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Filme > Tod in Venedig > Kritiken
Morte a Venezia
Tod in Venedig
ausgewählte Kritik
Todesmelodie. Dieser Klassiker von Visconti verlangt dem Zuschauer einiges ab. Zu einen weil in den 130 Minuten fast nichts passiert. Ein alter, kranker Komponist Gustav von Aschenbach (Dirk Bogarde in der Rolle seines Lebens) himmelt einen schönen Jüngling Tadzio (Björn Andrésen) an, und verzehrt sich schmachtend noch ihm, ohne je ein Wort an ihn gerichtet zu haben. Da laufen nur Blicknümmerchen. Und Venedig um 1900 ist der bilderbuchmäßige Hintergrund des Dramas. Selten wurde die Lagunenstadt in so morbide Bilder gefasst. Retrospektiven bringen etwas Abwechslung in den Schmachtfetzen. Wir sehen Aschenbachs Frau und Tochter und müssen feststellen, er war wohl ähnlich wie sein geistiger Vater Thomas Mann latent bisexuell. Und als illustre Rose am Wegesrand der Handlung glänzt Silvana Mangano als Tadzios Mutter rein optisch durch ihre Präsenz.
  Neben dieser sexuellen Interpretation kann man natürlich auch noch den latenten Gegensatz zwischen Alter und Jugend ins Feld führen, vor allem wenn man das titelgebende Ende bedenkt und Aschenbachs Versuch sich vom Barbier aufhübschen zu lassen. Eine dritte Komponente kommt noch hinzu und das ist die Musik von Gustav Mahler (3. Und 5. Symphonie). Sie unterstützt als Soundtrack fast unentwegt die wortkarge Handlung. Ein Gesamtkunstwerk, das man entweder mag oder nicht. Über dessen filmischen Wert es allerdings keine zwei Meinungen gibt. (2,75 Sterne/ZM/19.5.15)

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