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Filme > 2012 > Barbara
Barbara
 
Genre:Drama
Kinostart:8. März 2012
Kaufstart:12. Oktober 2012
Freigabe:ab 6 Jahren
Prädikat:besonders wertvoll
Länge:108 Minuten / 2965 Meter
Bildformat:Breitwand Wide-Screen
Verleih:Piffl
 
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Mitwirkende
Stab: Christian Petzold (Regie und Drehbuch), Harun Farocki (Drehbuchmitarbeit), Florian Koerner von Gustorf (Produktion), Stefan Will (Musik), Hans Fromm (Kamera) und Bettina Böhler (Schnitt). Darsteller: Nina Hoss (Barbara), Ronald Zehrfeld (André), Rainer Bock (Klaus Schütz), Christina Hecke (Assistenzärztin Karin Schulze), Claudia Geisler (Stationsschwester Schlösser), Peter Weiss (Medizinstudent), Carolin Haupt (Medizinstudentin), Deniz Petzold (Angelo), Rosa Enskat (Hausmeisterin Bungert), ... Jasna Fritzi Bauer (Stella), Peer-Uwe Teska (Kellner im Ausflugslokal), Elisabeth Lehmann (Junge Kellnerin), Mark Waschke (Jörg), Peter Benedict (Gerhard), Thomas Neumann (Rentner am Auto), Anette Daugardt (Mitarbeiterin Schütz), Thomas Bading (Klavierstimmer), Susanne Bormann (Steffi), Jannik Schümann (Mario), Alicia von Rittberg (Angie), Barbara Petzold (Maria Selin), Jean Parschel (Mitarbeiter Schütz), Christoph Krix (Andrés Nachbar), Kirsten Block (Friedl Schütz) und Irene Rindje (Friedls Schwester). mehr.
Inhalt
Sommer 1980. Barbara hat einen Ausreiseantrag gestellt. Sie ist Ärztin, nun wird sie strafversetzt, aus der Hauptstadt in ein kleines Krankenhaus tief in der Provinz, weitab von allem. Jörg, ihr Geliebter aus dem Westen, arbeitet an der Vorbereitung ihrer Flucht, die Ostsee ist eine Möglichkeit.
  Barbara wartet. Die neue Wohnung, die Nachbarn, der Sommer und das Land, all das berührt sie nicht mehr. Sie arbeitet in der Kinderchirurgie unter Leitung ihres neuen Chefs Andre, aufmerksam... gegenüber den Patienten, distanziert zu den Kollegen. Ihre Zukunft fängt später an.
  Andre verwirrt sie. Sein Vertrauen in ihre beruflichen Fähigkeiten, seine Fürsorge, sein Lächeln. Warum deckt er ihr Engagement für die junge Ausreißerin Stella? Ist er auf sie angesetzt? Ist er verliebt? Barbara beginnt die Kontrolle zu verlieren. Über sich, über ihre Pläne, über die Liebe. Der Tag ihrer geplanten Flucht steht kurz bevor.
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Trailer
Kritiken
Entscheidung unter Beobachtung. Sommer 1980, irgendwo in der brandenburgischen Provinz: die Ärztin Barbara (Nina Hoss) strandet in einem kleinen Ort, zwangsversetzt aus der Berliner Charité. Sie hatte einen Ausreiseantrag gestellt und muss nun die Konsequenzen tragen. Sie gibt sich verschlossen und unsozial den Kollegen gegenüber, als sie die Stelle in der örtlichen ... Kinderklinik antritt. Der Chefarzt André (Ronald Zehrfeld) versucht an sie heran zu treten, das Eis mit Freundlichkeit zu brechen. Doch Barbara weiß, dass alle, André eingeschlossen, bereits bestens über sie und ihre Vergangenheit informiert wurden.
  Zudem ist ihr Aufenthalt hier zeitlich begrenzt. Jörg, ihr Liebhaber aus dem Westen, bereitet ihre Flucht vor. So zählt sie die Tage bis sie dem verhassten Staat endlich den Rücken kehren kann und erträgt stoisch die herabwürdigenden Kontrollen durch die Stasibeamten. Ruhig halten, bloß nicht auffallen und sich niemandem anvertrauen, lautet ihr Mantra. Doch ist André vielleicht doch so offen und ehrlich, wie er sich gibt? Für Barbara stellt sich die Frage, ob sie alles hier wirklich hinter sich lassen kann mit der Gewissheit, nie wieder hierher zurückkehren zu können.
