Im Moment sind 10 Leute Online
Menü
Startseite
Partner
Redaktion
Nutzer
Forum
Filme
Kritiken
Mitwirkende
Kinostarts
Verleiher
Filme > 2006 > Capote > Kritiken
Capote
Kinostart: 2.3.2006
ausgewählte Kritik
Begnadetes Ekel. Philip Seymour Hoffman† stellt die Titelfigur in ihrer ganzen Zwiespältigkeit großartig dar (Oscar!). Dass Truman Capote ein arroganter, intellektueller Alk war, der trotz Pieps Stimme auf sein soziales Umfeld heftig verbal einprügelte wird ebenso deutlich wie die Tatsache, dass er ein begnadeter Schriftsteller war. Mehrfach wird auf ‘Tiffany‘ hingewiesen. Hier recherchiert er für seinen Tatsachenroman ‘Kaltblütig‘, dessen grauenvoller Plot nur angedeutet wird. Und noch etwas wird hier klar: Capote hat sich nicht nur für die Handlung interessiert, sondern auch für die Täter. Jeder weiß, Capote war schwul. Als er die Story hat, lässt er in seiner Egozentrik den Mörder Perry (Clifton Collins jr.) fallen wie eine heiße Kartoffel – allerdings mit einer Träne im Knopfloch. Das macht ihn für manche nicht gerade liebenswerter. Bemerkenswert noch aus seinem Freundeskreis Harper Lee (Catherine Keener), die mit der ‘störenden Nachtigall‘ Weltruhm erlangte und die Einzige, die es an seiner Seite aushielt. Dem Rest der Promis merkt man an, dass sie sich in seinem Ruhm bloß sonnten, denn eines war Capote nie: langweilig.
  Es bleibt eine Dokumentation ohne Spannung. Selten war der ‘Titelheld‘ unsympathischer als hier. Doch Seymour-Hoffmans Darstellung dieses menschlichen Zwerges aber schriftstellerischen Riesens kann einen schon fesseln. (2,75 Sterne/ZM/17.11.16)

Version 1.8   –   Copyright by diekinokritiker.de   –   Impressum und Nutzungsbedingungen