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Dany Boon
Dany Boon ist ein französischer Komiker, Schauspieler und Regisseur. Er wurde am 26. Juni 1966 an einem Sonntag in Armentières, Département Nord, als Daniel Hamidou geboren und ist 53 Jahre alt.
Biografie
mini|Dany Boon, 2015
Dany Boon (* 26. Juni 1966 als Daniel Hamidou in ArmentiÚres, Département Nord, Frankreich) ist ein französischer Komiker, Schauspieler und Regisseur.

Leben
Sein Vater kommt aus der Kabylei und ist algerischer Abstammung<ref name="diepresse.com"></ref>. Er war Boxer und Lkw-Fahrer.<ref name="diepresse.com"/> Seine Mutter kommt aus Nordfrankreich, war Putzfrau und arbeitete an der Tankstelle ihrer Eltern.<ref name="trier">Interview: [http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/kultur/Kultur-in-der-Region-Grenzenlos-komisch;art764,2858384 Grenzenlos komisch.] In: Trierischer Volksfreund, 27. Juli 2011.</ref> Boon hat zwei BrĂŒder. Sein KĂŒnstlername basiert auf der Zeichentrick-Figur Daniel Boone.<ref>Daniel Boone war ein amerikanischer Trapper und Held einer Zeichentrickserie, die in den 1970er Jahren wöchentlich nachmittags im französischen Fernsehen lief.</ref>

Mit der Schauspielerin Sophie Hermelin hat Boon den 1997 geborenen Sohn Mehdi. Von 1998 bis 2002 war er mit der Schauspielerin und Schriftstellerin Judith GodrĂšche verheiratet, aus der Ehe stammt der 1999 geborene Sohn NoĂ©. Boon wurde katholisch erzogen und war in seiner Kindheit Ministrant.<ref name="diepresse.com"/> 2002 konvertierte er auf Wunsch seiner zukĂŒnftigen Frau zum Judentum.<ref name="diepresse.com"/> Im Dezember 2003 heiratete er das damals 22-jĂ€hrige Model YaĂ«l Harris.<ref>Patrick Besson: [http://www.lefigaro.fr/lefigaromagazine/2008/04/05/01006-20080405ARTFIG00521-dany-roots.php Dany roots.] In: Le Figaro Magazine, 5. April 2008.</ref> Er wohnt mit ihr und den drei gemeinsamen Kindern Eytan, Èlia und Sarah in London.<ref>[http://www.tagesspiegel.de/kultur/dany-boon-ueber-rechtsextremismus-in-frankreich-die-stimmung-ist-schnauze-voll/13315052.html Dany Boon ĂŒber Rechtsextremismus in Frankreich] in: Der Tagesspiegel online vom 13. MĂ€rz 2016, abgerufen am 14. MĂ€rz 2016</ref>

Karriere
mini|Dany Boon bei den Dreharbeiten zu Willkommen bei den Sch'tis, Juni 2007
Er begann seine Karriere als Komiker 1989 in Paris mit Vorstellungen, die er auf der Straße oder in Kleintheatern vor nur wenig Publikum gab, wĂ€hrend er hauptberuflich noch als Zeichner in einem Trickfilmstudio arbeitete. Ab 1992 war er jedoch regelmĂ€ĂŸig mit seinen Sketchen und Kabarettprogrammen im französischen Fernsehen zu sehen und ĂŒbernahm ab 1994 auch zahlreiche Filmrollen. So sah man ihn unter anderem in international renommierten Produktionen wie in dem fĂŒr den Oscar nominierten Film Merry Christmas oder dem vielfach ausgezeichneten Streifen Mein bester Freund. Der einflussreiche Filmproduzent und erfolgreiche Talentsucher Claude Berri entdeckte Boon bei einer TheaterauffĂŒhrung, fand Gefallen an ihm und förderte ihn finanziell bei dessen Kinofilm Trautes Heim, GlĂŒck allein (2006). Nach diesem Erfolg mit einer Million Besuchern unterstĂŒtzten ihn Berri und dessen GeschĂ€ftspartner JĂ©rĂŽme Seydoux sofort mit dem nĂ€chsten Filmprojekt, Willkommen bei den Sch’tis.<ref>Romain Gubert: [http://www.lepoint.fr/societe/bagarre-pour-dany-boon-03-03-2011-1302086_23.php Bagarre pour Dany Boon.] In: Le Point, 3. MĂ€rz 2011.</ref>

Boon fĂŒhlt sich mit seiner Heimatregion Nord-Pas-de-Calais tief verbunden. 2003 bestritt er ein vollstĂ€ndiges Kabarettprogramm ausschließlich in seinem Heimatdialekt, dem ch’ti, einer regionalen VarietĂ€t des Pikardischen. Obwohl dieses Idiom fĂŒr Außenstehende nur schwer verstĂ€ndlich ist, wurde das Programm (mit Untertiteln in französischer Sprache) ĂŒber 600.000-mal auf DVD verkauft, was fĂŒr Frankreich in dieser Sparte einen neuen Rekord bedeutete.

