schwester oder der erfolglos flirtende Tangotänzer, alle tragen sie köstlich zum Gesamtkunstwerk bei.
  Und dieses kann sich sehen lassen. Die Charakterzeichnung, das Setting, die Narration, alles wirkt wie aus dem Leben gegriffen. Es wird niemals überzeichnet oder unglaubwürdig erzählt. Durch diese Menschlichkeit fängt der Zuschauer recht schnell an, sich mit dem einen oder anderen Charakter zu identifizieren. Man lacht und man leidet mit ihnen. Entgegen des overhypten Hollywood-Kitsches ist dieser Film eher in die „Ordinary Lovestory“-Sektion einzuordnen und trägt damit zum aktuellen Neo-Realismus in bester Manier bei. Kein erzwungenes Happyend, keine overstylten Schönlinge oder Prinzessinnen, die alles richtig machen, keine überromantischen Liebeserklärungen. Wer jedoch darauf angewiesen ist, sollte diesen Film meiden. Alle anderen können diese kleine Perle voll und ganz genießen.
mehr. (4 Sterne/hoax/10.5.06)
Entflammt. In Frankreich wird Stéphane Brizés leise Charakterstudie schon als Arthouse-Entdeckung des Jahres und sein Hauptdarsteller Patrick Chesnais als französischer Bill Murray gefeiert. Seine Verkörperung des 51jährigen Gerichtsvollziehers Jean-Claude Delsart lebt wie Murrays letzte Rollen von der stillen Tragikomik der Figur. Wobei es Delsart ... noch um einiges schlimmer erwischt hat: er hat das Familienunternehmen seines Vaters geerbt, ist aber eigentlich todunglücklich in seinem Job. Er hasst die Treppen, die er täglich erklimmen muss, die Erniedrigungen, die er nie völlig an sich abprallen lassen kann und seinen Vater, der ihn fortwährend beleidigt, wenn er die Sonntagnachmittage mit ihm verbringt. Nun soll sein Sohn Jean-Yves in seine Fußstapfen treten und das unerfüllte Leben Delsart fortführen, denn auch er traut sich nicht, seinem Vater zu sagen, dass er eigentlich viel lieber Gärtner geworden wäre. Derweil blickt Delsart sehnsuchtsvoll aus seinem Bürofenster zum Fenster gegenüber, wo in einem Tango-Studio die Leidenschaft ausgelebt wird, die ihm abhanden gekommen ist. Als er sich einen Ruck gibt und eines Abends auf die andere Straßenseite wechselt, lernt er Françoise (Anne Cosigny) kennen und entdeckt, dass in ihm doch noch ein kleines Feuer brennt.
  Von einem Flächenbrand kann hier aber nicht die Rede sein. Es ist eher ein Funke, der immer wieder aufblitzt und sich in unbeholfenen Gesten und Räuspern äußert. Chesnais spielt den verklemmten Krawattenträger mit einer großartigen Zurückhaltung. Cosigny erstrahlt das Grau seiner Erscheinung. Der Zuschauer fühlt die Wärme zwischen ihnen und verzeiht auch ein allzu vorhersehbares Ende. Denn Delsart hat es sich schließlich verdient.
mehr. (3,5 Sterne/lt/20.7.06)
Forum zum Film
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Bewertung
Action:0,15 Sterne(2)
Anspruch:2,68 Sterne(3)
Erotik:0,95 Sterne(2)
Humor:1,95 Sterne(3)
Spannung:2,42 Sterne(2)
Story:3,22 Sterne(3)
Film:3,78 Sterne(3)
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Pro
Überzeugend realistische Darsteller
Besonders eindringlich durch die Tangomusik
Wie aus dem Leben gegriffen
Kontra
Tanzkurs und Annäherung wirken etwas bemüht
Einzelbewertungen
Action:2
Anspruch:3
Erotik:2
Humor:3
Spannung:2
Story:3
Film:3
Summe aller Bewertungen:18
Filmstatistik
Die Nutzermeinung ist einig: Dieser Film sei überdurchschnittlich.
arithmetisches Mittel:3,78
Standardabweichung:0,25
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