Im Moment sind 8 Leute Online
Menü
Startseite
Partner
Redaktion
Nutzer
Forum
Filme
Kritiken
Mitwirkende
Kinostarts
Verleiher
Promis > P > Jacques Prévert
Jacques Prévert
Jacques Prévert war ein französischer Autor, Dichter und Chansonnier. Er wurde am 4. Februar 1900 an einem Sonntag in Neuilly-sur-Seine geboren und ist am 11. April 1977 an einem Montag in Omonville-la-Petite, Département Manche, verstorben. Er ist 77 Jahre alt geworden. Auf der Leinwand wird er manchmal auch als Jacques Prevert erwähnt.
Biografie
mini|Jacques Prévert 1961 im Film Mon frère Jacques
Jacques Prévert (* 4. Februar 1900 in Neuilly-sur-Seine, Paris; † 11. April 1977 in Omonville-la-Petite, Département Manche) war ein französischer Autor.

Leben
Der als Lyriker ungewöhnlich populär gewordene Prévert wuchs im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine und dann in Paris selbst auf. Sein Vater war Theaterkritiker und nahm ihn häufig zu Aufführungen mit, seine Mutter vermittelte ihm die Lust am Lesen. Mit 15 Jahren verließ er dennoch gelangweilt die Schule und arbeitete in einem Pariser Kaufhaus. 1920 lernte er beim Militärdienst den späteren surrealistischen Maler Yves Tanguy und den späteren Schriftsteller Marcel Duhamel kennen; 1925 stieß er über einen anderen schriftstellernden Freund, Raymond Queneau, zur Gruppe der Surrealisten, aus der ihn aber bald (wie mehrere andere Mitglieder auch) das autoritäre Gehabe des Gruppenchefs André Breton vertrieb. Als Ersatz gründete er mit seinem jüngeren Bruder Pierre sowie Tanguy, Queneau und anderen einen eigenen Kreis, die „Prévert-Bande“.
mini|Das Grab von Jacques Prévert auf dem Friedhof Omonville-la-Petite (Normandie)
1928 versuchte er sich zusammen mit Bruder Pierre als Filmproduzent. 1932–36 verfasste er Stücke für das linke Amateurtheater Octobre, denn in diesen Jahren stand auch er, wie so viele Intellektuelle in dieser politisch polarisierten Zeit, den Kommunisten nahe, obwohl er vom Naturell her kein Mann der Parteidisziplin war, sondern eher Anarchist.

Daneben schrieb er schon seit längerem Gedichte; doch machte er sich ab Mitte der 30er Jahre einen Namen vor allem als Drehbuchautor fĂĽr die Filme seines Bruders und der epochemachenden Regisseure Jean Renoir (Le Crime de M. Lange, 1935) und Marcel CarnĂ© (u. a. DrĂ´le de drame, 1937; Hafen im Nebel, 1938; Der Tag bricht an, 1939; Die Nacht mit dem Teufel, 1942; Kinder des Olymp, 1944; Les portes de la nuit, 1946) und wurde damit zum MitbegrĂĽnder des Poetischen Realismus.

1946 druckte ein Freund eine Sammlung von PrĂ©verts bisher verstreut in Zeitschriften oder gar nicht publizierten Gedichten. Der Erfolg des Bändchens mit dem Titel Paroles war enorm und machte PrĂ©vert zum repräsentativsten und einflussreichsten französischen Lyriker der Jahrhundertmitte. Viele seiner Gedichte sind denn auch, vor allem von Joseph Kosma, zu Chansons vertont worden, die von bekannten Sängern aufgegriffen wurden. Sein Liedtext Les feuilles mortes wurde so von Juliette GrĂ©co, Yves Montand und vielen anderen gesungen, als Autumn Leaves wurde er zum Jazzstandard. Zu den Klassikern dieser Sammlung gehört auch Barbara, das die Bombardements der Stadt Brest während des Zweiten Weltkrieges thematisiert. Einige spätere Lyrikbände hatten ebenfalls Erfolg, ohne jedoch Paroles in den Schatten zu stellen (u. a. Histoires, 1946; Spectacle, 1951; La Pluie et le beau temps, 1955; Fratras, 1966; Choses et autres, 1972; La Cinquième Saison, postum 1984).

Ab 1948 war Prévert behindert durch neurologische Probleme, nachdem er aufgrund eines Sturzes aus einer schlecht gesicherten Fenstertür tagelang im Koma gelegen hatte. 1971 verließ er sein Heim in Antibes und zog nach Omonville-la-Petite in die Nähe seines alten Freundes Alexandre Trauner. Beide sind dort auf dem kleinen Friedhof begraben.

