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Christian Berkel
Christian Berkel ist ein deutscher Schauspieler. Er wurde am 28. Oktober 1957 an einem Montag in Berlin geboren und ist 62 Jahre alt. Ebenfalls wichtig und interessant über ihn zu wissen: verheiratet mit Andrea Sawatzki.
Biografie
mini|Christian Berkel auf der [[Berlinale 2009]]
Christian Berkel (* 28. Oktober 1957 in West-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler.

Einem breiten Publikum wurde er im Jahr 2001 als Häftling Nr.&nbsp;38 in dem Kinofilm Das Experiment unter der Regie von Oliver Hirschbiegel und als SS-Arzt im oscarnominierten Kinofilm Der Untergang bekannt. Berkel war an nationalen und internationalen Produktionen als Filmschauspieler beteiligt.<ref>Das Erste: </ref>

Leben
Berkel, 1957 in Berlin-Tegel geboren, ist mütterlicherseits jüdischer Abstammung, aber katholisch getauft und erzogen.<ref name=b>[http://www.bild.de/unterhaltung/leute/christian-berkel/meine-mutter-war-juedin-mein-vater-bei-der-wehrmacht-30244408.bild.html Interview in: Bild vom 3. Mai 2013] abgerufen am 1. Mai 2014.</ref> Seine Mutter emigrierte 1938 nach Frankreich, ab 1945 weiter nach Argentinien. Seinen Vater konnte Berkels Mutter in der Zeit des Nationalsozialismus nicht heiraten. Während des Kriegs war dieser Stabsarzt bei der Wehrmacht. 1950 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück und heiratete. 1955 kehrte Berkels Mutter nach Deutschland zurück und fand Berkels Vater wieder, der sich scheiden ließ und Berkels Mutter heiratete.<ref name="b" /> Berkel ist der Enkel des Schriftstellers und Anarchisten Johannes Nohl, mütterlicherseits Großneffe des Pädagogen Hermann Nohl und der aus Polen stammenden französischen Modeschöpferin Lola Prusac (Prusak), die u.&nbsp;a. die Hèrmes-Schals erfand. Seine Jugend verbrachte Berkel teilweise in Frankreich.<ref name="b" /> Berkel lebt seit 1997 mit der Schauspielerin Andrea Sawatzki zusammen, im Dezember 2011 haben sie geheiratet.<ref>[https://www.welt.de/vermischtes/prominente/article13773491/Sawatzki-heiratet-Christian-Berkel-nach-14-Jahren.html Sawatzki heiratet Christian Berkel nach 14 Jahren]. In: Welt Online vom 18. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011</ref> Das Paar hat zwei gemeinsame Söhne (*&nbsp;1999 und *&nbsp;2002) und wohnt in Berlin.

Berkel ist gesellschaftlich stark engagiert. Unter anderem ist er Botschafter der Stiftung Deutschland rundet auf, welche sich gegen Kinderarmut engagiert,<ref>[http://www.deutschland-rundet-auf.de/organisation/prominente-botschafter/ Prominente Botschafter] Website der Stiftung</ref> bei der Amadeu Antonio Stiftung im Engagement gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus<ref>[http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/unterstuetzer/ Unterstützerinnen und Unterstützer] Website der Stiftung</ref> und beim ChildFund Deutschland, in welchem er zusammen mit seiner Frau zwölf Patenkinder begleitet.<ref> PDF-Dokument</ref>

Für den Ludwig-Börne-Preis 2017 war Berkel der, wie dort üblich, alleinige Preisrichter (Juror) und wählte als Preisträger Rüdiger Safranski aus, der sich seit Ende 2015 explizit gegen die deutsche Flüchtlingspolitik positioniert.

mini|Berkel auf der [[Internationale Filmfestspiele Berlin 2010|Berlinale 2010]]

Werk

Film und Fernsehen

Christian Berkel lebte als Jugendlicher seit seinem vierzehnten Lebensjahr in Paris. Seine erste entscheidende Begegnung mit dem Theater war dort die Arbeit von Marcel Marceau, dessen Pantomimen er zu Hause nachspielte.<ref> abgerufen am 24. Sept. 2011</ref> Bereits neben der Schule nahm er Schauspielunterricht bei Jean-Louis Barrault und Pierre Bertin. Danach machte er eine Ausbildung an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin.

