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Filme > 2015 > Steve Jobs
Steve Jobs
 
Genre:Biografie / Drama
Kinostart:12. November 2015
Kaufstart:24. März 2016
Freigabe:ab 6 Jahren
Prädikat:besonders wertvoll
Länge:123 Minuten
Bildformat:Cinemascope
Verleih:Universal
 
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Prädikatssiegel „besonders wertvoll“
FBW-Jurybegründung
Die fünfköpfige Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung begründet die Vergabe des Prädikats wie folgt:
  Vier Jahre ist es mittlerweile her, dass Steve Jobs, der Mitbegründer und Vordenker von Apple, gestorben ist. In der Zwischenzeit gab es zwei dokumentarische Versuche, dem Charisma und Genie des Computer-Visionärs auf die Spur zu kommen, doch so richtig wollte es bislang nicht klappen, die Aura von Jobs einzufangen. Danny Boyles Drama hingegen gelingt genau dies - eben weil es sich künstlerische Freiheiten herausnimmt, die manchen Apple-Jünger auf eine harte Probe stellen dürften. Denn Boyle ist weit weg von jeglicher Glorifizierung und erfasst die Ambivalenz der Persönlichkeit von Steve Jobs in kongenialer Weise.
  Das Mutige daran: Die gewählten Zeitpunkte der Erzählung sind zwar bedeutende Wegmarken in der Geschichte von Apple, doch das ist vor allem Insiderwissen. Hinweise auf bedeutende Produkte wie das iPhone oder den iPod findet man nicht bzw. nur in einer Szene, in der Jobs beiläufig erwähnt, dass er für seine Tochter ein Gerät erfinden werde, das es ihr ermögliche, 1000 Songs in der Tasche mit sich zu führen.
  Danny Boyle ist mit seinem Film ein ebenso komplexes wie dichtes Meisterwerk gelungen, das ähnlich wie David Finchers THE SOCIAL NETWORK viel mehr als nur die Biografie eines IT-Pioniers zeigt. Statt sklavisch den gesamten Lebensweg des Apple-Masterminds nachzuzeichnen, beschränkt sich der Film auf drei markanten Stationen, drei Episoden, die jeweils kurz vor einer wichtigen Präsentation stattfinden. In ihnen verdichtet Danny Boyle den Privatmenschen Steve Jobs mit dem Geschäftsmann, den Visionär mit dem rücksichtslosen Machtmenschen, das Genie mit dem skrupellosen Manipulator, den miserablen Familienvater mit dem Guru für seine Anhänger.
  Die geschlossenen, zeitlich wie räumlich eng begrenzten Szenarien erinnern teilweise in ihrer Dichte und Komplexität an die Situationen, in denen Inarritus BIRDMAN spielt. Und in der Tat gleichen die Vorbereitungen, bei denen wir Jobs beobachten, der angespannten Atmosphäre vor dem Auftritt eines Darstellers vor dem Publikum. Durch die Kürze der Zeit, die Jobs noch bleibt, und in der verschiedenste Probleme nach einer schnellen Lösung drängen, wird der Pegel der Spannung und Anspannung permanent auf hohem Niveau gehalten, der Druck überträgt sich förmlich auf den Zuschauer und lässt auch jenen Kinobesucher mitfiebern, der über die genaue technische und wirtschaftlichen Hintergründe Apples zu genau diesem Moment nur wenig bis nichts weiß.
  STEVE JOBS ist viel mehr als nur ein Biopic über ein ambivalentes Genie - er ist Psychodrama, großes Schauspieler-Kino, ein Feuerwerk der funkelnden inszenatorischen Einfälle, der brillanten Dialoge, der geschliffenen Duelle bestens aufgelegter Darsteller, die die Leinwand zum großen Theater werden lassen.
FBW-Pressetext
Die Verwandlung simpler Produktpräsentationen in kultig gefeierte Happenings: Niemandem ist das jemals so gut gelungen wie Steve Jobs. Der Apple-Mitbegründer, der auch nach seinem Tod noch von vielen Markenfans glühend verehrt wird, hatte Charisma, Begeisterungsfähigkeit und ein untrügliches Gespür für das, was der Markt gerade braucht. Doch Steve Jobs war auch ehrgeizig, egoman und machtbesessen. Nur wenige duldete er neben sich, nur wenige halbwegs kritische Stimmen ließ er überhaupt zu. Viele Biographien behandeln sein Leben, sein Wirken. Der Filmemacher Danny Boyle und der Drehbuchautor Aaron Sorkin wählen nun einen faszinierend neuen Ansatz. Ihr Film STEVE JOBS stellt drei Produktpräsentationen ins Zentrum der Geschichte und wirft dabei einen Blick hinter die Kulissen der Show. Immer beteiligt sind Jobs selbst, die treue und dennoch offen ehrliche Marketing-Chefin Joanna, der ehemalige Weggefährte Steve Wozniak, dazu Mitglieder des Technik-Teams und des Vorstands. Und auch ein Teil seines privaten Lebens holt Jobs immer wieder ein. Eine uneheliche Tochter, von Jobs nie wirklich anerkannt, spielt immer wieder eine wichtige Rolle. Denn sie ist der Beweis, dass das unfehlbare Genie Jobs menschlich alles andere als unfehlbar ist. Schauspielerisch bewegt sich der Film auf dem höchst möglichen Niveau. Kate Winslet, Seth Rogen und Jeff Daniels – sie füllen ihre Rollen als Schachfiguren im Universum des unangreifbaren Genies aus und tragen dazu bei, diese ikonische Figur auch menschlich greifbar zu machen. Und Michael Fassbender stellt Jobs mit beeindruckender physischer Präsenz als Besessenen dar, der die Vorbereitungen wie ein Dirigent im Orchestergraben antreibt und in den zwischenmenschlichen Konfrontationen fast schon meditativ ruhig den Raum beherrscht. Durch diese Intensität in Mimik und Gestik spielt Fassbender Steve Jobs nicht – er verkörpert ihn. Angetrieben werden die großartigen Darsteller von einem kongenialen Drehbuch von Aaron Sorkin. Mit einem irrwitzigen Tempo treibt Sorkin das Ensemble durch die Kulissen, die Dialoge folgen peitschend, treibend und pointiert aufeinander. Fast schon atemlos folgt man als Zuschauer den Worten, die einen von Raum zu Raum tragen und die von Boyle visuell perfekt in Szene gesetzt werden. Doch auch in den kammerspielartigen Momenten eröffnen die Dialoge tiefsitzende Konflikte und lassen hinter die Fassade dieses Getriebenen blicken. STEVE JOBS ist kein Biopic im eigentlichen Sinne. Und doch ist es ein eindrückliches, schlüssiges und erleuchtendes Porträt eines öffentlichen Mannes, der immer ein Geheimnis bleiben wollte. Ein beeindruckendes Meisterwerk der Inszenierung, der Drehbuch- und der Schauspielkunst.
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Bewertung
Action:1,77 Sterne(2)
Anspruch:3,38 Sterne(2)
Erotik:0,85 Sterne(1)
Humor:2,15 Sterne(2)
Spannung:3,25 Sterne(2)
Story:3,65 Sterne(2)
Film:3,95 Sterne(3)
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Einzelbewertungen
Action:2
Anspruch:2
Erotik:1
Humor:2
Spannung:2
Story:2
Film:3
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Filmstatistik
Die Nutzermeinung ist einig: Dieser Film sei überdurchschnittlich.
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