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В ожидании моря
Waiting for the Sea
Kinostart: 11.12.2014
ausgewählte Kritik
Märchenhafte Parabel. Wenn man den Film vom Ende her aufdröselt, so mit dem Abspann ‘einen neuen Himmel und eine neue Erde‘ kann man meinen, es handelt sich hier um eine Legende angelehnt an die Offenbarung. Doch das greift zu kurz. Mir kommt der Film eher wie eine Parabel mit märchenhaften Zügen vor. Dann liegen auch die Einwände aus der rationalen Ecke daneben und man kann voll der Symbolik huldigen.
  Ein Mann, Marat (Egor Beroev) zieht einen Fischkutter durch die Wüste. Es ist sein Schicksal, das er wie jeder andere mit sich herumschleppt, und auch eine Idee, an die er glaubt. Da können ihn weder sein Freund Balthazar (Detlev Buck), der für die kulturelle Bewahrung der Vergangenheit steht, noch seine Schwägerin Tamara (Anastasia Mikulchina), die ihn unsterblich liebt, von seinem Weg abbringen. Es zieht Marat letztlich ins Reich der Toten auf der Suche nach seiner ertrunkenen Frau (vergleichbar mit Orpheus, der Eurydike suchte und in die Unterwelt hinabstieg). Hier passt das Ambiente besonders gut: eine baumlose Wüste, kahles Ödland, in dem niemand leben kann und wo noch das Faustrecht gilt. Es gibt außer durch Tamara noch andere Versuchungen, denen Marat widersteht. Tamaras Vater geht ihm voraus: er mauert sich in einem selbstgebauten Rund Haus ein. Und am Ende kommt das Meer wieder…
  Die Optik stimmt, die Umgebung beeindruckt, die Darsteller überzeugen Vor allem Detlev Buck bietet eine abstruse und äußerst komplexe Figur: ein verzweifelnder Freund, ein Ehemann mit Problemen und ein verschmähter Liebhaber. Eigentlich jemand, der zwischen allen Stühlen sitzt und so ganz nebenbei noch für leise Komik sorgt (‘Wer liebt, der schiebt‘). Recht unterhaltsam wegen seiner Andersartigkeit. (3 Sterne/ZM/23.4.16)

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