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Filme > 2017 > Die Verführten
The Beguiled
Die Verführten
 
Genre:Literaturverfilmung / Thriller
Kinostart:29. Juni 2017
Freigabe:ab 12 Jahren
Länge:93 Minuten
Verleih:Universal
Inhalt
Eine Mädchen­schule bietet im Jahr 1864 während des tobenden Bürger­kriegs eine sichere Zu­flucht vor den Schrecken der Außen­welt. Als in un­mittel­barer Nähe ein verletzter Soldat entdeckt und zur Pflege in die Schule gebracht wird, gerät das geregelte Leben der Frauen durch seine Anwesenheit aus den Fugen. Schon nach kurzer Zeit erliegen die Frauen dem Charme des Soldaten – Eifer­sucht und Intrigen vergiften zunehmend das Zusammen­leben. Es beginnt ein erotisch auf­geladenes Spiel mit un­erwarteten Wendungen, das Opfer auf beiden Seiten fordert.
weiterführende Informationen
Dieser Film ist ein Remake von Betrogen aus dem Jahr 1970.
Trailer
Nutzerkommentare
Mehr als einmal gut. Amerika, Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Bürgerkrieg tobt im ganzen Land. Einer der wenigen Orte ohne Kriegshandlungen ist ein Mädcheninternat irgendwo in den Südstaaten.
  Hier, wo jungen Damen Französisch, Tischsitten und vornehmes Benehmen lernen, geht alles Tag für Tag seinen geregelten Gang, bis eines der Mädchen beim Pilze sammeln ... vor dem Tor den schwer verwundeten Konföderierten-Corporal McBurney entdeckt.
  Auch wenn der Verletzte die Uniform des Feindes trägt, wird er erst mal reingebracht und versorgt.
  Als er nach ein paar Tagen wieder halbwegs hergestellt ist, kommt er sich vor wie im Paradies: Er liegt in einem weichen Bett, in einer Villa. Weit entfernt von der Front. Umgeben von bezaubernden Frauen in allen „Gewichtsklassen“.
  Doch Miss Martha, was die Internatsleiterin ist, macht ihm unmissverständlich klar, dass er hier aus reiner Nächstenliebe ist – nichts anderes.
  Dass hier alle Seiten versuchen die Form zu waren, ist reine Oberflächenkosmetik. Denn längst ist der schmucke Soldat zum Mittelpunkt des Geschehens geworden. Eine nach der anderen kann dem Charme des Fremden nicht widerstehen. Und der weiß, wie man diese Trumpfkarte ausspielt.
  Da Martha nicht die einzige ist, die Erwartungen und Wünsche auf McBurney projiziert, kommt es schon bald zu Eifersucht und Intrigen. Es beginnt ein erotisch aufgeladenes Spiel, dass eigentlich nicht gut gehen kann.
  Für wen und wie es endet, wird hier nicht verraten. Vielleicht nur soviel; es gibt so was wie ein „letztes Abendmahl“.
  „Die Verführten“ ist ein vielschichtiger Psycho-Thriller, in dem intelligent alle Fäden der Psychologie, Gruppendynamik und des Spiels von Erwartung und Enttäuschung gezogen werden. Und das alles auf kleinstem Raum. Fast ein Kammerspiel.
  Auch stilistisch hat Sophia Coppola eine beeindruckende Symbiose aus Atmosphäre und Bedeutung geschaffen. Während zum Beispiel die Bilder die schwül-warme Südstaaten-Bajou-Romantik beschwören, erinnert einen das permanente Donnern der Kanonen in der Ferne daran, dass die Welt jenseits des Mädchenpensionats tödlich ist. Zumindest so lange, bis man sich daran gewöhnt hat, wie an das Grollen eines Gewitter.
