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Filme > 2017 > Das grüne Gold > Kritiken
Dead Donkeys Fear No Hyenas
Das grüne Gold
Kinostart: 5.10.2017
ausgewählte Kritik
Stimme der Machtlosen. Alles begann am Flughafen Addis Abeba. Der schwedische Dokumentarfilmer Joakim Demmer beobachtete hier eines Nachts zufällig die Arbeiter auf der Rollbahn, wie sie Nahrungsmittel in ein Flugzeug nach Europa luden. Zur gleichen Zeit war ein anderes Team damit beschäftigt, Hilfslieferungen aus einem zweiten Flugzeug zu entladen. Während eines der ärmsten Länder der Welt nicht in der Lage zu sein scheint, das eigene Volk zu ernähren, wächst es gleichzeitig zu einer der größten Exportnationen für Nahrungsmittel heran. Diese Schizophrenie erschreckte Demmer und er begann zu recherchieren. Der Grund für das Ungleichgewicht ist die Politik des Machthabers Mulatu Teschome, der sein Land international wettbewerbsfähig machen will und massenweise Investoren nach Äthiopien holt. Agrarunternehmen wie die arabische Saudi Star nutzen die Subventionen der internationalen Institutionen wie der EU, DFID und der Weltbank, um günstig hunderttausende Hektar Land zu erwerben und urbar zu machen. Das heißt im Klartext, sie roden die Wälder eines der größten Nationalparks der Welt, dem Gambela Park an der Grenze zum Sudan, und siedeln die indigenen Völker um, damit sie ihre Anbauflächen ausweiten können. In der Hauptstadt trifft Demmer auf Argaw Ashine, einen einheimischen Journalisten, der an einem Artikel zu dieser Praxis arbeitet. Gemeinsam reisen sie nach Gambela, Ashine wird allerdings zunehmend unter Druck gesetzt und muss das Land verlassen. Demmer recherchiert alleine weiter, fest entschlossen, den Vertriebenen eine Stimme vor der New Yorker Weltbank zu verschaffen. Nach sechs turbulenten Jahren ist sein Film nun vollendet, die Geschichte aber noch lange nicht beendet. „Das grüne Gold“ macht wütend, fast ohnmächtig angesichts der Kette, deren Glied ein jeder von uns ist. Demmer zeigt auch Alternativen auf, doch sie scheinen zu verschwinden im internationalen Finanzgebaren. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass seine Botschaft Gehör findet. (4,25 Sterne/lt/21.10.17)

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