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Obsluhoval jsem anglického krále
Ich habe den englischen König bedient
Kinostart: 21.8.2008
ausgewählte Kritik
Gewitzte Geschichtsstunde. Geschichte aus einem etwas anderen Blickwinkel: Jan Dite hat mit Politik nicht viel am Hut und lebt doch in einer politisch hochbrisanten Zeit, der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der quirlige Kerl möchte viel lieber Millionär werden und fängt dazu am unteren Ende der Karriereleiter an. Als Kellner bedient er sich nach oben, gewinnt das Vertrauen einflussreicher Gestalten und stolpert durch die Weltgeschichte. Das Schicksal meint es gut mit ihm, und so erhält er den Orden des äthiopischen Kaisers, verliebt sich in eine sudetendeutsche Frau, die jedoch Hitler mehr liebt als ihn, und darf in einem Lebensborn-Heim den arischen Frauen beim Nacktbaden zusehen.
  Ganz in der Tradition bolschewikischer Komödien wie „Der brave Soldat Schwejk“ erzählt der tschechische Altmeister Jirí Menzel die herrlich altmodischen, klugen und urkomischen Abenteuer eines Idealisten. Menzel, dessen Film „Lerchen am Faden“ zunächst verboten und Jahre später mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, war schon immer ein genialer Chronist der Geschichte. Gemeinsam mit seinem Landsmann, dem Autor Bohumil Hrabal, lässt er die jüngere europäische Historie Revue passieren und unterhält dabei glänzend. In der Hauptrolle kongenial mit Ivan Barnev besetzt, wechselt in einer Nebenrolle „Sophie Scholl“ Julia Jentsch die Seiten zur fanatischen Führerverehrerin. So stand sie 2006 erneut auf der Bühne der Berlinale, wo Menzels Film gleichermaßen zum Publikums- und Kritikerliebling avancierte. (4,25 Sterne/lt/20.8.08)

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