Im Jahr 1977 besetzte ihn im Alter von 19 Jahren Ingmar Bergman für die Rolle des Studenten in Das Schlangenei. In der Tatortfolge Rot – rot – tot, dem Fall mit der höchsten Zuschauerzahl aller Tatorte, spielte Berkel 1978 den Sohn des Versicherungsmathematikers Konrad Pfandler (Curd Jürgens).<ref>[http://www.digitalfernsehen.de/Rot-rot-tot-Der-Rekord-Tatort-beim-SWR.75181.0.html digitalfernsehen.de: "Rot - rot - tot": Der Rekord-"Tatort" beim SWR], abgerufen am 27. Dezember 2011.</ref> Anschließend war er bis 1993 an renommierten deutschsprachigen Bühnen (Stadttheater Augsburg, Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspielhaus Bochum, Residenztheater München, Burgtheater Wien, Schillertheater Berlin) engagiert. Er arbeitete unter anderem mit Claus Peymann, Rudolf Noelte und Alexander Lang.

Im Jahr 1998 erhielt er für seine Rollenkreation des psychopathischen Familienvaters in der Tatortfolge Schwarzer Advent unter der Regie von Jobst Oetzmann den Goldenen Gong. In den folgenden Jahren spielte Berkel unter anderem in Dominik Grafs Deine besten Jahre, in Helmut Dietls Komödie Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief die Rolle des Bankiers Weich sowie in Dieter Wedels Mehrteilern Der König von St. Pauli und Die Affäre Semmeling.

Berkel drehte 2002 unter der Regie von Bertrand Tavernier das französische Kriegsdrama Laissez-Passer. Im Jahr 2004 spielte Berkel unter der Regie von Sherry Hormann in Männer wie wir einen schwulen Fußballer und im gleichen Jahr in Lautlos (Regie: Mennan Yapo) den Polizeipsychologen Lang. Für die Rolle des Arztes Prof. Dr. Schenck in dem für einen Oscar nominierten Film Der Untergang wurde er 2004 mit dem Bambi ausgezeichnet.

Im Jahr 2005 verkörperte Berkel unter der Regie von Paul Verhoeven die Figur des General Käutner in der international erfolgreichen Produktion Black Book an der Seite von Sebastian Koch und die Rolle des Leichenschauhausdirektors in der Hollywood-Produktion Flightplan – Ohne jede Spur mit Jodie Foster in der Titelrolle. Im Jahr 2006 sah man Berkel im Fernsehfilm Die Sturmflut (Regie: Jorgo Papavassiliou) in der Rolle des damaligen Innensenators Helmut Schmidt. Ebenfalls 2006 war Berkel Hauptdarsteller im Zweiteiler Helen, Fred und Ted als Eduard „Ted“ Fröhlich unter der Regie von Sherry Hormann. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin und Kollegin Andrea Sawatzki erhielt er hierfür im Folgejahr eine Nominierung für die Auszeichnung der Goldenen Kamera.

Im Jahr 2007 sah man ihn unter der Regie von Aleksandr Buravsky im Drama Leningrad in der Rolle des Vinkelmeyer. Im selben Jahr erhielt Christian Berkel zum zweiten Mal ein Angebot aus Hollywood: In der Kinoproduktion Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat, einem Thriller über das gescheiterte Hitler-Attentat von 1944 (mit Tom Cruise als Graf Stauffenberg), spielte er die Rolle des Albrecht Mertz von Quirnheim. Berkel gehörte als Wirt Eric zur Besetzung von Quentin Tarantinos Kinofilm Inglourious Basterds aus dem Jahr 2009. Im selben Jahr war er im Fernsehfilm Mogadischu erneut als Helmut Schmidt zu sehen, diesmal als Bundeskanzler während der Entführung des Flugzeugs „Landshut“. 2016 spielte er ein zweites Mal in einem Film von Paul Verhoeven, dem mehrfach ausgezeichneten französischen Thriller Elle, an der Seite von Isabelle Huppert eine Nebenrolle.

Berkel hatte viele Episodenrollen in Fernsehkrimi-Serien oder -Reihen wie Derrick, Der Alte, SOKO 5113 und Polizeiruf 110. In der ZDF-Serie Der Kriminalist spielt er seit 2006 die Hauptrolle des LKA-Hauptkommissars Bruno Schumann.

