|
|
 |
| Laitakaupungin valot | | Lichter der Vorstadt | | | Genre:Drama | Kinostart:21. Dezember 2006 | Kaufstart:6. Juli 2007 | Freigabe:ab 6 Jahren | Länge:77 Minuten / 2115 Meter | Bildformat:Breitwand Wide-Screen (1,85:1) | Verleih:Pandora |  |
|
 |
Meinung der Redaktion
In Vollendung seiner Trilogie der Verlierer zeigt Kaurismäki in seinem einzigartigen Stil den Wachmann Koistinen bei seinem sozialen Abstieg. Schweigsam wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, lässt dieser seinem eigenen Schicksal seinen Lauf. Kaurismäki sieht kein Aufbäumen seiner Figur vor. Er erreicht sein Publikum, indem er eine beklemmte Stimmung erzeugt. Der Film mag nur bei sehr wenigen Höchstnoten erzielen, Gesprächsstoff liefert er aber auf jeden Fall.
Mitwirkende
Film-Crew: Aki Kaurismäki (Regie), Aki Kaurismäki (Schnitt), Timo Salminen (Kamera). Kreation: Aki Kaurismäki (Buch), Melrose (Musik). Darsteller: Janne Hyytiäinen (Koistinen), Maria Heiskanen (Aila), Maria Järvenhelmi (Mirja), Ilkka Koivula (Lindholm), Matti Onnismaa (Wachmann), Sulevi Peltola (Wachmann), Arturas Pozdniakovas (Russe), Antti Reini (Wachmann), Jonaas Tapola (Junge).
Inhalt
Koistinen ist ein einsamer Wachmann in einer modernen Shopping Mall. Eines Tages begegnet er Mirja. Die begehrenswerte Frau spielt ihm Liebe vor, und Koistinen glaubt daran. Doch sie ist nur der Lockvogel eines Gangsters. Eines Nachts nimmt Mirja den Schlüsselbund des Wachmanns an sich, und der Gangster raubt einen Juwelier aus. Jeder glaubt, Koistinen habe mit den Gangstern gemeinsame Sache gemacht. Er landet im Gefängnis. Zerstört seine Hoffnung, zerbrochen seine Sehnsucht. Trost, wenigstens ein bisschen, verspricht nur Aila, die eine Imbissbude unter den Lichtern der Vorstadt betreibt
Kritiken
Lichter in der Tiefe des dunklen Raumes. Die eigenartigen Filme vom Finnen Aki Kaurismäki sind immer ein besonderes Erlebnis, nicht zuletzt deshalb, weil sie sich den gängigen Entwicklungen der großen Produktionen widersetzen. Trotz der Kürze seines neusten Werkes scheint die Zeit stillzustehen in jeder einzelnen Szene, es passiert so gut wie gar nichts. Dafür erlangen die ... gefilmten Räume trotz ihrer Kargheit und Leere eine Tiefe, in der man sich verlieren kann. Und genau dort entfalten sich sehnsüchtige Wünsche und Träume und treiben den mittellosen Helden als Wachmann durch die Kulissen einer ihn ablehnenden und skrupellos ausnutzenden Welt. Über den kalten Fassaden Helsinkis aus Stahl und Glas gleitet melancholische, traurige Musik und webt die Geschichte zu einem bitterbösen Märchen um, in dem alles nur zu leben scheint, wenn sich Aufmerksamkeit, wenn sich ein Blick auf sie senkt. Doch selbst unter dem Spot eines Lichtes verharrt das Leben meist regungslos. Emotionen wallen nur im Zuschauer dieses Stückes, wenn er mit ansehen muss, wie das Leben des Protagonisten zerbricht, ohne dass dieser sich wehren würde, sondern in unangebracht Treue verfällt. Sein existenzieller Abstieg bedingt den Abstieg seiner Wünsche, bis zu dem Punkt, wo er endlich das Naheliegende, das Erreichbare und Wirkliche erkennen kann. Da scheint sogar ein Happy End möglich zu sein. Gewürzt wird dieses Panoptikum des sozialen Abstiegs, in dem jede Szene zu einem düsteren, kalten Gemälde inszeniert wird, von einem derart kahlen, harten und ungemein unterschwelligen Humor, so dass das Unerträgliche erträglich und die Hoffnung doch erhalten bleibt. Und über allem liegen die Takte eines Tangos wie die ewig unerfüllte Sehnsucht nach Ruhe und Heimat. mehr. (  / chf/10.11.06)
