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John Malkovich
John Malkovich ist ein US-amerikanischer Schauspieler und Produzent. Er wurde am 9. Dezember 1953 an einem Mittwoch in Christopher, Illinois, als John Gavin Malkovich geboren und ist 65 Jahre alt.
Biografie
mini|John Malkovich im Januar 2015
John Gavin Malkovich (* 9. Dezember 1953 in Christopher, Franklin County, Illinois) ist ein US-amerikanischer Schauspieler und Filmproduzent.

Leben
mini|hochkant|John Malkovich, 2005
Malkovich studierte an der Illinois State University. 1976 wurde er von der Steppenwolf Theatre Company in Chicago eingestellt.

1983 zog Malkovich nach New York, wo er 1984 am Broadway neben Dustin Hoffman in dem Theaterstück Death of a Salesman auftrat. Für sein Kinodebüt als Mr. Will in Ein Platz im Herzen wurde er 1985 für den Oscar in der Kategorie Bester Nebendarsteller nominiert. 1984 hatte er auch eine Rolle in dem Film The Killing Fields – Schreiendes Land, für die ihm der Boston Society of Film Critics Award und der National Society of Film Critics Award verliehen wurde. Im Jahr 1985 drehte Volker Schlöndorff den Fernsehfilm Tod eines Handlungsreisenden nach dem o. g. Theaterstück, wiederum mit Hoffman in der Hauptrolle und Malkovich als Biff. Für diese Rolle erhielt Malkovich 1986 einen Emmy Award und wurde für den Golden Globe nominiert.

Malkovich ist einer der profiliertesten Darsteller komplexer, problematischer und abgründiger, oft auch hochintelligenter aber ebenso herablassender Charaktere. Das Spektrum der von ihm verkörperten Figuren ist dabei breit gefächert und reicht von sympathischen Schurken (Ripley’s Game) über gescheiterte Intellektuelle (Himmel über der Wüste), zynische Verhärmte (Der Mann mit der eisernen Maske) und gewissenlose Intriganten (Gefährliche Liebschaften) bis hin zu Charakteren, die das pure Böse darstellen (Con Air). In Con Air spielte er einen gefährlichen Irren und in Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter den bösen, tyrannischen König. In Mary Reilly und Shadow of the Vampire verkörperte er Wissenschaftler bzw. Künstler, die in ihrem unersättlichen Verlangen nach dem Absoluten auch vor einem Pakt mit dunklen und unkontrollierbaren Mächten nicht zurückschrecken. Eine andere Art von Vielschichtigkeit bewies Malkovich in dem Film Von Mäusen und Menschen mit der Darstellung eines arglosen und gutmütigen, in seiner überentwickelten Körperlichkeit jedoch gefährlichen Debilen. Eine Variation des Themas bietet Volker Schlöndorffs deutsch-französisch-britische Koproduktion Der Unhold, in dem Malkovich einen introvertierten, aber zutiefst guten Naiven spielt, der sich für Tiere und Kinder einsetzt, sich als Kriegsgefangener in Nazi-Deutschland jedoch dazu missbrauchen lässt, sein Einfühlungsvermögen in den Dienst der inhumanen nationalsozialistischen Sache zu stellen. Der Reiz und die Eindringlichkeit seiner Darstellung besteht in vielen Fällen in der Ambivalenz, die sich aus der emotionalen Verletzlichkeit seiner für die Umgebung tödlich gefährlichen Charaktere ergibt.

Sein Faible für Independent-Filme und sein Ruf als einer der interessantesten Schauspieler der USA führten dazu, dass ihm eigens eine Titelrolle gewidmet wurde: In Being John Malkovich (1999) spielt er sich selbst, während mehrere andere Personen versuchen, in sein Inneres und in sein Gehirn zu gelangen, nachdem jemand durch das Öffnen einer Geheimtür zufällig dort hineingeraten war und begeistert davon berichtet hat.

Malkovich unterstützt die Kriege der USA und die Todesstrafe; 1994 lud er nach der Hinrichtung von John Wayne Gacy zu einer Champagnerparty.<ref>[http://www.telegraph.co.uk/comment/personal-view/3592043/Right-for-the-part.html Right for the part] auf telegraph.co.uk</ref>

John Malkovich lebte viele Jahre in Frankreich und drehte dort auch Filme. Nach einem Streit mit den dortigen Behörden (es ging um Steuerzahlungen) zog er jedoch zurück in die USA, in die Nähe von Boston.<ref>VESTIVALplus: Das Magazin zu den 64. Ruhrfestspielen, Marl 2010, S. 4</ref>

