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Clouds of Sils Maria
Die Wolken von Sils Maria
Kinostart: 18.12.2014
ausgewählte Kritik
Die Maloyaschlange. Das ist Arthouse pur, will sagen ein Film der schwierigen Art. Die alternde Diva Maria Enders (Juliette Binoche) diskutiert und probt mit ihrer Assistentin Valentine (Kristen Stewart) ein Stück, in dem sie vor Jahren die Hauptrolle spielte. Damals war sie die Jüngere, die die Ältere in den Selbstmord trieb, jetzt in einem Remake soll sie die Opferrolle übernehmen. Mein inhaltliches Wissen gründet sich auf die Tatsache, dass ich den Beipackzettel gelesen habe. ‘Sils Maria‘. Was für ein Titel.
  Ganz Ausgeschlafene werden eine Parallele zwischen der Fiktion des Stückes und der Realität der beiden Frauen erahnen. Die wunderschöne Bergkulisse mit einem titelgebenden Wetterphänomen verhindert den Tiefschlaf. Denn das Problem ist, dass das, worüber die Mädels reden, niemand versteht, was die proben, ist aus einem nebulösen Zusammenhang gerissen, den niemand blickt und sie über Leute plaudern, die keiner kennt: die offensichtlich vom Film sind. Daneben gibt es jede Menge Belanglosigkeiten mit massivem schon inflationärem Handy Einsatz, auffallend lautem Gelächter, das von Albernheiten erstickt wird. Oder sie machen auf Tiefenpsychologie ‘Da taucht sie kopfüber in die Doppelbödigkeit ihrer Figur ein‘. Klar! Noch Fragen? Zwischendurch gegen die Mädels ins Kino, ins Casino, begehen Fahrerflucht, gehen nackt baden und wandern in die Berge, um diese ominöse Nebelschlange zu sehen.
  Die Diva zickt rum am Rande einer lesbischen Beziehung zu Val, die vor dem überflüssigen Epilog spurlos und wortlos verschwindet. Man vermisst sie nicht. Es gibt eine neue Assistentin. Im Grunde merkt man, dass Diva Enders alles ‘ankotzt‘. Da kann ihr der Zuschauer bloß zustimmen.
  Mit Hanns Zischler und Angela Winkler umkreisen zwei deutsche Leinwandgrößen die alternde Diva in einer Filmsuppe ohne Salz und ganz ohne Pfeffer aber mit ganz großem Anspruch. K.V. (1,5 Sterne/ZM/22.12.16)

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