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Filme > 2015 > Mr. Holmes > Kritiken
Mr. Holmes
Kinostart: 24.12.2015
ausgewählte Kritik
Sein letzter ungelöster Fall. Würde man versuchen die Geschichte linear nachzuerzählen, so täte ihr das einen ganz schönen Abbruch und außerdem den Charme des Aufdröselns der Handlung eliminieren, den man hat, wenn man sich den Film anschaut.
  Es werden mehrere Zeitebenen und Handlungsstränge miteinander intelligent verknüpft. Das verwirrt zwar, macht aber andererseits die Arbeitsweise der Titelfigur deutlich. Hier beherrscht Sir Ian McKellen die Szene. Sein faltenreiches Gesicht ist omnipräsent. Mal als klappriger vom Alter gezeichneter Detektiv, mal als forsch ausschreitender Beobachter, der seinen letzten Fall noch lösen muss. Indizien häufen sich. Eine geheimnisvolle Frau Kelmot (Hattie Morahan), ein Handschuh, eine Biene, ein Fläschchen mit Gift…
  Zurzeit lebt der alte Holmes mit Haushälterin Mrs. Munroe (Laura Linney) und Sohn Roger (Milo Parker). Mutter Munroe ist ungebildet, ihr Sohn blitzgescheit.
  Weil Holmes an Alzheimer leidet reist er nach Japan, um dort von Umezaki, einem Bewunderer, einen Ableger des Japanischen Pfeffers (Zanthoxylum piperitum) zu holen. Das hilft zwar nicht, aber es schadet auch nicht. Dafür bekommt die Figur des Umezaki noch eine weitere Funktion.
  Es ist ein Film über das Alter, die Einsamkeit und den Tod.
  Was das Alter angeht, so gibt es da die menschlich anrührende Freundschaft von Holmes mit Roger. Beim zweiten Phänomen kann Holmes nicht verhindern, dass es tragisch enden kann und beim dritten kann er sich nur in ein Totenritual aus Japan flüchten. Der Film erfordert volle Konzentration. Die subtile Darstellung der Charaktere ist beeindruckend, die vom Editor bestimmte Erzählweise außergewöhnlich. Ein seltener Glücksfall. Mehrfaches Anschauen lohnt sich. (3,75 Sterne/ZM/29.12.15)

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