  Bereits in „Yella“ befasste sich Regisseur Christian Petzold mit der Situation in der ostdeutschen Region. Genau beobachtet schilderte er die Folgen der Wiedervereinigung, erzählte von zerplatzen Träumen und betrogenen Versprechen. Nun geht er einen Schritt weiter und tief hinein in die DDR-Geschichte. Zu Beginn der Achtziger ist der Arbeiter- und Bauernstaat noch in seiner Blütezeit. Doch im Einzelnen bilden sich Widerstände. Dabei schildert Petzold das Leben der Bürger unterschwellig und über ihre Gesichter. Eine misstrauische Nachbarin, ein melancholischer Blick, ein verbittertes, verhärtetes Antlitz – Petzold zeigt die Menschen hinter der Mauer und lässt ihre Schicksale aufleben, nicht aus dem Apparat heraus, wie in „Das Leben der Anderen“, sondern mitten drin in der alltäglichen sozialen Realität.
  Das allgegenwärtige Misstrauen verhindert tiefgehende Beziehungen zu Fremden. Die ständige Angst, dass jede Aussage ihre Folgen hat, macht unfrei und treibt viele in die Resignation vor dem Staat. Auf der anderen Seite zeigt Petzold mit der Figur des André aber auch einen humanitären Aspekt der Vergangenheit, einen Überzeugungstäter, der ungezwungen auch einem Stasi-Offizier hilft. Diese zwei unterschiedlichen Charaktere und Sichtweisen sorgen für ein Spannungsfeld in der Geschichte.
  Sie werden glaubwürdig dargestellt von Nina Hoss und Ronald Zehrfeld. Für Zehrfeld, der zuletzt in Dominik Grafs TV-Mehrteiler „Im Angesicht des Verbrechens“ glänzte, ist es die erste Zusammenarbeit mit Christian Petzold. Nina Hoss steht bereits zum fünften Mal für den Regisseur vor der Kamera. Sie ist auch hier das Zentrum der Ereignisse. Durch ihre Augen sehen wir die Realität. Barbara bleibt stets geheimnisvoll, in ihren Handlungen aber immer nachvollziehbar.
  Es ist erstaunlich wie gut dieses System „Petzold-Hoss“ funktioniert. Mit „Barbara“ haben sie ihre Zusammenarbeit perfektioniert und stehen ganz im Dienst der berührenden Story. Dafür und weil ihr Film ein Stück deutsch-deutscher Geschichte erzählt, das in die Filmhistorie verankert gehört, gab es den Regiepreis bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen in Berlin.
mehr. (4,25 Sterne/lt/16.3.12)
Nutzerkommentare
Republikflucht. Drei Gründe sprechen dafür, dass dieser Film eine Klasse für sich ist. Er trifft punktgenau die Atmosphäre in einem totalitären Staat. Und das bezieht sich nicht nur auf die frühere DDR, sondern kann generell gelten. Dann sehen wir mit Nina Hoss in der Titelrolle eine hervorragende Hauptdarstellerin. Getoppt wird das Ganze durch einen ... Schluss, der sowohl völlig unerwartet kommt, als auch ein Plädoyer für Opferbereitschaft bis zur Selbstverleugnung ist und damit einen ideell hochstehenden Wert beansprucht und über den eigenen Tellerrand der Vorteilssuche hinausgeht.
  Die Menschen sind extrem wortkarg, sehr zurückhaltend und verschlossen. Sie sind misstrauisch und selbst die Natur scheint feindlich zu sein. (stürmische Winde). Nach einer halben Stunde fällt das erste klärende Wort ‘Ausreiseantrag‘. Es folgen weitere Anspielungen bis der Zuschauer erkennt, es geht hier um das DDR-Thema Nummer 1 ‘Republikflucht‘.
  Abgeleitet von der zentralen Figur Barbara speist sich die Spannung aus mehreren Quellen: Kollege Reiser (Ronald Zehrfeld) zwischen Liebe und Stasimitarbeit?! Später terminliche Überschneidungen: Operationsassistenz oder Fluchtplan?! Dazu immer wieder die schikanösen Hausdurchsuchungen.
  Petzold beweist einmal mehr sein Talent mit der überraschenden Wende am Ende gefolgt vom schweigenden sich Gegenübersitzen von Barbara und Dr. Reiser. Man spürt was sie durchmachen… Zeitlos, spannend, wertvoll.
mehr. (3,5 Sterne/ZM/10.4.14)
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Empfehlung
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Bewertung
Action:2,38 Sterne(2)
Anspruch:3,97 Sterne(3)
Erotik:0,95 Sterne(2)
Humor:0,78 Sterne(2)
Spannung:3,57 Sterne(3)
Story:3,67 Sterne(3)
Film:4,13 Sterne(4)
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großartig besetzt
dicht inszeniert
spannend und berührend
Kontra
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Einzelbewertungen
Action:2
Anspruch:3
Erotik:2
Humor:2
Spannung:3
Story:3
Film:4
Summe aller Bewertungen:19
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