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Filme > 2010 > Somewhere > Kritiken
Somewhere
Kinostart: 11.11.2010
ausgewählte Kritik
Leeres Leben. Auf den ersten Blick scheint alles anders. Diese schwebende Leichtigkeit, die uns durch „Lost in Translation“ und „Virgin Suicides“ getragen hat, scheint zu fehlen. Die Musik, die in allen Filmen, bis hin zu „Marie Antoinette“ allgegenwärtig und immer stilsicher gewählt und arrangiert war, ist nahezu gänzlich abwesend. Aber „Somewhere“ ist doch ganz Coppola und mehr noch als ihre vorherigen Werke zutiefst persönlich geprägt.
  Im Kern steht eine Vater-Tochter-Beziehung, die noch in den Kinderschuhen steckt. Dabei ist Cleo (Elle Fanning, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“) diesen längst entwachsen. Mit ihren 11 Jahren wirkt sie bereits wie eine junge Dame. Kein Wunder, hat sie doch früh gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Ihre Eltern leben getrennt. Ihr Vater ist Johnny Marco (Stephen Dorff, „Public Enemies“), der gefeierte Actionfilmstar, von allen hofiert und beneidet.
  Doch der Playboy lebt in einer Scheinwelt aus schnellen Autos, flüchtigen Beziehungen und unpersönlichen Hotelzimmern. Als seine Ex-Frau für unbestimmte Zeit verreisen muss, landet Cleo bei ihm. Zwischen Fotoshootings, Promoterminen und Preisverleihungen kommen die beiden sich näher.
  Sofia Coppola macht keinen Hehl aus den biographischen Ansätzen ihrer Story. Als Tochter der Regielegende Francis Ford Coppola hat sie als Kind ähnliche Erfahrungen mit dem Ruhm ihres Vaters gemacht. Mittlerweile ist sie selbst eine arrivierte Filmemacherin. Nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig in diesem Jahr belegt dies.
  „Somewhere“ wirkt im Nachgang. Johnny lebt in einer großen Blase, in der wenig Spektakuläres passiert. Das irritiert vielleicht am Anfang. Wieder ist es die Atmosphäre, die gefangen nimmt. So reduziert sich auch die Handlung des Films ganz auf das Vater-Tochter-Gespann, hervorragend gespielt vom Posterboy Stephen Dorff und der sehr erwachsen wirkenden Elle Fanning. Sie stand bereits mit drei Jahren neben Sean Penn in „Ich bin Sam“ auf der Leinwand und fühlt sich in der Welt von Johnny und Cleo sichtlich zuhause. (4 Sterne/lt/17.11.10)

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