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Filme > 1991 > Havanna > Kritiken
Havana
Havanna
Kinostart: 7.3.1991
ausgewählte Kritik
Selbstloser Verzicht. Ein schlichter Titel und ähnlich unspektakulär ist auch der Film von Sydney Pollack, von dem man immer ganz großes Kino erwartet. Hier ist er mal in die Gegenrichtung gedriftet. Eine große Liebe zwischen Jack einem Spieler (Robert Redford) und Roberta (Lena Olin) der Frau eines kubanischen Freiheitskämpfer gegen die Diktatur Batistas. Völlig selbstlos verzichtet Jack auf Roberta, wohl nicht aus moralischen Wertvorstellungen sondern aus menschlicher Größe heraus. Mal gefragt, ob er dieses oder jenes tun würde, antwortet er ‘Es wäre gegen meine Prinzipien, wenn ich welche hätte.‘ Der Film lebt von der Atmosphäre im Land kurz bevor Fidel Castro die Macht übernimmt. Es geschieht nicht viel Spektakuläres nur kurze Folterszenen, sekundenlange Bombardierungen und Verhaftungen. Dazu heiße Rhythmen und einem Score mit Fats Domino, Frank Sinatra und Bobby Darin.
  Die politische Situation hängt ähnlich in der Luft wie das Verhältnis zwischen den beiden Liebenden. So kommt auch keine Spannung auf, nur emotionale Reibung. Auch der Intellekt bleibt nicht außen vor. Jack und Roberta liefern sich auch ideologische Streitgespräche. Nur als es auf den Straßen hoch her geht, liegen sie im Bett. Hier haben die zwei Editors ganze Arbeit geleistet.
  Am Ende kommt die große Verzichtsszene mit bewegendem Abschied und einem Nachtrag, mit der Message, dass die Hoffnung bekanntlich ja zuletzt stirbt. Das ist heroische Selbstverleugnung, eine Fassette, die im Kino nicht besonders ankommt.
  Dank zweier großartiger Hauptdarsteller ist das Anschauen des Films aber keine Zeitverschwendung. (3 Sterne/ZM/3.9.16)

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