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Filme > 2007 > Abbitte > Kritiken
Atonement
Abbitte
Kinostart: 8.11.2007
ausgewählte Kritik
Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters. Im Sommer 1935 beobachtet die 13jährige Briony ihre Schwester Cecilia durch ein Fenster des Familienanwesends. Sie sieht, wie sie mit dem Bediensteten Robbie Turner redet, wie er ihr später eine mehr als eindeutige Botschaft zusteckt und schließlich unter ihm in der Bibliothek landet. Das einzelgängerische Mädchen mit einer lebendigen Phantasie fasst ihre eigene Schlussfolgerung, und als ihre minderjährige Freundin von einem Fremden sexuell belästigt wird, bezichtigt sie Robbie der Tat.
  Doch eigentlich war alles ganz anders. Durch Cecilias Augen betrachtet werden wir Zeuge einer unbeholfenen Anbandelung, eines Liebesgeständnisses und ihres leidenschaftlichen Ausbruchs. Doch bevor sie erblühen kann, landet der Geliebte im Gefängnis.
  Jahre vergehen und der Krieg zieht heran. Robbie kann zwischen Zelle und Schlachtfeld wählen und zieht die französische Front vor. Zuhause in England wartet Cecilia auf ihn und leistet ihren Beitrag als Krankenschwester. Briony hat derweil begriffen, dass sie einen unentschuldbaren Fehler begangen hat und will ihn wieder gut machen – sei es in der Realität oder in ihrer Fiktion.
  Es gibt sie noch, die großen Melodramen von Liebe und ihren Hindernissen. Der zeitgenössische britische Autor Ian McEwan (DER ZEMENTGARTEN) findet in Regisseur Joe Wright, der sich bereits in STOLZ UND VORURTEIL mit dem Landadel auseinandersetzte, einen kongenialen Partner. Wright schafft wahrhaft poetische Bilder, Stilleben, die nicht in ihrer Ausstattung ersticken, sondern in den Dialogen atmen und sich nachhaltig im Gedächtnis verankern. Die Musik schraubt sich derweil mit der Geschichte, deren komplexes Fädenknäuel von Wright meisterhaft zusammengehalten wird, in dramatische Höhen.
  Den bleibenden Eindruck erreicht er auch durch ein exzellentes Cast junger Darsteller. Keira Knightley beweist als laszive Schönheit mehr denn je, dass ihre Oscarnominierung kein glücklicher Zufall war. James McAvoy trägt die schwierige Hauptrolle mit Bravour und Romola Garai, verfügt wie zuletzt als Ozons ANGEL auch als Briony über eine allzu lebhafte Phantasie. Die Grande Dame Vanessa Redgrave hat das ergreifende Schlusswort. Ein in allen Belangen großartiger Film. (4,5 Sterne/lt/8.11.07)

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