  Der Roman „The Beguiled“ von Thomas Cullinan wurde schon einmal verfilmt. Und zwar 1971 von Regie-Ikone Don Siegel mit einem fast noch jungen Clint Eastwood in der Rolle des verletzten Soldaten, die jetzt von Colin Farrell verkörpert wird. (Er macht's nicht schlecht.)
  Interessanterweise hieß damals der deutsche Titel „Betrogen“.
  Wobei „Beguiled“, was der Originaltitel beider Verfilmungen ist, auch wörtlich übersetzt sehr ambivalente Bedeutungen hat. Denn das Wort kann sowohl „betrogen“, getäuscht“ als auch „verzaubert, beeindruckt, überwältigt“ bedeuten. Und beides stimmt.
  Soweit meine Besprechung des offensichtlichen Teils von „Die Verführten“. Und jetzt: Achtung! Spoiler Alert!
  Denn unter der dramaturgischen Oberfläche dieses Südstaaten-Thrillers erwartet den Zuschauer eine weitere Ebene. Und die ist ein glashartes Statement zur aktuellen, weltweiten Immigrationssituation – gerne auch als „Flüchtlingskrise“ bezeichnet. Insofern liese sich Sophia Coppolas neuster Film – auf einer tieferen Bedeutungsebene - auch als Kommentar auf die globale Entwicklung, hin zur inhumanen, weil empathielosen Gesellschaft lesen.
  Wobei selbst das Bild der Flüchtlingskrise auch nur eine Metapher für die größeren Zusammenhänge ist. Aber so hat sie die Möglichkeit, anhand einer einzelnen Person das Subthema durch zu deklinieren.
  Also! Ein Deserteur bringt sich - schwer verletzt - aus der Schußline. Flieht also aus dem Krisengebiet, um an einen Ort des Friedens und des Wohlstands erst mit Argwohn beäugt, dann aus angeblichen humanitären Gründen aufgenommen zu werden, aber schon bald in Feindeshand abgeschoben werden soll. Doch die Exotik des Fremden verhindert dies vorläufig. Er wird auf Zeit geduldet und zur Projektionsfläche für Wünsche und Ängste, um dann zu guter Letzt als Sündenbock für das eigene Versagen und zur Wiederherstellung der „guten alten Zeit“ geopfert zu werden.
  Macht man sich also die Mühe, den Film nicht nur auf der Oberfläche – die wahrlich brillant durchkomponiert und erzählt wurde – zu sehen, wird einem auffallen, wie viele Details den Subtext bedienen. Eigentlich alle. Und das kann kein Zufall sein. Denn nichts an einem Film ist Zufall. Denn alles ist kreiert.
  So ist zum Beispiel der dramaturgische Klimax der Story, als auch der Subebene, ein bigottes Tischgebet, auf eine Mahlzeit, von der alle – bis auf einen – wissen, dass sie vergiftet ist. Der Fremdkörper wird eliminiert.
  Ich wiederhole noch mal. Es ist die Bitte um Gottes Segen für einen heimtückischen Mord. Nicht schlecht, oder?
  Es fällt nicht schwer, hier zu erkennen, dass die Regisseurin den Missbrauch von Gottes, Allahs und Mohammeds Namen anprangert. Wie gesagt, den Missbrauch. - Nicht den Namen.
  Unterm Strich: „Die Verführten“ hat deutlich mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.
  Aber das Beste wird sein – und das ist eine echte Empfehlung – Sie schauen sich „Die Verführten“ am besten selber an.
  MOV!E D!CK
mehr. (3,75 Sterne/PDi/2.7.17)
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Bewertung
Action:0,7 Sterne(1)
Anspruch:4,55 Sterne(1)
Erotik:1,25 Sterne(1)
Humor:0,25 Sterne(1)
Spannung:3,35 Sterne(1)
Story:4,65 Sterne(1)
Film:3,85 Sterne(1)
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Action:1
Anspruch:1
Erotik:1
Humor:1
Spannung:1
Story:1
Film:1
Summe aller Bewertungen:7
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