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Filme > 2012 > Die Königin und der Leibarzt
Die Königin und der Leibarzt
 
Genre:Drama / Reality
Kinostart:19. April 2012
Kaufstart:6. November 2012
Freigabe:ab 12 Jahren
Länge:137 Minuten
Bildformat:Cinemascope
Verleih:MFA
 
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Mitwirkende
Stab: Nikolaj Arcel (Regie), Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg (Drehbuch), Meta Louise Foldager, Sisse Graum Jørgensen und Louise Vesth (Produktion), Cyrille Aufort und Gabriel Yared (Musik), Rasmus Videbæk (Kamera) sowie Kasper Leick und Mikkel E. G. Nielsen (Schnitt). Darsteller: Mads Mikkelsen (Johann Friedrich Struensee), Mikkel Boe Følsgaard (Christian VII.), Alicia Vikander (Caroline Mathilde), David Dencik (Ove Høegh-Guldberg), Trine Dyrholm (Juliane Marie), ... William Jøhnk Nielsen (Friedrich VI.), Cyron Bjørn Melville (Enevold Brandt), Laura Bro (Louise von Plessen), Thomas W. Gabrielsson (Schack Carl Rantzau) und Bent Mejding (J.H.E. Bernstoff). mehr.
Inhalt
Eine der emotionalsten Begebenheiten der europäischen Geschichte: Das Macht- und Liebesdreieck zwischen der dänischen Königin Caroline Mathilde, ihrem wahnsinnigen Mann, König Christian VII. und dem deutschen Arzt und Aufklärer Johann F. Struensee stürzte die dänische Monarchie in eine tiefe Krise. Die skandalöse ménage à trois endete mit der Scheidung des Königspaares, eine Ungeheuerlichkeit im 18. Jahrhundert, und der Hinrichtung des Leibarztes.
weiterführende Informationen
Historischer Hintergrund
  Caroline Mathilde (1751-1775) wurde als jüngste Tochter von Friedrich Ludwig von Hannover und Augusta von Sachsen-Gotha und als Schwester des Prinzen von Wales und späteren englischen Königs George III. geboren. Schon seit 1714 war das englische Königshaus mit dem Haus Hannover in Personalunion verbunden. Aus politischen Gründen, um die Machtverhältnisse zwischen dem Königreich Dänemark und England zu sichern ... und stärken, waren Hochzeiten zwischen Vertretern beider Königshäuser an der Tagesordnung. Schon im Alter von 13 ½ Jahren wurde Caroline Mathilde mit ihrem Cousin 1. Grades Christian VII., dem späteren dänisch-norwegischen König verlobt. Die Ehe wurde im Oktober 1766 in London „per procurationem“ geschlossen. Die Braut war zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt, ihr Ehemann zählte 17 Jahre.
  Christians VII. (1749-1808) Mutter Luise war eine Schwester von Caroline Mathildes Vater. Als der Junge mit drei Jahren seine Mutter verlor und der Vater rasch danach Juliane Marie von Braunschweig-Wolfenbüttel heiratete, die ihren eigenen Sohn Frederik vorzog, wurde der sensible und schüchterne Christian in die Obhut eines Erziehers übergeben. Dieser behandelte das Kind sadistisch und sperrte ihn mitunter stundenlang in dunkle Kammern ein. Schon früh zeigten sich daher bei Christian Anzeichen einer Geisteskrankheit. Er litt außerdem unter Depressionen und besaß keinerlei Interesse am politischen Tagesgeschäft. Als Christian VII. mit 17 Jahren zum König von Dänemark und Norwegen gekrönt wurde, leitete das Kabinett unter der Vorherrschaft von Graf Johann Hartwig Ernst von Bernstorff die Regierungsgeschäfte.
  14 Monate nach der Heirat zwischen Caroline Mathilde und Christian VII. brachte die Königin den Thronfolger Friedrich zur Welt. Im Mai desselben Jahres unternahm Christian VII. eine Europareise, die ihn nach Aufenthalten in London und Paris auch nach Altona führte, damals Teil des dänischen Königreiches. Von dort holte er 1769 Johann Friedrich Struensee (1737-1772) an den dänischen Königshof, der dem kranken König als Leibarzt zur Seite stand. Struensee, Pastorensohn aus Halle, war 1757 nach seinem Medizinstudium nach Altona gezogen, um dort als Armenarzt zu wirken. Durch das Elend der armen Menschen begann er sich, geprägt von den Gedanken der Aufklärung, mit gesellschaftlichen Missständen zu beschäftigen. Er kämpfte gegen Unwissenheit und Unsauberkeit, setzte eine allgemeine Pockenschutzimpfung durch und schrieb mehrere Abhandlungen, die auch veröffentlicht wurden. Durch seine Schriften erreichte Struensee große Bekanntheit.
