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Mörderischer Frieden
Kinostart: 29.11.2007
ausgewählte Kritik
Schmierentheater im bosnischen Ferienlager. So sieht es also aus, wenn die Rekruten von KEIN BUND FÜRS LEBEN ihren ersten Auslandseinsatz verrichten. Hemdsärmelige Weicheier mit Waffe, die Betroffenheitsphrasen dreschen und im bosnischen Feriencamp machen, was sie wollen. Wenn dann mal einer erwischt wird, gibt’s einen Klaps auf den modisch fesch behaarten Hinterkopf und weiter geht’s.
  Da tun einem die Menschen im Kosovo gleich noch mehr leid. Im verregneten Sommer 1999 sind die jungen KFOR-Soldaten hier für die Ordnung zuständig. Serben und Kosovo-Albaner dezimieren sich abwechselnd gegenseitig und den Deutschen wird vorgeworfen, sich auf die Seite des jeweils Anderen zu schlagen. Da bedarf es schon einer kernigen Rede des Hauptmanns, um die Köpfe der Grünschnäbel zu recht zu rücken. Besonders als ein Scharfschütze eine Gruppe Serben unter Beschuss nimmt und sich der Gefreite Charly in den Kugelhagel begibt, um sich schützend auf eine blonde Serbin zu werfen. Der Rettungsversuch verläuft nicht ganz nach Plan und der Obergefreite Tom muss seinem Kumpel schließlich den Allerwertesten retten. Der Schütze, ein 12jähriger Junge, darf abdampfen, rennt aber genau in die Arme von Teske, dem einzigen mit Eiern in der Kompanie – was ihn selbstredend zum Fiesling des Films macht. Charly landet im selben Krankenhaus, wie die Gerettete und nimmt sie fortan ins Visier. Tom soll derweil ein Waffenlager ausfindig machen und hierzu den Kanonenknirps befragen, steht aber insgeheim auch auf Miss Sarajewo, was die beiden Freunde schließlich auseinander treibt.
  In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt, dachte sich scheinbar Regisseur und Autor Rudolf Schweiger, der bisher vornehmlich Dokumentarfilme realisierte. So füllt er sein jugendliches Kriegsdrama mit allerlei pathetischen Phrasen und einer unerträglichen Orchestrierung. Immerhin weiß man so als Zuschauer: wenn die Musik einsetzt, Hirn abschalten. Leider fiedelt man uns fast durchgängig die Ohren voll, so dass vom Kinobesuch wohl besser gleich abzuraten wäre.
  Schade um die beiden überzeugenden Hauptdarsteller und um ein Thema, dass im Kino noch immer unterrepräsentiert ist. Aber das Gegenteil von gut ist gut gemeint und daher sollte man uns und den Opfern solche Machwerke besser ersparen. (1 Sterne/lt/25.11.07)

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