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Filme > 2009 > Salami Aleikum > Kritiken
Salami Aleikum
Kinostart: 23.7.2009
ausgewählte Kritik
Naher und ferner Osten. Culture-Clash ist ein beliebtes Thema geworden im deutschen Kino. Kein Wunder, nimmt doch zunehmend eine erfreulicherweise immer größer werdende Zahl von Regisseuren mit Migrantenhintergrund Platz auf dem Regiestuhl und sorgt für Farbe im grauen Sozialkino. Meist sind es Komödien, die die Eigenheiten der eigenen Herkunft und die Vorurteile der Einheimischen persiflieren. Diesen Weg geht auch „Salami Aleikum“.
  Die Hauptfigur Mohsen steht dabei sinnbildlich für die Misere vieler Einwandererkinder. Hilflos pendelt der junge Iraner zwischen seinem despotischen Vater und der eigenen Indentitätslosigkeit und fristet sein klägliches Dasein in Köln als alptraumgeplagter Jammerlappen, ein vegetarischer Schlachterjunge mit Strickfimmel. Als der Vater außer Gefecht gesetzt und der Betrieb von der Schließung bedroht ist, sieht er seine Chance gekommen. Er geht auf ein dubioses Angebot ein und setzt sich zur Schafsbeschaffung hinters Steuer Richtung Polen. In der ostdeutschen Provinz bleibt er liegen, verliebt sich und gibt den Arbeitslosen neuen Lebensmut. Doch seine Versprechungen kann er unmöglich halten und sein Vater ist ihm bereits auf den Fersen.
  Ähnlich wie „Kebab Connection“ ist „Salami Aleikum“ eine knallbunte, überbordende Kulturkomödie geworden. Dabei geht Ali Samadhi Ahadi, der nach seinem Erstling, der preisgekrönten Doku „Lost Children“, hier völlig andere Wege beschreitet, wesentlich direkter mit gängigen Klischees und Vorurteilen um. Das chargiert ab und zu an der Grenze des Erträglichen, wird aber durch die sympathisch-skurrilen Figuren und einer äußerst phantasievollen Bildgestaltung weitgehend wettgemacht. (2,75 Sterne/lt/20.7.09)

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