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Filme > Barry Lyndon > Kritiken
Barry Lyndon
ausgewählte Kritik
Aufstieg und Fall. Dieser Klasssiker ist Stanley Kubricks ästhetisch anspruchsvollster Film. Er schwelgt geradezu in optischen Leckerbissen wie Parks, Seenlandschaften, Brücken und Naturgärten, Putten und Statuen. Die überaus opulente Ausstattung und die verschwenderischen Kostüme schaffen ein in sich stimmiges Zeitbild des Rokkoko mit Atmo und einem sogar teils spannenden Plot, wie es die Romanvorlage von Thackery nicht besser hinbekommen hätte. Duelle werden zelebriert und eine Sitzbadewanne zu einem Universum. Die schönsten Schlösser der Zeit von innen und außen beleuchtet. Und alles stets mit viel Kerzenlicht und Weichzeichner.
  Die Erzählweise ist episch breit angelegt – man hat viel Zeit – in dieser abenteuerlichen Geschichte, die vom kometenhaften Aufstieg (1. Teil) und vom tiefen Fall (2. Teil) des irischen Adligen Redmond Barry handelt. Ryan O’Neal spielt den Helden mit einer Mischung aus unbefangenem Draufgängertum und standhafter Ahnungslosigkeit. Dabei sind die ersten Lehrstunden in Sachen Liebe bei Cousine Nora (Gay Hamilton) noch recht neckisch. Am Höhepunkt seiner Karriere mit Ehefrau Lady Lyndon (Marisa Berensen) muss er sich vieler Feinde wehren: Stiefsohn Lord Bullingdon (Leon Vitali), der Hofgeistliche seiner Frau (Murry Melvin) und eine große Anzahl Gläubiger. Zwei deutsche Darsteller dürfen hier kurz glänzen: Hardy Krüger als preußischer Offizier und Diana Körner als warmherziges Lieschen.
  Wie die Romanvorlage greifen Kapitelüberschiften der Handlung vor, und erzielen so einen Verfremdungseffekt. Historisch korrekt erleben wir in diversen Schlachten den Vorderlader und bei der Aufrechterhaltung der Disziplin den berühmt berüchtigten Spießrutenlauf. Am Ende ist wieder alles im Lot. Barry muss heftigst Lehrgeld zahlen und ist mit Mutter wieder in Irland. Grandioses Kino, schön wie der sterbende Schwan und dabei durchaus prall, wenn auch etwas angestaubt. (4 Sterne/ZM/25.4.16)

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