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Hiroshima, mon amour
Hiroshima mon amour
Kinostart: 1.1.1970
ausgewählte Kritik
Von Liebe und Tod. Jetzt nach dem Erfolg vom Haneke-Film ’Liebe‘ ist man neugierig geworden auf Emmanuelle Riva, die Schöne aus Resnais Erstlingswerk von 1959. Ein Film, der fast keine Handlung hat, eine Spanne von etwa 24 Stunden umfasst und der einen doch packt. Dabei wird er (Elji Okada) nicht müde ihr zu versichern, dass er sie liebt, was sie ja ebenfalls tut, aber darüber hinaus muss sie noch ihre erste Liebe aus dem 2. Weltkrieg mit einem Deutschen (Bernard Fresson) verarbeiten. Damals galt sie als Nazihure. Er wurde erschossen, sie geschoren. Und wenn es um die Liebe und den Tod geht, wo ist da auf der Welt ein geeigneterer Platz als der vom ersten Atombombenabwurf. Es ist ein Zweipersonenstück, aber für die Liebe braucht man nicht mehr. Und es geht auch um Abschied nehmen, ein kleiner Tod. Und es ist auch ein Abschied von der Liebe. Wenn die stirbt, wird man vernünftig. Verkündet uns das Drehbuch, das Marguerite Duras geschrieben hat. So lebt die Französin, um den verstorbenen Tag zu beweinen. Sie hat eine ‘zweifelhafte Moral‘, sagt sie. Das heißt sie hat ‘Zweifel an der Moral der Anderen‘. Das hervorstechendste Merkmal des Films – und damit hat er seinen Platz im Film-Olymp – sind aber die Nahaufnahmen der beiden Liebenden. Man sieht nur Hautfalten, Schatten, Umrisse, sonst nichts und doch alles. Und wir sehen eine ganz tolle, junge Emmanuelle Riva.
  Gedanklich außerordentlich, hervorragend formuliert, technisch versiert. Ein Klassiker. (3,5 Sterne/ZM/27.9.12)

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