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Cria cuervos
Züchte Raben
ausgewählte Kritik
Ana und der Tod. Der Titel dieser Parabel auf die spanische Gesellschaft in der späten Franco Ära geht auf ein Sprichwort zurück: ‘Züchte Raben, und sie werden dir die Augen aushacken‘. Und so morbide ist auch die Situation der kleinen Ana (Ana Torrent). Sie sieht, was sie eigentlich nicht sehen soll, und versucht ihre magischen Kräfte mittels Gift aus Zuckerdosen umzusetzen. Sie wird ohne ihr Zutun zum Waisenkind, beherrscht von Tante Paulina (Monica Randall). Die ist ebenso auf der Suche nach einem Liebhaber, wie vorher Anas Vater nach einer Geliebten z.B. Amelia (Mirta Miller), der Frau seines Freundes. Ein interessanter Auftakt: man sieht Ana im dunklen Treppenhaus und hört Geräusche. Die könnten vom Sex herrühren oder von einem Mord. Ana wird Halbwaise. In häufigen Retros erfahren wir vom Tod von Anas Mutter (Geraldine Chaplin in einer Doppelrolle). Ana macht den Vater mit seinen Weibergeschichten dafür verantwortlich. Ihre großen traurigen Augen prägen den Film.
  Ana ist nie ganz frei und bleibt Gefangene ihrer Träume, unterliegt einer strengen Zucht, beobachtet viele Dinge und ist ständig auf der Suche nach Zuwendung. Die erhält sie von der Hausgehilfin Rosa (Florinda Chico), die ihr auch ihre üppigen, mütterlichen Seiten ganz offen zeigen muss. Ihre leibliche Mutter verzehrt sich ebenfalls nach Liebe, versinkt aber in Frust und Todessehnsucht. Der Tod ist ein wichtiger Teil der spanischen Kunst und Kultur (siehe Stierkampf) und das Familienleben ist hier oft starr und unbeweglich, wie direkt aus der Zeit Philipps II. entlehnt. Eng verbunden mit dem Tod ist die Gefahr. Hier in Form einer Pistole eingeführt. Damit bedroht Ana ihre Tante, aber wie bei dem Gift, gibt es keine fatalen Folgen.
  Und als musikalisches Bonbon gibt’s den Song ‘Porque te vas‘, den Jeannette zum Hit gemacht hat, mit einer Stimme, die an France Gall erinnert. Selten gut. (3,5 Sterne/ZM/2.3.16)

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