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The Hobbit: An Unexpected Journey
Der Hobbit - Eine unerwartete Reise
Kinostart: 13.12.2012
ausgewählte Kritik
Reisedokumentation. Es richt nach Rip-Off, maximaler kommerzieller Ausbeutung und dennoch freuen wir uns in diesem Kinowinter auf nichts so sehr wie auf die Verfilmung der Vorgeschichte um den „Herrn der Ringe“. Wobei, die Ankündigung Peter Jacksons, der erneut als Regisseur und Produzent fungiert und gemeinsam mit seiner Frau Fran Walsh das Drehbuch adaptierte, er wolle auch den „Hobbit“ in drei Teilen auf die Leinwand bringen, macht doch ein wenig skeptisch. Immerhin ist die Vorlage gerade mal 300 Seiten schmal und als Kinderbuch konzipiert. Wie verträgt sich das mit einer Ausdehnung auf drei abendfüllende Filme, die voraussichtlich jeweils an der 3 Stundengrenze kratzen? Relativ gut. Zwar wird man vor allem beim zähen Auftakt das Gefühl nicht los, dass Jackson direkt den Extended Cut, anstatt einer kürzeren Kinoversion zeigen will und findet in den insgesamt 166 Minuten reichlich Füllmaterial, das durchaus der Schere zum Opfer hätte fallen dürfen. Aber die Action, die Tolkien bei seinem Frühwerk teilweise nur mit wenigen Worten beschrieb, wird zu Recht auf der ganzen Leinwand ausgebreitet und eindrucksvoll zelebriert.
  Das eigentliche Problem des "Hobbit" ist jedoch kein dramaturgisches, sondern ein rein technisches: warum Jackson darauf bestand, gerade das Tolkiensche Epos in der doppelt so hohen Auflösung in die Kinos zu bringen, bleibt schleierhaft. Gerade hier ist Glaubwürdigkeit doch alles und diese leidet massiv unter der ungewohnten Schärfe – Figuren zeichnen sich zu deutlich vom computergenerierten Hintergrund ab und die eindrucksvollen Spezialeffekte wirken wie die Zwischensequenzen moderner Computerspiele. Sicherlich kommt durch den Detailreichtum auch die Detailverliebtheit der Macher zur Geltung. Wenn jedoch der gewohnte Zauber des Kinos fehlt, wirkt "Der Hobbit" schlimmstenfalls wie eine Historiendokumentation auf Phoenix – billig und unglaubwürdig. Störend ist dies vor allem bei den Außenaufnahmen, die stets nach Filmsets aussehen.
  Auf der Habenseite steht wieder eine großartige Riege britischer Schauspieler: Martin Freeman und Benedict Cumberbatch, das dynamische Duo aus „Sherlock“, steht sich als Bilbo und Smaug (der in diesem ersten Teil nur einen kurzen Auftritt am Ende hat) gegenüber und es gibt ein Wiedersehen mit dem Cast der ersten Trilogie, darunter Elijah Wood und Ian Holm im Prolog, Cate Blanchett und Ian McKellen, Hugo Weaving und Christopher Lee.
  Die 3D-Technik vermag es durchaus, uns noch tiefer in die Welt von Mittelerde zu ziehen. Allerdings sollte man mit dem ebenfalls angebotenen traditionellen Bildformat von 24 Bildern pro Sekunde vorlieb nehmen. HFR (High Framerate) mag die Zukunft sein – für ein mittelalterliches Epos eignet sie sich eher nicht (4 Sterne/lt/12.12.12)

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