Im Moment sind 12 Leute Online
Menü
Startseite
Partner
Redaktion
Nutzer
Forum
Filme
Kritiken
Mitwirkende
Kinostarts
Verleiher
Efter brylluppet
Nach der Hochzeit
Kinostart: 1.2.2007
ausgewählte Kritik
Dänendrama. Was für ein Kulturschock: aus dem schwülwarmen indischen Waisenhaus soll Jacob in seine Heimat Kopenhagen reisen. Aus der kargen Unterkunft kommt er ins Nobelhotel. Statt T-Shirt und Shorts sind nun Anzug und Krawatte angesagt. Sein Auftrag: er soll einen dänischen Geschäftsmann davon überzeugen, Geld in das von der Schließung bedrohte Kinderasyl zu investieren. Widerwillig unterwirft sich Jacob den Gesetzen der „zivilisierten Welt“ und trifft sich mit dem wohlhabenden Unternehmer Jørgen. Der scheint aber gar nicht an den Hintergründen der Arbeit in Indien interessiert zu sein und zeigt hingegen Interesse an Jacob selbst. Er lädt ihn zur Hochzeit seiner Tochter Anna ein, wo Jacob seine Jugendliebe Helene wieder trifft – als Ehefrau von Jørgen und Mutter der Braut. So langsam wird klar, dass Jacobs Auftauchen von dem Familienvater bis ins Detail geplant war. Er fühlt sich benutzt und will wieder zurück nach Asien, doch was hat Jørgen mit ihm vor?
  Wie keinem anderen Filmland gelingt es dem dänischen Kino immer wieder gefühlsbetont, aber nicht rührselig zu sein. Im Gegensatz zu Hollywood-Dramen gleitet die Geschichte nie in schwülstige Betroffenheitsheischerei ab. Das hat Susanne Biers („Open Hearts“) Film vor allem den exzellenten Darstellern zu verdanken. Besonders Mads Mikkelsen („Casino Royale“) in der Hauptrolle des kantigen Einzelgängers mit zwielichtiger Vergangenheit glänzt einmal mehr. Auch wenn es Vielschreiber Anders Thomas Jensen („Brothers“) mal wieder übertreibt mit der Vielzahl an schicksalhaften Verstrickungen, bleibt „Nach der Hochzeit“ bis zum unausweichlichen Ende packend. (4,5 Sterne/lt/31.1.07)

Version 1.8   –   Copyright by diekinokritiker.de   –   Impressum und Nutzungsbedingungen