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Filme > 2015 > Frank > Kritiken
Frank
Kinostart: 27.8.2015
ausgewählte Kritik
Witziger, irrer und stets überraschender Musikfilm. Jon Burroughs träumt von einer Karriere als Popstar. Aber Jon hat kein Talent. Frank hat Talent. Aber Frank hat auch einen überdimensionalen Pappmache-Kopf auf seinen Schultern. Immer. Als Jon in die Band Soronprfbs stolpert, weil der ehemalige Keyboarder gerade versucht hat, sich zu ertränken, kann er mit der exzentrischen Art seiner Kollegen zunächst nichts anfangen. Die gewalttätige Clara droht, ihn abzustechen, Don gesteht ihm seine Liebe zu Schaufensterpuppen und Baraque und Nana sprechen sowieso nur Französisch. Wenn sich jedoch die kreative Flamme entzündet, sind die fünf ein avantgardistischer Schmelztiegel mit einem genialen Frontmann und Gaga-Texten. Jon ist begeistert und will unbedingt Teil der Soronprfbs sein. Der Keyboarder residiert zwischenzeitlich in der geschlossenen Anstalt, also lädt Frank ihn ein, mit nach Irland zu reisen, um dort das erste Album aufzunehmen. In einem Landhaus mitten im pittoresken Nirgendwo führt er die Bandmitglieder mit seinem Perfektionismus an ihre Grenzen und zu ungeahnter Größe. Doch der neue Mann an den Tasten droht mit seinem Ego die Band auseinander zu reißen.
  Michael Fassbenders Kopf steckt in Franks, Maggie Gyllenhaal gibt die eiskalte Clara und Domhnall Gleeson macht sich als Jon zum Narren – man kann sich gut vorstellen, was die Schauspieler an dem Drehbuch des britischen Autorenduos Peter Straughan und Jon Ronson (»Männer, die auf Ziegen starren«) gereizt hat. Herausgekommen ist ein witziger, irrer und stets überraschender Musikfilm, der vor Ideenreichtum sprüht. Allerdings sind die Macken seiner Figuren nie Selbstzweck, sondern offenbaren Tiefe. Auch dafür brauchte es die hervorragende Besetzung. Als Lohn gab es zahlreiche Preise auf Filmfestivals weltweit. »Frank« hat das Zeug zum Kultfilm. Schön, dass der Independentfilm dank der Leipziger Weltkino nun auch bei uns zu sehen ist. (3,75 Sterne/lt/28.8.15)

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