Hörbuch/Hörspiel/Synchronisation

Berkel ist ein gefragter Synchronsprecher für Animationsfilme und liest Hörbücher ein.

Für den Lesesaal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung las er aus dem Roman Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell.<ref> Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell</ref> Zum 125. Geburtstag des Malers Pablo Picasso las er für den Eichborn-Verlag Hajo Düchtings Picasso-Biografie. Zusammen mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Andrea Sawatzki nahm er die Hörbücher zu den beiden Romanen Gut gegen Nordwind, welches in Deutschland mit Gold im Hörbuch-Award ausgezeichnet wurde,<ref>[http://www.musikindustrie.de/gold_platin_datenbank/#topSearch Gold-/Platin-Datenbank des Bundesverbandes Musikindustrie, Abruf vom 30. Mai 2016]</ref> und Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer auf. 2009 schlüpfte Christian Berkel mit Andrea Sawatzki als Mrs. Fuchs in den Titelpart der Verfilmung Der fantastische Mr. Fox nach dem Kinderbuch Der fantastische Mr. Fox von Roald Dahl,<ref>[http://www.derwesten.de/kultur/film/Der-fantastische-Mr-Fox-id2974923.html Der Westen: „Der wunderbare Mr. Fox“ vom 12.&nbsp;Mai 2010]</ref> von dem er 2010 eine Hörbuchversion aufnahm. Er sprach 2013 die Hörbuchversion von Joanne K. Rowlings 2012 erschienenem Roman Ein plötzlicher Todesfall als vollständige Lesung auf 16 CDs (Hörverlag, Hamburg).<ref>[http://www.spiegel.de/kultur/literatur/ein-ploetzlicher-todesfall-roman-von-joanne-k-rowling-im-liveticker-a-858245.html Liveticker von Spiegel Online zur Buchveröffentlichung]</ref>

Filmografie
<div style="column-width: 20em">
 • 1977: Der Mädchenkrieg
 • 1977: Das Schlangenei
 • 1978: Der Alte (Fernsehserie, eine Folge)
 • 1978: Tatort: Rot – rot – tot (Fernsehreihe)
 • 1981: Frau Jenny Treibel (Fernsehfilm)
 • 1989: Der Bastard (Fernsehserie)
 • 1993: Ein unvergeßliches Wochenende… in Salzburg (Fernsehfilm)
 • 1983–1993: Derrick (Fernsehserie, zwei Folgen)
 • 1994: Mutter, ich will nicht sterben!
 • 1994: Ein Fall für zwei – Der wahre Reichtum
 • 1995: Das Schicksal der Lilian H. (Fernsehfilm)
 • 1995: Drei Frauen und (k)ein Mann (Fernsehfilm)
 • 1996: Lautlose Schritte (Fernsehfilm)
 • 1996: Der Mann ohne Schatten (Fernsehserie)
 • 1997: Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief
 • 1997: A.S. – Umarmung mit dem Tod (Fernsehfilm)
 • 1998: Tod auf Amrum (Fernsehfilm)
 • 1998: Der König von St. Pauli (Fernsehmehrteiler)
 • 1998: Tatort: Schwarzer Advent
 • 1999: Stille Nacht, Heilige Nacht (Fernsehfilm)
 • 1999: Sweet Little Sixteen (Fernsehfilm)
 • 1999: Polizeiruf 110: Kopfgeldjäger (Fernsehreihe)
 • 2000: Tatort: Bienzle und der Mann im Dunkeln
 • 2000: Blondine sucht Millionär fürs Leben (Fernsehfilm)
 • 2001: Das Experiment
 • 2002: Die Affäre Semmeling (Fernsehserie)
 • 2002: Der Unbestechliche (Fernsehfilm)
 • 2003: Erste Liebe (Fernsehfilm)
 • 2004: Bella Block: Das Gegenteil von Liebe
 • 2004: Lautlos
 • 2004: Der Untergang
 • 2004: Männer wie wir
 • 2004: Tatort: Teufel im Leib
 • 2005: Der Vater meiner Schwester (Fernsehfilm)
 • 2005: Tatort: Leerstand
 • 2005: Flightplan – Ohne jede Spur (Flightplan)
 • 2006: Der andere Junge (Fernsehfilm)
 • 2006: Die Sturmflut (Fernsehfilm)
 • 2006: Helen, Fred und Ted (Fernsehfilm)
 • 2006: Eine Frage des Gewissens (Fernsehfilm)
 • 2006: Black Book (Zwartboek)
 • seit 2006: Der Kriminalist (Fernsehserie)
 • 2007: Tage des Zorns (Flammen og Citronen)
 • 2007: Der letzte Zeuge (Fernsehserie, eine Folge)
 • 2008: Buffalo Soldiers ’44 – Das Wunder von St. Anna (Miracle at St. Anna)
 • 2008: Mogadischu
 • 2008: Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat (Valkyrie)
 • 2009: Inglourious Basterds
 • 2010: Der letzte Angestellte
 • 2011: Das dunkle Nest (Fernsehfilm)
 • 2011: Der Mann mit dem Fagott (Fernsehfilm)
 • 2013: Buddy
 • 2013: Totenengel
 • 2013: Ein starkes Team – Alte Wunden (Fernsehreihe)
 • 2014: Elly Beinhorn – Alleinflug (Fernsehfilm)
 • 2015: Traumfrauen
 • 2015: Anti-Social
 • 2015: Codename U.N.C.L.E. (The Man from U.N.C.L.E.)
 • 2015: Trumbo
 • 2016: Die Ermittler – Nur für den Dienstgebrauch
 • 2016: The Jungle Book (Stimme)
 • 2016: Ein gefährliches Angebot (Fernsehfilm)
 • 2016: Elle
 • 2017: Landgericht – Geschichte einer Familie
 • 2017: In Wahrheit: Mord am Engelsgraben
 • 2017: Guardians of Heritage – Hüter der Geschichte
 • 2018: Beat
 • 2018: Was uns nicht umbringt
</div>

