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Vivre sa vie
Die Geschichte der Nana S.
Kinostart: 20.9.2001
ausgewählte Kritik
Solo für Anna. Der Film erzählt in 12 Tableaus etwas über eine Frau und wie sie so lebt. (Originaltitel!). Das ist hier die Damalige von Regisseur Godard. Und so sehen wir sie (Anna Karina) fast ausschließlich und von allen Seiten, lange Zeit auch nur ihren Hinterkopf. Weil es sich hier um Tableaus handelt, sind die einzelnen Episoden auch ohne Zusammenhang, nur verbunden eben durch besagte Nana S.. Ein wild zusammengewürfeltes Sammelsurium, das in zweifacher Hinsicht überraschend enttäuscht. Wir sind zwar im Nuttenmilieu, aber wie sehen nichts von dem Geschäft. Und dann hören wir Dialoge mit taschenphilosophischem Ansatz über das ‘Sprechen‘, das ‘Denken‘, die ‘Verantwortung‘ (sic!) wirklich ein zentrales Thema der Göttinnen der Nacht und sogar über die ‘Liebe‘, aber nur als Erklärung der Philosophie von Leibnitz. Das hat uns immer schon mal interessiert. Dazu gibt es verstörende Dialoge, die abweisend kalt und überraschend unfertig sind und die Nana mit Leuten führt, die wir nicht kennen (u.a. mit dem Philosophen Brice Parain). Der Meister spielt hier mit den Erwartungen der Zuschauer und lässt Anna lange, langweilige Briefe schreiben, er streut Stummfilmszenen ein, während sich seine Angebetete fast zu Tode raucht.
  Es ist nichts als eine einzige Huldigung an Anna Karina, ohne dass diese ihr schauspielerisches Talent in die Waagschale legen muss.
  Allein wegen der Kameratechnik, dem Schnitt und der richtungsweisenden Diskrepanz von Bild und Dialog kann man sich den Film antun. Und der Zuschauer ist gefordert, sich den Inhalt selbst zusammenzureimen. Sonst staunt er nicht schlecht über Nana Tod auf der Straße. (0,75 Sterne/ZM/3.5.16)

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