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Carnage
Der Gott des Gemetzels
Kinostart: 24.11.2011
ausgewählte Kritik
Verbales Gemetzel. Eigentlich war Roman Polanski bisher nicht primär als Sozialkritiker unterwegs, doch was er hier abgeliefert hat, ist erste Sahne. Die Theatervorlage von Yasmina Reza hat er kongenial umgesetzt. Eine bissige Gesellschaftssatire mit vier ganz hervorragenden Akteuren (Winslet, Foster, Waltz und Reilly).
  Ein eigentlich nichtiger Anlass führt zwei recht unterschiedliche Ehepaare zusammen, um eine Auseinandersetzung ihrer Buben zu bereinigen.
  Es wird sehr subtil geschildert, wie jeder der vier hinter der Fassade von gespielter Höflichkeit, aller größtem Verständnis für die Gegenseite und Selbstbehauptung der eigenen Position langsam hervorkriecht. Dabei kommen sowohl familieninterne Leichen, die seit Jahren im eigenen Keller vergraben sind, wieder zum Vorschein, als auch ganz persönliche Knacks. Die Männer, die noch mit den Idealfiguren von Ivanhoe und John Wayne aufgewachsen waren, verbünden sich vorübergehend und die Mädels revoltieren erst dagegen und dann gegen einander. Dabei ändert sich zwischendurch ständig das Niveau der verletzenden Argumentationen, variiert zwischen banalem Kleinkariertem und genereller Weltsicht. Handy und Handtasche, wichtige Accessoires unserer Zeit werden als Waffen in diesem totalen Krieg eingesetzt, bevor uns der Schluss ein Schmunzeln abnötigt. (4,5 Sterne/ZM/25.11.11)

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