Hörspiele

 • 1991: Edgar Hilsenrath: Das Märchen vom letzten Gedanken – Regie: Peter Groeger (Hörspiel – SFB/HR)
 • 1996: Alfred Marquart: Sherlock Holmes und die Whitechapel-Morde (Joe Barnett) – Regie: Patrick Blank (Hörspiel – SWF)
 • 2001: Matthias Scheliga: Schnecks Heimweg (Antoinette) – Regie: Barbara Plensat (Hörspiel – SFB/ORB)
 • 2001: Christa Ludwig: Pendelblut (Georg) – Regie: Andrea Getto (Hörspiel des Monats August 2001 – NDR)
 • 2005: Thomas Stiller: Stille Nacht – Heilige Nacht – Regie: Christoph Dietrich (Hörspiel – SWR)
 • 2015: Michel Houellebecq: Unterwerfung – Regie Wolfgang Stockmann (Der Audio Verlag)

Schriften

 • Die Kindheit in der Tasche. In: Beatrice Ottersbach (Hrsg.): Schauspielerbekenntnisse. UVK-Verlag, Konstanz 2007, ISBN 978-3-89669-685-4, S.&nbsp;20–31.
 • Unterwegs zu Proust. Erinnerungen an ein Lesen, das mein Leben verwandelte. In: Die Literarische Welt. 26. Oktober 2013, S.&nbsp;1, 5.
 • Der Apfelbaum, Roman. Ullstein, Berlin 2018, ISBN 978-3-550-08196-5 (auch als vom Autor gelesenes Hörbuch).

Auszeichnungen

 • 1998: Goldener Gong für die Darstellung im Tatort – Schwarzer Advent
 • 2004: Bambi für seine Rolle in Der Untergang
 • 2009: Goldene Kamera als Bester Schauspieler National für Mogadischu
 • 2009: Goldene Feder – Medienpreis der Bauer Verlagsgruppe

Einzelnachweise
<references />
Filmografie
Vor der Kamera
Buddy 2013 (Dr. Martin Küster)
Der letzte Angestellte 2011 (David Böttcher)
Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat 2009 (Oberst Mertz von Quirnheim)
Tage des Zorns 2008 (Hoffmann)
Black Book 2007 (General Käutner)
Männer wie wir 2004 (Rudolf)
Lautlos 2004 (Lang)
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