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Clair de femme
Die Liebe einer Frau
ausgewählte Kritik
Schlimmer als der Tod. Es ist einer der deprimierendsten Filme, die ich kenne. Die Handlung entwickelt einen fatalen Sog mit einer Abwärtsspirale, dem man sich nicht entziehen kann. Es beginnt schon mit dem ins Deutsche unübersetzbaren Titel.
  Zwei Totunglückliche, Lydia und Michel (Romy Schneider und Yves Montand), die durch den Verlust geliebter Menschen in ihrem Leid erstarrt sind, treffen sich. Sie brauchen den Anderen anscheinend. ‘Er ist betrunken vor Unglück!‘ Zwischen ihnen besteht die Unmöglichkeit, aber die können sie teilen. Jeder sieht nur seinen eigenen Schmerz. Um sie herum gibt es ebenfalls genügend vom Leid deformierte Figuren. Lydia und Michel begeben sich auf eine nächtliche Erfahrungsreise und stellen fest, dass sich der eigene Schmerz verringert, sobald man vom Leid des Anderen erfährt. Dabei gibt es tausend Wege zum Unglücklichsein. Jeder hat seinen eigenen. In den Dialogen fallen Sätze wie in Stein gemeißelt. Michel sagt ‘Je mehr man gibt in der Liebe, desto mehr bleibt‘. Lydia antwortet ‘Diese Leidenschaft, mit der du eine Frau liebst, das ist zu viel für mich und später sagt Michel ‘Lächle, dann wird es heller!‘ (Titel!?).
  Oder Lydia ‘Ich liebe einen Mann, den ich nicht mehr liebe. Deshalb versuche ich ihn umso mehr zu leiben.‘
  Sprachverlust, Todesangst, Verlassenheitsschmerz, die Unerfüllbarkeit von Liebe. Ja geht’s noch?!
  Da tröstet nur ein kurzes Wiedersehen mit Roberto Benigni und der immer wieder unglaublichen Lila Kedrova.
  Gegen diese unheilbaren seelischen Qualen sind die üblichen Horrorstreifen Sandkastenspiele. (3,25 Sterne/ZM/1.6.12)

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