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Filme > 2017 > Dark Blood > Kritiken
Dark Blood
Kinostart: 13.7.2017
ausgewählte Kritik
Vermächtnis. Wann man über »Dark Blood« spricht, muss man über seine Entstehungsgeschichte reden. Der Niederländer George Sluizer (»Spurlos«) drehte ihn 1993 in Utah. Wenige Wochen bevor er vollendet werden konnte, starb sein Hauptdarsteller River Phoenix an einer Überdosis. 19 Jahre lag der Film unvollendet in der Schublade Sluizers. Als der Regisseur selbst schwer erkrankte, entschloss er sich, das Kapitel zu schließen. So erblickte »Dark Blood« im Februar 2013 doch noch das Licht der Leinwand im Rahmen der Berlinale. Nun, 23 Jahre nach jener tragischen Nacht des 31.10.1993, als Phoenix mit gerade mal 23 Jahren aus dem Leben schied, kommt der Film in unsere Kinos. Auch wenn der Wüsten-Thriller unvollendet bleibt und die Off-Kommentare von Sluizer, in denen er elementare, ungedrehte Szenen beschreibt, diese nicht ersetzen können, ist es doch richtig, dass »Dark Blood« in die Kinos kommt. Die spannende Dreiecksgeschichte am Rande eines Atomwaffentestgeländes ist hervorragend besetzt und Ed Lachman fing die karge Natur in eindrucksvollen Aufnahmen ein. Jonathan Pryce und Judy Davis spielen das Ehepaar Harry und Buffy, unterwegs auf ihrer »zweiten Hochzeitsreise«, als ihr Wagen zusammenbricht und sie bei dem seltsamen Einsiedler Boy stranden. River Phoenix verleiht ihm eine mysteriöse Aura. Die Trauer um seine Frau, die an den Folgen der radioaktiven Strahlung verstarb, und die Einsamkeit inmitten der Wüste ergeben einen gefährlichen Cocktail aus Wut und Paranoia. Phoenix deutete in seiner einzigen Rolle als Antagonist sein schauspielerisches Potential an. So legt sich eine zusätzliche Melancholie über den Film, betrachtet man die verbliebenen Szenen doch mit der Gewissheit, dass Phoenix es noch weit hätte schaffen können. »Dark Blood« ist in dieser Form kein kompletter Film, auch wenn sein Plot auserzählt wird. Er wäre auch vielleicht nach der Fertigstellung kein Meisterwerk geworden. Aber als Testament eines hoffnungsvollen, jungen Schauspielers ist er absolut sehenswert. (2,75 Sterne/lt/17.8.17)

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