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Filme > 2012 > Anleitung zum Unglücklichsein
Anleitung zum Unglücklichsein
 
Genre:Drama / Komödie / Romanze
Kinostart:29. November 2012
Freigabe:ab 6 Jahren
Länge:87 Minuten
Bildformat:Breitwand Wide-Screen
Drehzeit:Juni bis August 2011
Verleih:STUDIOCANAL
 
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Ausführlicher Inhalt
Wäre „Sich-Unglücklichmachen“ ein Schulfach, hätte Tiffany Blechschmidt (Johanna Wokalek) seit Jahren die besten Zensuren. Denn Tiffany, die abergläubisch morgens stets mit dem rechten Fuß zuerst aus dem Bett steigt (um sich das Glück zu sichern), findet immer das Haar in der Suppe. Sie ist der Typ, der stets die Wolken sieht, wenn alle die Sonne genießen. Beruflich betreibt Tiffany einen Delikatessenladen mit Mittagstisch in Berlin-Kreuzberg. Sie ist Single, auf liebenswerte Weise neurotisch, spielt schon viel zu lange nicht mehr Klavier und hält sich seit frühester Kindheit für durchschnittlich. Kein Wunder, ihre Mutter (Iris Berben) war einfach eine Granate: Schön, erotisch, glamourös – alles, was Tiffany NICHT ist. Dass die schicke Mama aber auch nach ihrem Tod in Tiffanys Fantasie äußerst rege ihr Unwesen treibt, kann mitunter schon zur Nervenzerreißprobe werden.
  Zu Tiffanys Universum gehören neben ihrem Vogel Richard, einem melancholischem Tukan, und ihrem lebenserfahrenen Vermieter Paul (Michael Gwisdek) ihre Angestellten im „Blechschmid’s“. Das sind: die flotte Kellnerin Rita (Katharina Marie Schubert), die großherzige Köchin Luise (Margarita Broich) sowie deren autistischer Neffe Benno (David Kross), der für die wunderschönen, geschnitzten Gemüsedekorationen zuständig ist. Und natürlich und auf eine typisch tiffanymäßige Art gehören auch der bettelnde Roma (Dogan Akgün) vor ihrem Ladenfenster und der missmutige Nachbar (Matthias Bösche), der stets grußlos im Treppenhaus an ihr vorbei geht, dazu.
  Als im Haus gegenüber des Ladens ihr ehemaliger Klavierlehrer Hans Luboschinski (Richy Müller) einzieht, holt Tiffany ihre Vergangenheit ein und beschwört ungute Erinnerungen an die angespannte Ehe ihrer Eltern und den frühen Tod ihres kleinen Bruders Vincent (Vladimir Gorochov) herauf. Ein Geheimnis umgibt die Trennung ihrer Eltern – und Hans Luboschinski hat etwas damit zu tun. Doch was? Schließlich war es ihr Vater (Rüdiger Vogler), der die Familie für eine andere Frau verlassen hat. In Kinderzeiten war er Tiffanys Verbündeter gegen ihre kapriziöse Mutter, aber seit seinem Verrat hat Tiffany den Kontakt zu ihm abgebrochen. Die Andeutungen von Luboschinski und Paul stürzen Tiffany zum ersten Mal in Zweifel.
  Während Tiffany grübelt, finden Luise und Rita, dass sie sich endlich einmal wieder verlieben sollte. Oder wie Luise tröstend meint: „Auf jeden wartet irgendwer.“ Sehr witzig – wer sollte sich schon in eine durchschnittliche Neurotikerin verlieben, die beim ersten Date garantiert mit Nervositätsausschlag gesprenkelt ist? Allerdings: Anwärter gäbe es einige.
  Beispielsweise der sensible Künstler Luboschinski, für den Rita und Luise simultan schwärmen. Oder aber der nette Fotograf Thomas (Itay Tiran), den Tiffany mitsamt seiner eigenwilligen Bassetthündin Isabella beim Tierarzt kennenlernt. Thomas ist seit neustem Stammgast im „Blechschmid’s“, was Tiffany zum Bedauern von Rita und Luise nur irritierend findet. Und weil sie sich über ihn ärgert, als er nach „Blechschmid’s“ berühmten Glückskeksen fragt, die Benno mit handgeschriebenen Klassiker-Zitaten füllt, nimmt sie sogar die Glückskekse kurzerhand aus dem Angebot.
  Was Rita und Luise übrigens nicht wissen: Seit einiger Zeit schleicht der Polizist und Möchtegernmacho Frank Henne (Benjamin Sadler) nach Feierabend um Tiffany herum und die ist hin und weg von so viel Testosteron.
