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Le fils de l'autre
Der Sohn der Anderen
Kinostart: 17.9.2015
ausgewählte Kritik
Schuld oder Schicksal. Wenn Babys in Kliniken vertauscht werden, ist das oft ein Drama. Wenn einer davon Joseph (Jules Sitruk) Jude ist und der andere Yacine (Mehdi Dehbi) ein Palästinenser, dann ist das eine Katastrophe. Mit sehr viel Feingefühl und großer Umsicht geht Regisseurin Lévy das Thema an. Sie versucht zunächst den Gefühlszustand beider Elternpaare darzustellen. Hier übernehmen die Mütter Orith Silberg und Leila Al Bezaaz den weitsichtigeren Part. Sie sind offener und flexibler, werden von absoluter gefühlsmäßiger Sicherheit gesteuert, während die Väter im nationalistischen Stolz eher verschlossen bockig reagieren. (Josephs Vater ist ein hoher Militär.) Beide bleiben stumm. Orith (Emmanuelle Devos) ist gebildet, zweisprachig und scheint zwischen beiden Söhnen keinen Unterschied zu machen. Sie bestärkt beide in ihrer Liebe und versucht sie für eine neue zu öffnen. Auch ihre Geschwister kommen zu Wort ‘Bist du noch mein Bruder?‘ Joseph fragt sich ‘Bin ich noch Jude?‘ Es geht um die eigene Identität. Neben den familiären Problemen geht es auch darum, wie Palästinenser Geld verdienen können. Da einigen sich Joseph und Yacine überraschend schnell. Ihre Freunde sind da eher skeptisch. Die Silbergs sind wohlhabend, Familie Al Bezaaz lebt in ärmlichen Verhältnissen. Auch ihre beiden kleinen Schwestern verstehen sich. Aber auch der Rabbi hat keine Patentlösung parat.
  Viel Zeit wird auf die ehelichen Streitereien aufgewendet. Hier stehen Untreue und Seitensprünge im Raum. Ebenso ausführlich wird der Reflexion über die eigene Befindlichkeit inszeniert. Am Ende geht es in Richtung Zukunft. Ein Fragezeichen bleibt aber, vielleicht ein hoffnungsvolles. Die Jugend ist auch hier die Zukunft. (3,5 Sterne/ZM/19.7.14)

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