Im Jahr 2008 verhalf er dem ch’ti zu einem weiteren Triumph. Willkommen bei den Sch’tis, eine Produktion, bei der er Regie fĂŒhrte, das Drehbuch schrieb und selbst eine Hauptrolle ĂŒbernahm, wurde mit ĂŒber 20 Millionen Kinobesuchern auf dem heimischen Markt zum erfolgreichsten französischen Film der Geschichte.<ref>Bis dahin war dies der Louis-de-FunĂšs-Klassiker Drei Bruchpiloten in Paris von 1966, auch betitelt mit Die große Sause (La grande vadrouille), gewesen</ref> FĂŒr den Film wurde Boon vom Bundesverband kommunale Filmarbeit fĂŒr herausragende Filmsynchronisation und Untertitelung ausgezeichnet.

Anschließend drehte er den Film Nichts zu verzollen, der im Januar/Februar 2011 in die französischen Kinos kam. Ab dem 27. Juli 2011 lief er in Deutschland in den Kinos.<ref name="trier" /> Nachdem Boon drei Mal fĂŒr einen CĂ©sar nominiert worden war – 2006 als bester Nebendarsteller fĂŒr Merry Christmas, 2007 als bester Nebendarsteller fĂŒr In flagranti – Wohin mit der Geliebten? sowie 2009 fĂŒr das beste Original-Drehbuch fĂŒr Willkommen bei den Sch’tis – gewann Boon 2019 den erstmals vergebenen Publikumspreis der CĂ©sars fĂŒr die Filmkomödie Die Super-Cops – Allzeit verrĂŒckt!.

Programme
 • 1992: Je vais bien, tout va bien
 • 1993: Chaud mais pas fatiguĂ© (CafĂ© de la Gare)
 • 1994: Dany Boon Fou (ThĂ©Ăątre Tristan-Bernard, Paris)
 • 1995/96: Dany Boon au Palais des glaces
 • 1996: Les Zacros de la tĂ©lĂ©
 • 1997: Tout entier
 • 1997: Nouveau spĂ©tak
 • 1998: Au Bataclan
 • 2000: A french comedian lost in L.A. (Melrose Theatre, Los Angeles)
 • 2001: En parfait Ă©tat
 • 2003: A s’baraque et en ch’ti
 • 2006: WaĂŻka
 • 2009: Trop stylĂ©

BĂŒhnenstĂŒcke
 • 2003: La vie de chantier (Drehbuch, Regie, Darsteller)
 • 2007: Le dĂźner de cons (ThĂ©Ăątre de la Porte Saint-Martin)

Filmografie (Auswahl)
ErklĂ€rung der AbkĂŒrzungen D, B, R:<br />
D = Darsteller; B = Buch; R = Regie
 • 1994: Le grand blanc de LambarĂ©nĂ© (D)
 • 1997: Le dĂ©mĂ©nagement (D)
 • 1997: Paroles d’homme (D)
 • 1998: Liebe auf den sexten Blick (Bimboland) (D)
 • 2004: PĂ©dale dure (D)
 • 2005: Das Zauberkarussell (Stimme von Ambroise)
 • 2005: Merry Christmas (Joyeux NoĂ«l) (D)
 • 2005: In flagranti – Wohin mit der Geliebten? (La doublure) (D)
 • 2006: Trautes Heim, GlĂŒck allein (La maison du bonheur) (D, B, R)
 • 2006: Mein bester Freund (Mon meilleur ami) (D)
 • 2008: Mia et le Migou (Stimme von „le Migou“) (D)
 • 2008: Willkommen bei den Sch’tis (Bienvenue chez les Ch’tis) (D, B, R)
 • 2008: Auf der anderen Seite des Bettes (De l’autre cĂŽtĂ© du lit) (D)
 • 2009: AffĂ€ren Ă  la carte (Le code a changĂ©) (D)
 • 2009: Micmacs – Uns gehört Paris! (Micmacs Ă  tire-larigot) (D)
 • 2010: Nichts zu verzollen (Rien Ă  dĂ©clarer) (D, B, R)
 • 2011: Willkommen im SĂŒden (Benvenuti al Sud) (D, B)
 • 2012: Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer MajestĂ€t (AstĂ©rix et ObĂ©lix: Au Service de Sa MajestĂ©) (D)
 • 2013: Der NĂ€chste, bitte! (Un plan parfait) (D)
 • 2013: Eyjafjallajökull (D)
 • 2014: Super-Hypochonder (Supercondriaque) (D, B, R)
 • 2015: Lolo – Drei ist einer zu viel (Lolo) (D)
 • 2016: The Jews (Ils sont partout) (D)
 • 2016: Die Super-Cops – Allzeit verrĂŒckt! (Raid dingue) (D, B, R)
 • 2017: Nichts zu verschenken (Radin!) (D)
 • 2018: Die Sch’tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen (La ch’tite famille) (D, B, R)

Einzelnachweise
<references />
Filmografie
Hinter der Kamera
Super-Hypochonder 2014 (Regie, Drehbuch)
Nichts zu verzollen 2011 (Regie)
Willkommen im Süden 2011 (original Drehbuch)
Willkommen bei den Sch'tis 2008 (Regie, Drehbuch)
Vor der Kamera
Eyjafjallajökull 2014 (Alain)
Super-Hypochonder 2014 (Romain Faubert)
Der Nächste, bitte! 2013 (Jean-Yves)
Nichts zu verzollen 2011 (Mathias Ducatel)
Willkommen im Süden 2011 (bit in Post Office)
Willkommen bei den Sch'tis 2008 (Antoine Bailleul)
Mein bester Freund 2007 (Bruno Bouley)
Merry Christmas 2005 (Ponchel)
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