  Dass Rita und Luise beide plötzlich Klavier spielen und bei Luboschinski Unterricht nehmen wollen, macht Tiffany unerklärlicherweise schlechte Laune. Aber sie kann ihnen doch nicht erzählen, wie sehr sie das Spielen liebte und dass sie von der Erinnerung an ein missglückten Vorspiel aus ihrer Kinderzeit gequält wird. Damals waren ihre Eltern nicht gekommen – weil ihr kleiner Bruder mit dem Tod rang. Das Klavierspielen hat Tiffany seitdem aufgeben. Jetzt ermahnt sie Hans Luboschinski: „So etwas wirft man nicht weg.“ Aber zu diesem Zeitpunkt hat Tiffany völlig andere Probleme.
  Sie rasselt nämlich so sehr mit Benno aneinander, dass er kündigt. Daraufhin ist nicht nur Luise stinksauer und verzweifelt – sie kann auch nicht mehr kochen. Und der Roma, der stets wie ein Schutzengel an der Tür vom „Blechschmid’s“ stand, ist auch nicht mehr zu sehen. Die Stimmung im Laden ist verständlicherweise auf dem Nullpunkt. Wenigstens sorgt der potente Drive von Polizist Frank für Ablenkung in den Abendstunden. Als Tiffany und er allerdings endlich in ihrem Bett landen – sind sie jedoch nicht allein! Statt sich erotischen Träumen hinzugeben, kann Tiffany die Gedanken an ihre Mutter nicht abstellen, die sich in ihrer Fantasie sehr lebendig neben ihnen auf dem Laken räkelt und nicht mit süffisanten Kommentaren spart. Die kann zwar nur Tiffany hören, sie sind aber trotzdem ziemlich lusttötend. Frank gibt trotz Tiffanys merkwürdigem Verhalten alles – und viel zu schnell ... Als Tiffany ihrer Mutter ein entnervtes „Verschwinde endlich aus meinem Leben!“ entgegen ruft, bezieht er diese Worte auf sein Versagen als Lover und verdrückt sich.
  Wenigstens gelingt es Tiffany, Benno zu finden, der als Fotomodel vor der Kamera steht – ausgerechnet im Studio von Thomas, der Tiffany weiterhin irritiert. Benno kommt wieder zurück zu „Blechschmid’s“, aber in Tiffanys Leben bleibt das Chaos programmiert! Wieder einmal eine selbsterfüllende Prophezeiung, denn kurze Zeit nach dem missglückten One-Night-Stand tauchen unheilverkündend Kollegen von Frank im Laden auf. Frank ist tot – beim Putzen seiner Waffe durch einen Schuss getötet. Was Tiffany nicht weiß: Der Schuss hat sich versehentlich gelöst. Sie aber ist der Überzeugung, dass Frank sich umgebracht hat, weil sie ihn weggeschickt hat. Beziehungsweise, weil er glaubt, dass sie ihn weggeschickt hat. Weil sie ihre imaginäre Mutter angeschrien hat und er das auf sich bezogen hat ...herrje, ist das Leben kompliziert!
  Bei der Beerdigung von Frank singt jedoch nicht nur herzzerreißend ein Polizeichor. Vielmehr muss Tiffany angesichts der trauernden Weiblichkeiten (eine Ehefrau mit Kindern, eine schwangere Geliebte, jede Menge Part-Time-Geliebte sowie mehrere Mütter mit offensichtlich unehelichen Kindern) erkennen, dass Casanova Frank in Sachen Liebe mehr als abenteuerlustig war.
  Und kaum ist dieser Schock überwunden, geschieht das nächste Unglück: Luboschinski versucht sich das Leben zu nehmen. Paul zieht ihn durchnässt aus dem Fluss und vertraut das nasse Elend Tiffany an. Mit gutem Grund: Denn an diesem Abend erfährt sie endlich die ganze Wahrheit. Dass nämlich Luboschinski Tiffanys Mutter liebte und dass der „Verrat“ ihres Vaters eine Reaktion auf den Betrug war. Tiffany muss ihre Vergangenheit gründlich neu überdenken – und erkennt dabei, was in ihrer Gegenwart falsch läuft.
  Nur so viel sei noch verraten: Am Ende sind die berühmten Glückskekse wieder im „Blechschmid’s“ zu bekommen, Tiffany spielt Klavier und beim Küssen mit dem Richtigen bekommt sie auch keinen Nervositätsausschlag. Und wenn sie sich in ihrer Welt so umguckt, dann sieht das Leben doch ganz schön aus.
  Oder wie zitiert Paul Watzlawick in „Anleitung zum Unglücklichsein“ den großen russischen Literaten Dostojewski: „Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist.“
Bewertung
Action:4 Sterne(1)
Anspruch:4 Sterne(1)
Erotik:2,2 Sterne(1)
Humor:4,15 Sterne(1)
Spannung:2,8 Sterne(1)
Story:4,6 Sterne(1)
Film:4,05 Sterne(1)
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Anspruch:1
Erotik:1
Humor:1
Spannung:1
Story:1
Film:1
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