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Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück
Kinostart: 18.8.2016
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Anders leben. Hippies, Kult, Sekte – die Gesellschaft stigmatisiert den Lebensstil der Familie Cash, nur weil sie nicht der Norm entspricht. Ben und seine Frau Leslie sind beide studierte Amerikaner mit gutbürgerlichem Background. Sie haben die Entscheidung bewusst getroffen, ihre Kinder fernab der Außenwelt in einer Hütte in den mächtigen Wäldern des pazifischen Nordwestens großzuziehen. Ben bringt ihnen das Überleben bei. Zum Geburtstag gibt es ein Jagdmesser für Jeden. Liebe und Verständnis gibt es immer. Doch dann steht Ben allein mit den sechs Kindern da und jedes Einzelne hat mit dem Verlust der Mutter und dem Erwachsenwerden auf ganz individuelle Art zu kämpfen. Ben muss einsehen, dass er sie nicht länger vor der Welt verstecken kann und so beginnt eine Reise zurück in die Gesellschaft, die von Absurditäten des menschlichen Verhaltens geprägt ist.
  Matt Ross schafft in seinem zweiten Langfilm ein eigenes Utopia, das jedoch zunehmend dem Untergang geweiht ist. Die Kindheit inmitten der Natur ist beneidenswert. Aber Ross verklärt nicht die damit verbundenen Probleme, die durch die Isolation und das nonkonforme Leben inmitten der amerikanischen Gesellschaft heraufbeschworen werden. Viggo Mortensen verkörpert das Familienoberhaupt mit beeindruckender Präsenz, sanftmütig und bis in letzter Konsequenz ehrlich. Aber auch kompromisslos, wenn es darum geht, für seine Familie und seine Ideale zu kämpfen. Ähnlich Sean Penns Adaption von Jon Krakauers „Into the Wild“ hinterfragt „Captain Fantastic“ das amerikanische Gesellschaftsmodell und stellt ihm eine vielleicht idealistische, aber nicht weniger realistische Lebensart entgegen. Matt Ross ist ein kluger, reflektierter Film gelungen, für den er in diesem Jahr den Prix Un Certain Regard in Cannes erhielt. (4,75 Sterne/lt/24.8.16)

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