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Filme > 2017 > Teheran Tabu
Tehran Taboo
Teheran Tabu
 
Genre:Animation / Drama / Gesellschaft
Kinostart:16. November 2017
Freigabe:ab 16 Jahren
Länge:96 Minuten
Bildformat:Cinemascope
Verleih:Camino

Inhalt
Pari, Babak, Sara und Donya leben in der iranischen Haupt­stadt Teheran. Um den Lebens­unterhalt für sich und ihren fünf­jährigen Sohn Elias zu verdienen, arbeitet Pari als Prostituierte und verkauft ihren Körper an einen einfluss­reichen Richter, der ihr vermeintlich zu einem besseren Leben verhilft. Von einem schöneren Leben träumt auch ihre Nachbarin Sara, die ein gehorsames Haus­frauen­dasein unter ihrem Mann und seinen streng­gläubigen Eltern fristet, aber viel lieber wieder... arbeiten gehen würde. Der jungen Donya steht ein ähnliches Schicksal bevor. In wenigen Tagen wird sie heiraten. Trotz dem lässt sie sich auf eine Nacht mit dem jungen Musiker Babak ein und verlangt hinterher von ihm, für eine Operation zu zahlen, die ihre Jung­fräulichkeit wieder­herstellt. Nur wo soll der arme Student das Geld her­nehmen und wie die staatlichen Kontroll­organe umgehen? Vier Schicksale, die eng miteinander verflochten sind, vier Menschen, die alle auf ihre Weise unter den restriktiven Gesetzen des Gottes­staats zu leiden haben. Ausführlicher Inhalt. mehr.
Trailer
Kritiken
Vom Leben gezeichnet. Teheran - Stadt zwischen Tradition und Moderne. Auf der einen Seite ist ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung gut situiert, gebildet und wohlhabend. Auf der anderen Seite ist die Macht des Islam allgegenwärtig, das Patriarchat undurchdringbar, wenn man als Frau versucht in der Gesellschaft zurecht zu kommen - wie die Protagonistinnen ... von »Teheran Tabu«. Pari ernährt sich und ihren kleinen Sohn durch ihre Arbeit als Prostituierte, in einem Land, in den Sex tabuisiert und verfolgt wird. Ihre Nachbarin Sara sehnt sich danach, wieder arbeiten zu können, benötig dafür allerdings die Zustimmung ihres Mannes. Donya lässt sich auf einer Party mir Babak ein. Für die anstehende Hochzeit mit einem Anderen muss sie nun ihre Jungfräulichkeit wieder herstellen lassen. Babak soll dafür aufkommen - nur, woher soll der Student das Geld nehmen? Vier Schicksale, die der in Deutschland lebende, iranische Regisseur Ali Soozandeh in seinem Regiedebüt geschickt kreuzen lässt. Für die visuelle Umsetzung entschied er sich für das Rotoskopie-Verfahren, bei dem die Schauspieler vor dem Greenscreen gefilmt und dann zeichnerisch nachbearbeitet und in die Sets und Szenen hineingefügt wurden, wie es Ari Folman bereits meisterhaft mit seinem dokumentarischen Biopic »Waltz with Bashir« vormachte. Die künstlerische Entscheidung mit einer visuellen Überhöhung zu arbeiten, war auch eine pragmatische. Für Soozandeh war es unmöglich im hochkontrollierten Teheran zu drehen und die Versuche, seine Heimat in Ländern wie Marokko nachzustellen wirkten unecht. Also entschied er sich, die Stadtkulisse nachträglich in die Szenen zu zeichnen. Ein verblüffender Effekt im Zusammenspiel mit der Geräuschkulisse der Stadt. »Teheran Tabu« ist ein buntes Kaleidoskop düsterer Geschichten, das atemberaubend kunstvoll miteinander verwoben ist. mehr. (4 Sterne/lt/5.11.17)
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