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Filme > 2014 > Der Richter - Recht oder Ehre
The Judge
Der Richter - Recht oder Ehre
 
Genre:Drama
Kinostart:16. Oktober 2014
Freigabe:ab 6 Jahren
Prädikat:besonders wertvoll
Länge:141 Minuten
Bildformat:Cinemascope
Verleih:Warner
Inhalt
Der Großstadtanwalt Hank Palmer (Robert Downey Jr.) kehrt in seine Heimatstadt zurück, weil sein Vater, der Richter des Ortes (Robert Duvall), einen Mord begangen haben soll. Hank will die Wahrheit herausfinden und nutzt den brisanten Anlass, um seine Familie wiederzusehen, mit der er schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte.
Trailer
Nutzerkommentare
Mehr als es aussieht! Der ebenso arrogante wie erfolgreiche Großstadt-Anwalt Hank Palmer (R.D. Jr.) wollte eigentlich nie mehr in sein Heimatstädtchen zurückkehren. Aber nun ist seine Mutter gestorben und für ihre Beerdigung macht er eine Ausnahme. Allerdings fällt der Kurzaufenthalt länger aus als gedacht, als sein Vater, der hier seit Beginn des späten ... Mittelalters der Dorf-Richter ist, wegen Mordes angeklagt wird.
  Eigentlich wäre es für Hank ein Leichtes seinen alten Herrn aus der Nummer rauszuhauen. Aber der will partout nicht, dass sein Sohn ihn verteidigt. Auch wenn er der beste Anwalt im Umkreis von 1000 Meilen ist. Denn dessen Methoden sind dem alten Richter dermaßen zu wider, dass er lieber das Risiko eingeht, wegen Totschlags, vielleicht sogar wegen Mordes verurteilt zu werden.
  Obwohl beide mit Liebe und Leidenschaft Juristen sind, unterscheiden sich ihre Lebens- und vor allem Berufseinstellungen grundlegend. Während der alte Mann Zeit seines Lebens Recht und Gesetz nach der guten alten Art vertreten hat, ist der Filius dem Lockruf des Geldes gefolgt und hat nie danach gefragt, ob seine Klienten unschuldig sind. Sondern nur, ob sie in der Lage sind seine horrenden Honorare zu zahlen. Aber nun sitzt Hanks Vater selber auf der Anklagebank, weil er jemanden mit seinem Wagen überfahren haben soll. Das Blöde ist nur; er kann sich an nichts erinnern.
  „Der Richter – Recht oder Ehre“ ist ein klassisches Drama, aus den alt bekannten Bauteilen, aus denen man halt solche Filme macht. Aber eines von den besseren. Und das aus zwei Gründen.
  Zum einen, weil diese Geschichte sehr geschickt mehrere Ebenen über-, unter- und nebeneinander packt und damit für eine sehr kompakte Story sorgt.
  Und zum anderen wegen der beiden Roberts. Dazu später mehr.
  Das ganze Handlungs-Konstrukt erinnert an eine Schichttorte (mit ganz viel Schichten), bei der jede Ebene für eine metaphorische Erzähl- oder Betrachtungsebene steht. Zum Beispiel den Vater-Sohn-Konflikt, den Stadt-Land-Kontrast, die verschiedenen Einstellungen zur inneren Aufrichtigkeit, die diversen Vorstellungen von der Biegsamkeit der Gesetzen, den unterschiedlichen Auslegungen zu den Themen Berufsethos und Verantwortung (u.a.).
  Stück für Stück wird diese Torte in den knapp zweieinhalb Stunden abgearbeitet. Wobei beeindruckend ist, dass in jedem noch so kleinen Teil diese Interpretationsebenen sämtlich vorhanden sind. Trotz dieser archetektonischen Glanzleistung gelingt es das Handlungsskelett nicht zu allzu offensichtlich werden zu lassen. Das liegt natürlich zum überwiegenden Teil an einem Schauspielerensemble, dass nicht nur in der ersten Reihe erstklassig besetzt ist.
  Vorne weg natürlich die Downey und Duvall. So ist Robert Duvall Darstellung des ehemals beinharten Richters, dem das Leben (mental wie auch physisch) so langsam zerbröselt, für mich ein würdiger Kandidat bei der nächsten Oscar-Vergabe – zumindest sollte eine Nominierung drin sein.
  Und Downey Jr. ist die Idealbesetzung für den arroganten, vom Geld korrumpierten Großstadt-Anwalt, der jeden (egal wo) raus boxt. Hauptsache die Knete stimmt. Die Rolle scheint eine persönliche Maßanfertigung für ihn zu sein (Ähnlich wie sein Iron-Man-Anzug). Denn er schafft es, wie es keinem anderen gelungen wäre, dem zynisch-arroganten Schweine-Anwalt ein paar charmante Schokoladenseiten zu verleihen. Denn dass ausgerechnet er der Sohn eines altehrwürdigen Dorfrichters ist, der sein ganzes Leben in den Dienst (s)einer idealisierten Vorstellung von Recht und Gesetz gestellt hat, sorgt für den zentralen Konflikt des Films. Der wiederum lässt sich sowohl auf einen klassischen Vater-Sohn-Konflikt runter brechen, ist aber auch als metaphorische Betrachtung der Gesellschaft geeignet - Einer Gesellschaft mit einem extrem flexiblen Moral-Begriff. (Jetzt der Griff an die eigene Nase!) Und das sind nur zwei der vielen Perspektiven, aus denen man diesen Film betrachten kann und die ihn so komplex machen.
  Auch wenn die Zutaten zu diesem Gesellschaftsdrama; eingebettet in ein Familiendrama, kombiniert mit einem Courtroom-Thriller, gewürzt mit einer Liebesgeschichte, alt (und) bekannt sind, so sind doch auch immer noch aktuell. Und mal ganz ehrlich, wenn ich in einem Restaurant ein Steak bestellte, sollte klar sein, was auf dem Teller erwarte. Und auch bei der Zubereitung brauche ich keine unnötigen Experimente. Und so ist es auch hier, wo handwerkliches Können (vor und hinter der Kamera) im Vordergrund stehen – weniger das filmische Experiment.
  MOV!E D!CK
mehr. (4 Sterne/PDi/17.10.14)
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Bewertung
Action:1,6 Sterne(1)
Anspruch:3,9 Sterne(1)
Erotik:1,45 Sterne(1)
Humor:1,55 Sterne(1)
Spannung:3,9 Sterne(1)
Story:3,95 Sterne(1)
Film:4,05 Sterne(1)
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Einzelbewertungen
Action:1
Anspruch:1
Erotik:1
Humor:1
Spannung:1
Story:1
Film:1
Summe aller Bewertungen:7
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