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Le Passé
Le Passé - Das Vergangene
Kinostart: 30.1.2014
ausgewählte Kritik
Die Vergangenheit lebt. Die Vergangenheit lebt und zieht ihre Kreise bis in die Gegenwart. Das verdeutlicht Regisseur Asghar Farhadi in seinem Dialog-Film. Marie (Bérénice Bejo) steht zwischen ihrem Ex Ahmad (Ali Mossafa), dessen Nachfolger Samir (Tahar Rahim) und drei Kindern.
  Scheibchenweise fließen wichtige Informationen ein, die das Zusammentreffen problematisieren und immer explosiver werden lassen: Samirs Frau liegt nach Suizid im Koma, mehrere Personen hätten ein Motiv, sie dazu getrieben zu haben, die Kinder lehnen Samir ab, sind bockig oder wollen am liebsten abhauen. Es geht hoch her im Haus von Marie. Ganz nebenbei wird sie auch noch von Ahmad offiziell geschieden.
  Aber manches wird doppelt erzählt und bei der Suche nach einem Schuldigen kann man schon mal den Überblick verlieren. Vielleicht hat der häufige Wechsel dieses Aspektes ja Methode. Trotz des relativ freundlichen Umgangs aller miteinander – außer Marie – werden oder wurden doch alle irgendwie schuldig, müssen versuchen über ihren Schatten zu springen – auch die Kinder. Und wie ein levantinischer Geschichtenerzähler unterhält uns Farhadi mit einer durchaus aktuellen Konstellation. Die Dialoge sind geistreich und werden von den Darstellern überzeugend rübergebracht. Das zentrale Dreieck lebt von der Explosivität Maries, der bedächtigen Ruhe von Ahmad und des trotz seiner schwierigen Position sympathischen Samir, der eigentlich zwischen allen Stühlen sitzt. Vielleicht deshalb gehört ihm die letzte Geste am Bett seiner Frau…
  Das ist intelligentes Kino, anstrengend und herausfordernd, aber auch ‘Food For Thought‘. (3,75 Sterne/ZM/27.3.14)

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