Im Moment sind 9 Leute Online
Menü
Startseite
Partner
Redaktion
Nutzer
Forum
Filme
Kritiken
Mitwirkende
Kinostarts
Verleiher
Filme > 2010 > Männer al dente > Kritiken
Mine vaganti
Männer al dente
Kinostart: 15.7.2010
ausgewählte Kritik
Bombenplatzen. Tommaso (Riccardo Scamarcio) möchte endlich reinen Tisch mit seiner Familie machen. Der junge Student ist soeben aus seinem Leben in Rom in das Anwesen seiner Eltern zurückgekehrt. Seit Generationen sind die Cantones erfolgreiche Nudelproduzenten und Oberhaupt Vinzenzo (Ennio Fantatichini) würde die beiden Söhne, Tommaso und seinen älteren Bruder Antonio (Allessandro Preziosi), am liebsten im Betrieb unter seinen Fittichen vereint sehen. Doch der Jüngere plant einen dreifachen Anschlag auf die Sippschaft: erstens hat er nie Wirtschaft, sondern Literatur studiert, veröffentlichte zweitens bereits seinen ersten Roman und liebt schließlich drittens Männer statt Frauen.
  Er vertraut sich Antonio an und der dreht den Spieß um: er selbst outet sich als homosexuell und befreit sich so von den familiären Fesseln. Allerdings zu einem hohen Preis. Er wird vom erzkonservativ-despotischen Vater verbannt, der kurz darauf einen Herzinfarkt erleidet. Tomaso bringt es nicht fertig, ihm einen weiteren Schlag zu verpassen. Er wird in das Unternehmen integriert und übernimmt widerwillig Antonios Nachfolge. Doch wie kommt er aus dieser Klemme nur wieder heraus?
  Ferzan Ozpetek („Hammam – Das türkische Bad“) ergründet auf entwaffnend ehrliche Weise die menschliche Natur. Man kann selbst die Reaktion des Vaters verstehen, ist er doch um das öffentliche Ansehen und die Aufrechterhaltung jahrhundertealter Tradition besorgt. Klassisch italienisch in der Inszenierung und sehr genau beobachtet gelingt „Männer al dente“ der Spagat zwischen leichtfüßiger Unterhaltung und existentiellem Familiendrama, das nur durch den übermäßigen Einsatz von Musik getrübt wird. (3,75 Sterne/lt/2.8.10)

Version 1.8   –   Copyright by diekinokritiker.de   –   Impressum und Nutzungsbedingungen