Große Depression. Trübe, trist und deprimierend ist die Welt des Aki Kaurismäki. Auch in seinem neuen Film kann man sich ein immer wiederkehrendes Stoßseufzen nicht verkneifen, denn das Leben, bzw. das Drehbuch, meint es alles andere als gut mit dem einsamen Nachtwächter Koistinen: von seinen Kollegen verachtet zieht er Nacht für Nacht einsam seine Runden, ... sieht die Reichen und Schönen an edlen Tafeln speisen und findet sich im frühen Morgengrauen bei Ailas Imbiss ein. Die hegt eine heimliche Liebe zu dem wortkargen Melancholiker, die aber nie ausgesprochen wird. So lässt sich Koistinen lieber von der hübschen Mirja verführen. Doch sie benutzt den armen Schlucker nur, um an die Juwelen im Einkaufszentrum zu gelangen. Kaurismäki gönnt seinem Protagonisten und uns wirklich keinerlei Hoffnungsschimmer. Der sture Koistinen schlägt jede Gelegenheit aus seinem Loch zu gelangen aus und wandelt naiv durch die Nacht. Das ist für den Zuschauer zermürbend und anstrengend mit anzusehen. Im Gegensatz zu früheren Werken des finnischen Regisseurs ist diesmal nicht eine Spur von Humor zu entdecken. Lichter der Vorstadt ist ein einziges großes Seufzen. Hilflos schaut man dem Elend zu und ebenso unbeteiligt verlässt man das Kino, immerhin verwöhnt von einigen stilvollen Bildern. Kaurismäkis Trilogie über die Finnische Depression, deren Anfang mit Wolken ziehen vorüber und Der Mann ohne Vergangenheit noch heiter bis wolkig war, findet einen wahrhaft deprimierenden Abschluss. mehr. (  / lt/21.12.06)
Ohne jede Regung. Mit stoischer Ruhe und Verschlossenheit begegnet der Wachtmann Koistinen seinem Schicksal. Stets vergebene Liebesmüh gegenüber seinen Kollegen, der Gesellschaft und den Frauen. Er ist und bleibt ein kleiner Mann in einer großen Stadt. Anders als in den ersten beiden Filmen Wolken ziehen vorüber und Der Mann ohne Vergangenheit, ... zeigt der finnische Regisseur Aki Kaurismäki mit Lichter der Vorstadt ein durch und durch trost- und hoffnungsloses Leben. Auch diesmal stellt Kaurismäki seine Helden an den Rand der Gesellschaft und der Stadt Helsinki, lässt sie leiden und lieben. Dabei bleibt er seinem preisgekrönten Stil treu, zeichnet mit fortschreitender Handlung ein zunehmend kälteres, tristeres und kargeres Bild. Eine beklemmende Atmosphäre bestimmt den Zuschauer, wenn Koistinen den Betrug der schönen Mirja erkennt, er für sie und mächtige Leute angeklagt werden soll, ihm die vorgaukelte Zuneigung bewusst wird, er endlich Regung zeigen müsste, ein jeder um sich schlagen würde und... er nichts tut. Die Bedrückung wird gesteigert, wenn man Koistinen von Träumen wie einer wunderbaren jungen Frau, einer besseren Wohnung und der eigenen Bewachungsfirma geblendet beobachtet, er bescheideneres Glück nicht ergreift. Warum richtet er sich nicht ein in seiner Umgebung, will die Zuneigung der Imbissverskäuferin Aila nicht erkennen? - Weil einzig Hoffnung auf Verbesserung uns treibt? Weil dem fleißigen und guten Menschen das Glück früher oder später hold sein wird? So verbleiben in den Szenen nicht Handlung und Worte, sondern von Chanson begleitete Tiefe und ein selten interessanter Filmgenuss. Dieser sehenswerte Film wirkt nach und hinterlässt seine Spuren. mehr. (  / mia/15.11.06)
Forum zum Film
Es sind noch keine Themen vorhanden.
Zum Verfassen eines Beitrags bitte einloggen.
Weblinks
|
|
Bewertung
|
| Action: |  | (2) | | Anspruch: |  | (3) | | Erotik: |  | (2) | | Humor: |  | (3) | | Spannung: |  | (3) | | Story: |  | (3) | | Film: |  | (3) | |  | | eigene Bewertung | Hier darf differenziert und sogar mit 0 Sternen bewertet werden! | | Bewertungs-Skala: |  | absoluter Flop |  | ziemlich schlecht |  | untere Mittelklasse |  | obere Mittelklasse |  | sehr gut |  | Top-Ausnahme |
| Zum Bewerten bitte einloggen. Neue Nutzer bitte registrieren. |
|
|
 |
 |
 |
 |
|
Pro
|
 | bildästhetische Intensität |  | abgründige Story mit Humor gewürzt |  | einzigartiger Stil |
|
|
 |
 |
 |
 |
|
Kontra
|
 | Beklemmung garantiert |  | Nichts für Frohnaturen |
|
|
 |
 |
 |
 |
|
Einzelbewertungen
|
| Action: | | 2 | | Anspruch: | | 3 | | Erotik: | | 2 | | Humor: | | 3 | | Spannung: | | 3 | | Story: | | 3 | | Film: | | 3 | | Summe aller Bewertungen: | 19 |
|
|
 |
 |
 |
 |
|
Filmstatistik
|
| Die Nutzermeinung ist recht einig: Dieser Film sei unterdurchschnittlich. | | arithmetisches Mittel: | 2,82 | | Standardabweichung: | 0,65 |
|
|
 |
 |
 |
 |
|