Wirken in Deutschland
Malkovich tritt auch regelmäßig in Deutschland auf. Bei den Ruhrfestspielen 2010 spielte er in Recklinghausen die Hauptrolle in der musikalischen Theateradaptation „The Infernal Comedy – Confessions of a Serial Killer“, den Frauenmörder Jack Unterweger.<ref></ref> Im Jahr 2011 verkörperte er an gleicher Stelle den Schriftsteller Casanova in dem Musiktheaterprojekt The Giacomo Variations.<ref>[http://www.derwesten.de/kultur/John-Malkovich-als-Casanova-bei-den-Ruhrfestspielen-id4605121.html John Malkovich als Casanova bei den Ruhrfestspielen] in Der Westen am 2. Mai 2011, aufgerufen am 5. Mai 2011</ref>

Im März 2017 fand in der Hamburger Elbphilharmonie die Weltpremiere einer „szenischen Produktion in englischer Sprache“<ref></ref> mit Malkovich in der Hauptrolle als größenwahnsinniger Diktator statt: „Just Call Me God – A Dictator's Final Speech“.<ref></ref> Anschließend ging die Produktion auf internationale Tournee.<ref></ref>

Deutsche Synchronstimme
In deutschen Fassungen von Filmen mit Malkovich wird er überwiegend von Joachim Tennstedt synchronisiert.

Filmografie
Schauspieler

Regisseur
 • 2002: Hideous Man (Kurzfilm, auch Drehbuch)
 • 2002: Der Obrist und die Tänzerin (The Dancer Upstairs)
 • 2015: A Postcard from Istanbul (Kurzfilm, auch Drehbuch)

Produzent
 • 2000: Ghost World
 • 2001: The Loner
 • 2002: Der Obrist und die Tänzerin (The Dancer Upstairs)
 • 2003: Kill the Poor
 • 2004: The Libertine
 • 2007: Juno
 • 2012: Vielleicht lieber morgen (The Perks of Being a Wallflower)

Filme über John Malkovich
 • Flipping Uncle Kimono. Dokumentarfilm von Howard Brull, Kanada 2005
 • Hollywood Profile – John Malkovich. Dokumentarfilmporträt von Georg Stefan Troller. Hrsg. kickfilm.de<ref> , kickfilm.de</ref>
 • Being John Malkovich. Filmkomödie von Spike Jonze, USA 1999

Interviews
 • Gero von Boehm: John Malkovich, 28. Februar 2006. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, ISBN 978-3-89910-443-1, S. 488–497.

Auszeichnungen
 • 1984: NBR Award für Places in the Heart
 • 1985: NSFC Award für Places in the Heart
 • 1985: BSFC Award für Killing Fields
 • 1985: KCFCC Award für Places in the Heart
 • 1986: Emmy für seine Rolle in Tod eines Handlungsreisenden
 • 1990: Sant Jordi für Dangerous Liaisons
 • 1993: Cognac Festival du Film Policier für Jennifer Eight
 • 1999: NYFCC Award für Being John Malkovich
 • 2000: American Comedy Award für Being John Malkovich
 • 2001: Special Award
 • 2005: DIVA-Award in der Kategorie World Award (Hall of Fame)
 • 2008: Christopher Award für Juno
 • 2008: Independent Spirit Award für Juno
 • 2011: CineMerit Award des Filmfest München für Verdienste um die Filmkunst

Nominierungen
 • 1985: Oscar in der Kategorie bester Nebendarsteller für Ein Platz im Herzen
 • 1986: Golden Globe für Tod eines Handlungsreisenden
 • 1992: Independent Spirit Award für Queens Logic
 • 1994: Oscar in der Kategorie bester Nebendarsteller für In the Line of Fire
 • 1994: Saturn Award für In the Line of Fire
 • 1994: British Academy Film Award für In the Line of Fire
 • 1994: Golden Globe für In the Line of Fire
 • 1994: MTV Movie Award für In the Line of Fire
 • 1995: Golden Globe für Heart of Darkness
 • 1995: Screen Actors Guild Awards für Heart of Darkness
 • 2000: OFCS Award für Being John Malkovich
 • 2000: Screen Actors Guild Awards für Being John Malkovich
 • 2000: CFCA Award für Being John Malkovich
 • 2000: Sierra Award für Being John Malkovich
 • 2000: Chlotrudis Award für Being John Malkovich
 • 2000: Emmy für RKO 281
 • 2003: Emmy für Napoleon

Einzelnachweise
<references/>
Filmografie
Hinter der Kamera
Vielleicht lieber morgen 2012 (Produktion)
Juno 2008 (Produktion)
Vor der Kamera
R.E.D. 2 2013 (Marvin Gobbs)
Warm Bodies 2013 (General Grigio)
Transformers 3 2011 (Bruce Brazos)
Schande 2009 (David Lurie)
Der fremde Sohn 2009 (Rev. Gustav Briegleb)
Klimt 2006 (Gustav Klimt)
Per Anhalter durch die Galaxis 2005 (Humma Kavula)
Der Unhold 1996 (Abel)
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