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Filme > 2007 > Jagdhunde > Kritiken
Jagdhunde
Kinostart: 18.10.2007
ausgewählte Kritik
Eingefroren. Es ist kurz vor Heiligabend in einem kleinen Dorf in der Uckermark. Teenager Lars verabschiedet sich von seinem Vater, um die Feiertage bei seiner Mutter zu verbringen. Seine Eltern leben seit Kurzem getrennt, unfähig miteinander zu reden. Auf dem Weg zum Bahnhof läuft ihm die taubstumme Marie über den Weg. Ihre Lebenslust ist ansteckend und fasziniert Lars, so dass er schließlich wieder zum Haus seines Vaters zurückkehrt, um noch ein paar Tage zu bleiben. Dort begrüßt ihn allerdings Tante Jana im Bademantel und als dann auch noch seine Mutter mit einem wesentlich jüngeren Lover aufkreuzt, ist die Bescherung komplett.
  Die Welt der Erwachsenen steht still in Ann-Kristin Reyels’ Regiedebüt. Emotionen sind festgefahren, eingefroren in Sprachlosigkeit. Auch Maries Vater verharrt bewegungslos in der Trauer des Verlassenen und reagiert mit hilflosem Trotz, als seine Tochter flügge wird. Obwohl Marie nicht spricht, ist sie die einzige, die zu reden in der Lage ist. Sie ist es schließlich, die alle erwärmt und gemeinsam mit Lars aus ihrer Starre befreit.
  Es ist beeindruckend, wie es der jungen Regisseurin in ihrem Debütfilm gelingt, mit wenigen Mitteln Emotionen auf die Leinwand und unter das Publikum zu bringen. Alles, was ihr dabei zur Seite steht, ist eine wunderschöne Schneelandschaft, die die Bilder in blaues Licht hüllt, und ein erstklassiges Schauspielerensemble mit dem wie immer fantastischen Josef Hader und zwei überraschenden Jungdarstellern. Constantin von Jascheroff überzeugte bereits in „Falscher Bekenner“ und die 23jährige Luise Berndt meistert ihren schwierigen Erstauftritt mit Bravour. Es gibt Hoffnung für den deutschen Film. (4 Sterne/lt/31.10.07)

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