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Filme > 2016 > Herbert > Kritiken
Schwergewicht
Herbert
Kinostart: 17.3.2016
ausgewählte Kritik
Beeindruckendes Spielfilmdebüt. Ein Berg aus Fleisch und Muskeln steht vor dem Spiegel im Bad, die Haare frisch rasiert, bereit für die Nacht. Einst war er der »Stolz von Leipzig« – geachtet und respektiert. Heute versucht Herbert mit Gelegenheitsjobs als Geldeintreiber oder Türsteher zu überleben. Nebenher trainiert er den talentierten Eddy. Mit ihm will er endlich die Erfolge feiern, die ihm damals verwehrt blieben. Doch dann macht sein Körper plötzlich nicht mehr mit. Zunächst beginnt seine Hand unmerklich zu zittern, dann krampft sich sein rechter Arm zusammen und schließlich auch sein Bein. Herbert liegt hilflos unter der Dusche. Der Gang zum Arzt ist unausweichlich, die Diagnose brutal: ALS – eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems mit tödlichem Verlauf. So steht es schwarz auf weiß vor seinen Augen. Doch Herbert will sich nicht aufgeben und sucht den Kontakt zu seiner Tochter. Sandra möchte nichts von ihm wissen und wendet sich ab. Aber als Boxer weiß Herbert einzustecken und dass es das Wichtigste ist, den Ring stehend zu verlassen.
  Auch wenn das Drehbuch nicht auf einer Geschichte von Clemens Meyer basiert wie es bei „Als wir träumten“ und Thomas Stubers mit dem Studentenoskar prämierten Kurzfilm „Von Hunden und Pferden“ der Fall war, ist „Herbert“ eine typische Story aus der Halbwelt von Meyers Romanen. Der ebenfalls aus Leipzig stammende Regisseur entwickelte sie gemeinsam mit Meyer. Ihr Heimvorteil äußert sich in den heruntergekommenen Handlungsorten und der authentischen Beschreibung des Milieus.
  Kraftvolles Zentrum des Films ist Peter Kurth, der Herbert eine eindrucksvolle Präsenz verleiht und dessen körperlichen Verfall überzeugend deutlich macht. „Herbert“ ist Boxfilm und Drama, ein Leipziger „The Wrestler“ und ein beeindruckendes Spielfilmdebüt von Thomas Stuber. (4 Sterne/lt/18.3.16)

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