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Filme > 2010 > A Single Man > Kritiken
A Single Man
Kinostart: 8.4.2010
ausgewählte Kritik
Die Trauer im Blick. Heimlich, still und leise plant George seiner Existenz ein Ende zu bereiten. Zu verschwinden aus einem Leben, in dem ihn ohnehin niemand als das wahrnimmt, was er ist. George ist schwul und im prüden Amerika des Jahres 1962 wird das von der Gesellschaft schlicht nicht akzeptiert. Erst recht nicht bei einem respektierten Collegeprofessor. Vor acht Monaten ist sein Freund bei einem Autounfall ums Leben gekommen und dessen Eltern hielten es nach sechzehn Jahren, die er mit Jim zusammengelebt hat, nicht einmal für nötig, ihn über dessen Ableben zu informieren. George ist allein mit seiner Trauer und selbst seine beste Freundin Charley kann seinen Schmerz nicht teilen. So packt er die Handfeuerwaffe in die Schultasche, schreibt der Haushälterin einen Abschiedsbrief und legt seine stilvolle Kleidung ordentlich zu recht auf sein stilvolles Mobiliar in seiner stilvollen Wohnung. Zugegeben, man sieht dem Regiedebüt des Modedesigners Tom Ford dessen frühere Profession deutlich an. Die Ausstattung ist atemberaubend, die Figuren wirken darin aber nie wie plumpe Accessoires. Julianne Moore strahlt im Sixties-Chique als verbitterter Single beim Martinifrühstück eine laszive Schönheit aus, die ihre hundertfachen Sommersprossen mit übergroße Wimpern und tiefschwarzen Eyeliner kontrastiert. Die schauspielerische Leistung von Colin Firth wiederum ist ein Ereignis. Die Trauer und Verbitterung steht ihm in tiefen Furchen ins Gesicht geschrieben und kanalisiert sich in beißendem Zynismus. Süße Melancholie erfüllt die grobkörnigen Bilder der Erinnerung. Georges Blick hält uns noch lange in seinem Bann, wenn der Vorhang längst geschlossen ist. (4,5 Sterne/lt/8.4.10)

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