  Am dänischen Königshof gelang es Struensee rasch, nicht nur das Vertrauen des Königs, sondern auch die Freundschaft der Königin zu erringen. Caroline Mathilde war in ihrer Ehe mit dem psychisch labilen Christian VII. unglücklich und verliebte sich in Struensee. Im Juli 1771 kam Prinzessin Luise Augusta zur Welt, von der heute angenommen wird, dass sie das gemeinsame Kind von Struensee und Caroline Mathilde war.
  Christian VII. ernannte Struensee bereits im März 1769 zu seinem politischen Berater, der damit die Staatsgeschäfte des Königs übernahm. Weitere Titel folgten, die schließlich im Geheimen Kabinettsminister mit Generalvollmacht mündeten. Struensee wurde außerdem in den Grafenstand erhoben. Johann F. Struensee versuchte innerhalb seiner Zeit an der Spitze, den dänischen Staat im Sinne der Aufklärung zu reformieren. Er setzte u.a. Dekrete zur Entmachtung des Adels, Meinungs- und Pressefreiheit durch, die ihm gerade im Adel und der Staatskirche eine Menge Feinde verschafften. Aber auch in der Bevölkerung, die den feudalistischen Staat als gottgegebene Ordnung ansahen, machte Struensee sich nicht beliebt. Angeführt von der Königinwitwe Juliane Marie nutzen seine Gegner Struensees Verhältnis zu Caroline Mathilde aus und verwickelten den „geheimen Herrscher“ in eine Intrige. Bezeichnenderweise verwendeten sie dazu die von Struensee selbst eingeführte Pressefreiheit, um in Pamphleten negative Stimmung gegen den Vertrauten des Königs zu schüren.
  Im Januar 1772 wurde Struensee verhaftet und im April 1772 wegen Hochverrats hingerichtet. Caroline Mathilde, der man ebenfalls Verschwörung gegen den König vorwarf, kam in Schutzhaft nach Schloss Kronberg und wurde schließlich im März 1772 von Christian VII. geschieden. Ihre Tochter wurde zwar offiziell als königliche Prinzessin anerkannt, aber dennoch musste sich Caroline Mathilde nach Schloss Celle zurückziehen, wo sie 1775 an Scharlach starb. Ihre Kinder hat sie nicht wiedergesehen.
  An die Stelle von Struensee trat im dänischen Staatsgefüge Juliane Maries Vertrauter Ove Høegh-Guldberg, der die Gesetze des Reformers weitgehend rückgängig machte und den dänischen Absolutismus alter Prägung wieder einführte. Christian VII. war zu diesem Zeitpunkt komplett aus dem politischen Tagesgeschäft verdrängt. 1784 entmachtete, damals erst 16-jährig, Christians Sohn Friedrich Høegh-Guldberg und regierte als Kronprinz an Stelle des Vaters. Da Friedrich der Aufklärung zugeneigt war, führte er eine Reihe von Struensees Reformen erneut ein.
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Trailer
Nutzerkommentare
Narr oder Nichts. Ein Historienfilm über das vorrevolutionäre Dänemark. Der Leibarzt Struensee (Mads Mikkelsen) lenkt König Christian VII. (Mikkel Boe Folsgaard), der ein infantiler Schwächling ist, und setzt aufklärerische Gedanken per Gesetz durch. Hinzu kommt das im Titel verheißene Verhältnis zur Königin Caroline Mathilde (Alicia Vikander).Wie Struensee ... die Königin beglückt und dann den Bastard dem König unterschiebt, wird recht spannend erzählt. In From von Hofintrigen bekämpfen sich die Reformer um Struensee und der um seine Pfründe fürchtende Adel. Christian VII. mimt auf Struensees Rat den Narren. Man ist sich nie sicher, wann er spielt und wann er echt nur Panne ist und regiert. Aber auch der Gegensatz zwischen dem abartigen, kranken König, der nur mit Nutten verkehren kann und Struensee, einem ‘normalen‘ Mann wird deutlich. Es entwickelt sich ein Freund-Feind Verhältnis, in dem der König eigentlich der abhängig, hilflose ist.
  So scheint der Fortschritt auch vor dem Bett und den darin stattfinden Aktivitäten letztendlich nicht Halt zu machen. Dieser Antagonismus zwischen Sex und Staatsräson lässt gegen Ende sogar etwas Spannung aufkommen. Die wächst noch, weil man lange Zeit nicht glaubt, dass nach Verhaftung und Verurteilung Struensee dem Henker überantwortet wird.
  Regisseur Arcel erzählt nordisch unterkühlt mit gelegentlichem Aufglimmen der Glut. Das ist in diesem historisch steifen Rahmen mitunter ganz erfrischend. Als Sittenbild der untergehenden Aristokratie nicht schlecht.
mehr. (2,75 Sterne/ZM/26.5.14)
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