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The King's Speech
Kinostart: 17.2.2011
ausgewählte Kritik
Sprachlos. Großbritannien in den Dreißigern: in Europa braut sich ein Krieg zusammen und das Königreich benötigt einen starken Regenten, der in der Lage ist, das Volk hinter sich zu versammeln. Doch die Amtszeit George V. (Michael Gambon) neigt sich dem Ende zu und ein adäquater Thronfolger scheint nicht in Sicht.
  Währenddessen geht Lionel Logue (Geoffrey Rush) in einer kargen Londoner Praxis seiner Profession als Sprachtherapeut nach. Dabei pflegt er recht unkonventionelle Methoden. Der Australier lässt seine Patienten sportliche Verrenkungen vollziehen und dringt in langen Gesprächen tief in ihre Psyche ein. Als die unscheinbare Elizabeth (Helena Bonham Carter) mit einem Anliegen zu ihm kommt, ahnt er nicht, was ihn erwartet. Die junge Frau ist niemand Geringeres, als die Herzogin von York, ihr Mann (Colin Firth) legitimer Thronfolger des scheidenden Königs. Allerdings stottert er seit Kindheitsbeinen und ist damit ungeeignet für sein künftiges Amt.
  In die Rolle des Regenten geriet der Kronprinz ohnehin unfreiwillig. Eigentlich ist sein Bruder Edward (Guy Pearce) der Ältere und somit Nachfolger ihres herrschsüchtigen Vaters. Doch Edward hat es sich in den Kopf gesetzt, die Amerikanerin Wallis Simpson zu ehelichen, eine zweifach geschiedene Bürgerliche.
  So wird dem Jüngeren das Amt nahegelegt und er muss sich beugen. Vor allem aber muss er über seinen eigenen Schatten springen und seine verbale Schwäche überwinden. So kehrt der künftige Monarch bei Lionel ein. Der kennt keine Gnade, nennt ihn bei seinem Spitznamen Berty und nimmt ihn gründlich in die Mangel. So findet er Zugang zu dem verschlossene Mann.
  Mit einer Riege exzellenter Schauspieler, kunstvoll arrangierten Bildern und der richtig austarierten Mischung aus Drama und klugem Witz ist „The King’s Speech“ ein Glanzstück des britischen Kinos. Im Preisrennen führend mit sieben Golden Globe Nominierungen könnte Großbritannien damit auch bei den Oscars endlich wieder einen Erfolg abseits der Kostümkategorie verbuchen. Zu gönnen wäre es der cleveren Geschichtsstunde allemal. Verdient hätte den Goldjungen auch Colin Firth, der hier erneut durch sein zurückhaltendes Spiel glänzt. Nach „A Single Man“ und „Easy Virtue“ setzt der Charakterdarsteller, der kürzlich mit einem Stern auf dem Walk of Fame geehrt wurde, seinen kreativen Höhenflug fort. (4,25 Sterne/lt/24.2.11)

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