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Filme > 2005 > Dear Wendy > Kritiken
Dear Wendy
Kinostart: 6.10.2005
ausgewählte Kritik
Von Verlierern, Helden und Märtyrern. In einer Bergarbeitersiedlung ist man schon Außenseiter, wenn man nicht im Bergwerk arbeiten will. Die Minengesellschaft gibt nicht nur Lohn, sondern auch Identität. Die haben die geborernen Verlierer nicht. Doch plötzlich entwickelt sich so etwas wie eine Selbsthilfegruppe. Ihr Geheimnis: Verborgen getragene Schusswaffen geben ihnen Selbstvertrauen und machen sie zu erfolgreicheren Menschen. Bis dahin ist die Geschichte noch recht liebenswürdig vorgetragen. Das intime Verhältnis gab dem Film sogar seinen Namen und ist brieflich auch die Einleitung des Films. Auch die Einkehr von Zwistigkeiten in die Gruppe ist verständlich dargestellt, fragwürdig ist allerdings, warum sie ausgerechnet durch die Infragestellung des Führungsanspruchs des Hauptdarstellers ausgelöst werden mussten. Jedenfalls führt sich das fort und gerät letztendlich völlig außer Kontrolle, als eine kleine todsichere Hilfestellung recht todbringend endet. Die kleinen Helden mutieren zu Märtyrern angesichts einer unglaublichen Übermacht, der sie sich plötzlich gegenüber sehen. Das Ganze ist jedoch moralisch derart fragwürdig, dass man sich wirklich fragen muss, was uns Lars von Trier und Thomas Vinterberg damit sagen wollten. Unter diesem für diesen Film sehr wesentlichen Gesichtspunkt floppt der Film voll und ganz. Und für eine Anprangerung amerikanischer Verhältnisse ist die Story wiederum nicht glaubwürdig genug. Damit müssten sich die Amerikaner wohl selbst auseinander setzen, wobei das mit Sicherheit keine Hollywood-Produktion sein würde. Eines ist der Film allemal: kontrovers. Das aber reicht auch gepaart mit technischer Perfektion nicht zu einem guten Film. (1,75 Sterne/gw/6.10.05)

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