Préverts Markenzeichen als Lyriker ist die Schlichtheit und Verständlichkeit der meisten seiner Gedichte, die zwar voller raffinierter Wortspiele und überraschender Metaphern sind, aber dennoch eine unmittelbare Poetizität ausstrahlen und eine eingängige Botschaft vermitteln<ref>[http://www.zeit.de/1977/18/ein-baenkelsaenger-wie-sein-ahne-villon Ein Bänkelsänger wie sein Ahne Villon] in Zeit Online</ref>. Viele von ihnen, vor allem diejenigen, die menschlich-allzumenschliche Dauerthemen wie Freiheitsstreben, Liebe, Glück und Enttäuschung gestalten, sprechen Leser auch heute noch an und werden gern im Unterricht besprochen<ref>[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/BMQDHKC4SHUQVAWEAGLRN2UHY4CE7OLA Die Gedichte von Jacques Prévert] in Deutsche digitale Bibliothek - Landesarchiv Baden-Württemberg</ref>. Die zahlreichen politisch motivierten Gedichte Préverts, z.&nbsp;B. gegen den Militarismus, die Kirche und die bürgerlichen Konventionen, sind inzwischen kommentierungsbedürftige Zeitdokumente geworden.

Werke
 • Dejeuner du matin (1945)
 • Paroles (1946)
 • Contes pour enfants pas sages (1947)
 • Les enfants qui s'aiment (1949)<ref></ref>

 • Spectacle (1951)
 • Lettre des Ă®les Baladar (1952)
 • Tour de chant (1953)
 • La pluie et le beau temps (1955)
 • Histoires (1963)
 • Fatras (1966)

Filmografie
 • 1932: Das Ding ist geschaukelt (L’affaire est dans le sac)
 • 1935: Das Verbrechen des Herrn Lange (Le crime de Monsieur Lange)
 • 1937: Ein sonderbarer Fall (DrĂ´le de drame)
 • 1938: Das Geheimnis von St. Agil (Les disparus de Saint-Agil)
 • 1938: Ernest le rebelle (Dialoge)
 • 1938: Hafen im Nebel
 • 1939: Der Tag bricht an
 • 1939–1941: Schleppkähne (Remorques)
 • 1942: Die Nacht mit dem Teufel (Les visiteurs du soir)
 • 1943: Wetterleuchten (Lumière d’étĂ©)
 • 1943–45: Kinder des Olymp
 • 1946: Arche NoĂ« (L’arche de NoĂ«)
 • 1946: Pforten der Nacht (Les portes de la nuit)
 • 1947: Fahrt ins Blaue (Voyage-surprise)
 • 1949: Die Liebenden von Verona (Les amants de VĂ©rone)
 • 1956: Der Glöckner von Notre Dame
 • 1979: Der König und der Vogel (Le roi et l'oiseau)

Literatur
 • Richard BrĂĽtting: [http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00046069_00002.html Literaturdidaktische Kommunikationsforschung: Jacques PrĂ©vert als Schulbuchautor] [sic, recte: „als Schulautor“]. Schöningh, Paderborn 1986.
 • Yves Courrière: Jacques PrĂ©vert: en vĂ©ritĂ©, Paris: Gallimard, 2000. ISBN 2-07-074055-2
 • Frieda Grafe: FĂĽr die Midinetten - Jacques PrĂ©vert - Gedichte, Collagen, Filme, Fotos. Erstveröffentlichung in: SĂĽddeutsche Zeitung vom 14./15. August 1982. In: In GroĂźaufnahme - Autorenpolitik und jenseits (= Ausgewählte Schriften in Einzelbänden, 7. Band). Brinkmann & Bose, Berlin 2005. ISBN 3-922660-90-8. S. 97–105.
 • Peter Nau: Jacques PrĂ©vert, Cineast. In: Filmkritik Nr. 320 vom August 1983.
 • Wolfgang Schwarzer: Jacques PrĂ©vert 1900 - 1977. in Jan-Pieter Barbian (Red.): Vive la littĂ©rature! Französische Literatur in deutscher Ăśbersetzung. Hg. & Verlag Stadtbibliothek Duisburg. ISBN 978-3-89279-656-5, S. 25 mit Abb.
 • Anja Sieber: Vom Hohn der Angst. Die Sozialkritik Jacques PrĂ©verts in den Filmen von Marcel CarnĂ©. Avinus, Berlin 2007, ISBN 978-3-930064-00-7

Einzelnachweise
<references />
Filmografie
Hinter der Kamera
Kinder des Olymp 1947 (Buch)
Forum zum Prominenten
Es sind noch keine Themen vorhanden.
Zum Verfassen eines Beitrags bitte einloggen.
Weblinks
Version 1.8   –   Copyright by diekinokritiker.de   –   Impressum und Nutzungsbedingungen